Am Ostwall

Sensationeller Fund in Dortmund: Bauarbeiter stoßen auf Relikte aus dem Mittelalter

Am Ostwall in Dortmund finden derzeit wieder größere Bauarbeiten statt. Jetzt haben Arbeiter dabei einen seltenen Fund aus dem Mittelalter gemacht.

  • Im Auftrag der DEW21 laufen am Ostwall in Dortmund derzeit Leitungsarbeiten.
  • Archäologen sind im Rahmen der Bauarbeiten jetzt auf seltene Relikte gestoßen.
  • Unter anderem wurden Teile des Ostentores aus dem Mittelalter gefunden.

Dortmund - Seit Anfang des Jahres sind am Ostwall in Dortmund wieder große Bagger und zahlreiche Arbeiter im Einsatz. Dieses Mal der Grund für die Bauarbeiten: Die DEW21 lässt im Boden Fernwärmeleitungen verlegen. Dass die Arbeiten auf einem geschichtsträchtigen Boden stattfinden, zeigen die jüngsten Entdeckungen in der östlichen Innenstadt, wie RUHR24.de* berichtet.

Stadt

Dortmund

Einwohner

603.609 (Dezember 2019)

Fläche

280,7 km²

Bauarbeiten am Ostwall in Dortmund: Archäologen machen sensationellen Fund

Denn dort, wo die Kaiserstraße in den Ostwall mündet, haben Archäologen laut Angaben der Stadt Dortmund nun einen sensationellen Fund gemacht. "Unmittelbar unter dem modernen Straßenaufbau konnten die Fachleute Teile des Ostentores, genauer gesagt eine Mauer des Vorwerks freilegen. Es handelt sich um eine mächtige, die Torburg querende, Mauer", heißt es in der aktuellen Pressemitteilung.

Diese sollte offenbar verhindern, dass Angreifer in großer Schar auf das breite Torwerk und dann in die Stadt gelangen konnten. Neben den dicken Sandsteinen des Befestigungswerkes konnte in einem Teilebereich außerdem eine Schicht aus kleinen Flussgeröllen in dem natürlich gewachsenen Lehmboden freigelegt werden.

Teile des mittelalterlichen Hellwegs am Ostwall in Dortmund entdeckt - nicht der erste Fund

Wie die Stadt mitteilt, handelt es sich den Einschätzungen der Archäologen zufolge hierbei um den mittelalterlichen Hellweg. "Um zu verhindern, dass Mensch, Tier und Karren in den matschigen Lehm einsanken, hatten die Menschen damals das Flussgeröllpflaster im Bereich des Ostentores verlegt."

Der besondere Fund in Dortmund ist allerdings nicht der erste an dieser Stelle. Bereits im August 2018 fanden Bauarbeiter historische Reste der Dortmunder Stadtmauer*. Im Februar 2018 entdeckte man auf der anderen Seite des Walls, am Westentor, ebenfalls im Rahmen von Arbeiten der DEW21 das sogenannte Westenrondell aus dem 16. Jahrhundert*.

Baustelle am Ostwall in Dortmund ruht vorerst: Bodendenkmäler werden freigelegt

Mit diesem Wissen werden auch die aktuellen Bodeneingriffe am Ostwall durch die Denkmalbehörde der Stadt Dortmund begleitet. Zum Hintergrund: Beim Ostentor handelt es sich um eines der zwei wichtigsten Stadttore von Dortmund. Es regelte nach Osten den ein- und ausgehenden Handelsverkehr auf der Hellwegroute.

Die Baustelle am Ostwall ruht nun vorerst, damit die Archäologen die Relikte aus dem Mittelalter vorsichtig freilegen können. Danach sollen die Bodendenkmäler mittels modernster Technik dokumentiert werden. Dabei werden die Mauer und das Pflaster aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert. Auch Skelette, die Archäologen kürzlich in Dortmund freigelegt* haben, sollen nun untersucht werden.

Der Ostwall in Dortmund ist seit Monaten von Baustellen geprägt.

Ostwall in Dortmund: Virtueller Rundgang durch Ausgrabungen für Interessierte geplant

Ein 3D-Laserscanner soll ebenfalls zum Einsatz kommen und die Strukturen werden mithilfe einer Totalstation vermessen. Die Ergebnisse sollen nicht nur den Wissenschaftlern zur Verfügung stehen. "Nach der Aufbereitung der Daten werden alle Geschichtsinteressierten die Möglichkeit haben einen virtuellen Rundgang durch die Ausgrabung zu machen", heißt es vonseiten der Stadt.

In den kommenden Monaten sollen noch mehr Erdeingriffe im Bereich des Ostentores stattfinden. Dabei sei es gut möglich, dass weitere Entdeckungen und Erkenntnisse zu der großen Torburg gewonnen werden können. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Stadt Dortmund

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