Kälteeinbruch in NRW

Obdachlose in Dortmund in Not: Dringend Hilfe im Kampf gegen die Kälte nötig

Die Kälte brach über Nacht über Dortmund herein. Der Wintereinbruch brachte Eisregen und Temperaturen weit unter null Grad. Für Obdachlose bedeutet das Lebensgefahr.

Dortmund – In der Nacht zum Sonntag (7. Februar) kam die Kälte. Schnee und Eisregen zogen über viele Regionen in NRW. Nicht nur in Dortmund herrscht seitdem Eiseskälte: am Tag bis zu minus 9 Grad, in der Nacht Minusgrade im zweistelligen Bereich. Für Obdachlose stellt die aktuelle Witterung eine tödliche Gefahr dar. Doch nicht jeder sucht Schutz in den Notunterkünften.

StadtDortmund
Einwohner603.609 (2019)
Obdachloseca. 400 - 600

Dortmund: Viele Obdachlose meiden seit Corona die Notunterkünfte

„Notunterkünfte sind prinzipiell eine gute Sache, doch ist es dort schwer, die Ansteckungsgefahr zu minimieren“, schreiben die Malteser und umreißen damit grob das Problem, welches Obdachlose seit Beginn der Corona-Pandemie zusätzlich haben. Spätestens seit dem Kälteeinbruch im Februar, hat sich die sowieso schwierige Situation der Menschen, die in Städten wie Dortmund auf der Straße leben, zusätzlich verschärft.

Bei Minusgraden im Freien zu übernachten ist lebensgefährlich. Der Unterkühlung folgt der Kältetod. Erst am Montag fanden Polizisten in der Bielefelder Innenstadt eine Leiche im Schnee. Unklar ist, ob der Mann tatsächlich aufgrund der Kälte gestorben ist. Denkbar ist es aber in jedem Fall.

Für Obdachlose ist es bei diesen Temperaturen daher umso wichtiger, einen Schlafplatz im Warmen zu finden. Auch, wenn einige Obdachlose selbst jetzt die Notunterkünfte meiden.

Kälte in Dortmund: Diakonie erweitert Hilfsangebot

Das Diakonische Werk hat in Dortmund auf den aktuellen Kälteeinbruch reagiert und sein Hilfsangebot erweitert: Am Hauptbahnhof verteilt die Bahnhofsmission seit dem Wochenende kostenlose Hilfsgüter. Heiße Getränke, eine warme Suppe, warme Kleidung, Schlafsäcke oder Isomatten – Obdachlose erhalten durch das Hilfsangebot einfache und unbürokratische Unterstützung. Der Andrang sei groß, so die Leiterin der Bahnhofsmission gegenüber Radio 91.2.

Am Bahnhof verteilen Mitarbeiter der Bahnhofsmission Dortmund warme Suppe und heiße Getränke an Obdachlose.

Außerdem ermuntern die Mitarbeiter der Bahnhofsmission Obdachlose, sich in den kommenden, sehr kalten Tagen in die Übernachtungsstelle und Tagesaufenthalte zu begeben. Frauen werden zudem vom Hauptbahnhof in die Frauenübernachtungsstelle der an der Nortkirchenstraße in Dortmund-Hörde gebracht (mehr Nachrichten aus Dortmund).

Wie die Diakonie angibt, stehen obdachlosen Frauen und ihren Kindern hier 54 Schlafplätze zur Verfügung. Aktuell sollen in der Frauenübernachtungsstelle noch rund neun Schlafplätze frei sein. Und auch tagsüber dürfen sich die obdachlosen Frauen hier aufhalten.

Pilotprojekt in Dortmund: Hotelübernachtung für Obdachlose

Ende Januar startete in Dortmund zudem ein Pilotprojekt, welches es Obdachlosen ermöglicht, eine Nacht in einem Hotel in der Innenstadt zu verbringen. Laut einem Bericht der Ruhr Nachrichten erklärten drei Initiativen der Dortmunder Wohnungslosenhilfe, das Gast-Haus, das Team Wärmebus und Bodo, dass sie eine niederschwellige Notübernachtung in einem Hotel in der City geschaffen hätten.

Seit Montag (8. Februar) darf zudem das Café Berta in der Dortmunder Nordstadt wieder öffnen. Das Café in der Heroldstraße ist eine Anlaufstelle für Menschen der „Trinker- und Straßenszene“, so die Diakonie. Es hat tagsüber von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Suchtkranke Menschen können sich hier während ihres Aufenthalts aufwärmen und die angebotene Hilfe in Anspruch nehmen. Einen weiteren Tagesaufenthalt bietet die Diakonie im Wichernhaus an der Stollenstraße.

Am Ende ist es aber besonders in dieser Zeit dringend vonnöten, dass jeder die Augen offen hält und Menschen in Not anspricht. Notfalls kann immer die 110 oder 112 gewählt werden. Auch die Zentrale Beratungsstelle an der Rolandstraße 10 für wohnungslose Menschen in Dortmund ist geöffnet, um die Versorgung von Menschen ohne Einkommen zu sichern.

Rubriklistenbild: © Diakonie Dortmund

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