Bild: Silvana Mölls

Tausende Schlager-Fans feierten am Samstag (17. August) eine große Party bei Dortmund Olé im Revierpark Wischlingen. Der Müll, den sie hinterließen, macht allerdings sprachlos.

  • Eine Besucherin hat im Revierpark Wischlingen schockierende Aufnahmen nach Dortmund Olé gemacht.
  • Die Festwiese ist voller Müll – vor allem aus Plastik.

„Das, was ihr da vorne seht, das ist kein Schnee, das ist alles Plastikmüll“, sagt eine Stimme aus dem Off. Gleichzeitig zeigt das Facebook-Video die Festwiese im Revierpark Wischlingen einen Tag nach dem Schlager-Festival Dortmund Olé.

Schockiert über Müll im Revierpark Wischlingen in Dortmund

Die Stimme aus dem Off gehört der Dortmunderin Silvana Mölls, die einen Tag nach Ende des Festivals mit ihrem Mann durch den Revierpark Wischlingen spazieren geht – und nicht glaubt, was sie dort sieht. Regencapes, Strohalme und Becher – alles aus Plastik – liegen wild auf der Wiese herum, kiloweise.

„Es ist zum Heulen“, sagt Mölls, die nicht verstehen kann, wie Menschen in Zeiten von Klimawandel und nachhaltigem Leben so mit ihrer Umwelt umgehen können. In ihrer Wut postet Mölls drei Videos bei Facebook, in der Hoffnung, dass möglichst viele Menschen sehen, wie Menschen mit der Umwelt umgehen.

Was die Dortmunderin besonders ärgert: Statt den Müll bei den Abbauarbeiten erst von der Wiese zu räumen, und dann mit den schweren Lastern den Rest der Festival-Gebäude abzubauen, fahren Laster einen Tag nach Dortmund Olé über die Wiese und vermengen das Plastik mit der Erde. Mölls: „Das ist jetzt verseuchter Boden, der abgetragen werden müsste.“

Die Kommentare unter ihrem Facebook-Post lassen nicht lange auf sich warten. „Die Veranstalter zur Rechenschaft ziehen und sämtliche Reinigungskosten in Rechnung stellen“, schreibt ein User. Eine andere meint: „Man könnte ja auch mal seien eigenen To Go Becher mitnehmen. Dann würde man die Becher schon mal einsparen.“

Kommentare auf Facebook

Doch es gibt auch Kommentatoren, die den Müll beim Dortmund Olé nachvollziehen können. Immerhin könne man mit seinem leeren Becher ja nicht ständig durch die Menge, um eine Mülltonne zu suchen. Und: Es würde ja nach dem Festival sowieso aufgeräumt. Andere Stimmen behaupten, es habe zu wenige Mülltonnen auf dem Festival-Gelände gegeben.

Unterdessen dürfte sich so manch ein Dortmunder an vergangene Festivals im Revierpark Wischlingen erinnern, bei denen Müll auch eine Rolle spielte. Etwa beim Out4Fame, um das es zuletzt immer wieder Diskussionen gab.

„Es ist nicht so, dass es nur bei Dortmund Olé so aussieht“, sagt Revierpark-Wischlingen-Leiter Bernd Kruse gegenüber RUHR24. Die Veranstalter kämen schlicht nicht hinterher, die Mülleimer zu leeren, weshalb der Müll dann auch auf dem Boden lande. „Das ist ein Ärgernis“, sagt Kruse.

Dortmund: Revierpark Wischlingen will Druck erhöhen

Und so soll für das kommende Jahr erneut das Thema Pfand auf den Tisch kommen, wenn es in die Verhandlungen mit den Veranstaltern entsprechender Festivals geht. „Das ist schon lange ein Wunsch von uns“, so Parkleiter Kruse, der ankündigt, den Druck erhöhen zu wollen.

Es ist einfach unglaublich!So sieht es im Revierpark Wischlingen nach "Dortmund Olé" aus.Hier wurden Klima-und…

Gepostet von Silvana Mölls am Sonntag, 18. August 2019

„Natürlich müssen wir sehen, wie die Akzeptanz der Besucher für Pfandbecher aussieht“, sagt Sven Luckner, Projektleiter Olé-Reihe Deutschland gegenüber RUHR24. Aktuell nutze der Veranstalter Becher aus Maisstärke, die in der Theorie biologisch abbaubar sind.

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Am Ende dürfte eine Entscheidung für ein Pfand auf Becher aber auch mit Einnahmeverlusten für die Veranstalter einhergehen. Denn es ist kein Geheimnis, dass Festival-Besucher weniger trinken, wenn sie bei jedem Getränkekauf Pfand zahlen müssen.

Becher aus Maisstärke statt Plastikbecher eingesetzt

Gegenüber Mehrweg-Bechern aus Plastik sieht Luckner bei den Bechern aus Maisstärke folgenden Vorteil: „Man muss sie nicht aufwendig mit tausenden Litern Wasser und Chemie reinigen und in Lkw durch Deutschland fahren.“

Aber am Ende weiß auch er, dass das Bild einer Festivalwiese nach Ende der Party nicht gut aussieht – Maisstärke hin oder her. „Zumal die Menschen mit steigendem Alkoholpegel viel mehr Müll auf den Boden fallen lassen.“ Und da gehören auch Halme aus Plastik und anderer nicht biologisch abbaubarer Müll.

Müll auf der Festwiese im Revierpark Wischlingen nach dem Musik-Festival Dortmund Olé. Quelle: Silvana Mölls
Müll auf der Festwiese im Revierpark Wischlingen nach dem Musik-Festival Dortmund Olé. Quelle: Silvana Mölls

Der Veranstalter, so Lucker, sehe sich aber in der Verantwortung, den Park sauber zu hinterlassen. „Natürlich ist es besser, wenn die Besucher ihren Müll in die Tonne werfen, aber wir räumen am Ende eh alles auf.“

Für die Zukunft wolle aber auch Dortmund Olé darüber nachdenken, Pfand einzuführen. Das, so Sven Luckner, funktioniere in anderen Regionen Deutschlands schon ganz gut – etwa in Bayern, wo es behördliche Vorgaben gibt. (Lest hier: Kommentar: Der Müll bei Dortmund Olé in Wischlingen ist auch ein Behörden-Skandal)

Hinweis: RUHR24 hat die Stellungnahme des Revierparks Wischlingen sowie des Veranstalters Dortmund Olé nachträglich ergänzt.