Staatsanwaltschaft ermittelt

Fleisch-Skandal trifft auch die Region Dortmund: Details schockieren

Behörden im Kreis Unna haben einen örtlichen Schlachtbetrieb geschlossen. Er lieferte Fleisch in den Raum Dortmund. Tierschützer deckten offenbar einen Skandal auf.

Dortmund/Unna - Der Kreis Unna hat einen Schlachtbetrieb geschlossen, nachdem Hinweise von einer Tierschutzorganisation eingegangen sind. Es gehe laut Kreis um den begründeten Verdacht des illegalen Schächtens von Rindern und Schafen.

Standort des SchlachtbetriebsKreis Unna
Auslieferung des betroffenen FleischsRegion Dortmund
Ermittlungen durchStaatsanwaltschaft Dortmund

Beim Schächten handelt es sich um die Schlachtung eines Tieres ohne vorheriger Betäubung. Dabei wird dem Tier der Hals mit einem Messer von der Kehle aus durchschnitten. Dieses betäubungslose Schlachten ist Bestandteil verschiedener Religionen. Er wird von Tierschutzorganisationen wie dem Tierschutzbund als äußerst qualvoll bezeichnet, da bei vollem Bewusstsein Haut, Muskeln, die Halsschlagadern, die Luft- und Speiseröhre sowie die daneben befindlichen Nervenstränge durchtrennt werden.

Der Kreis Unna ließ den kleinen Betrieb nach Abstimmungen mit dem Landwirtschaftsministerium sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am Donnerstagabend (18. März) schließen.

Unna: Tierschützer stellen wegen Fleisch-Skandal Strafanzeige in Dortmund

Die Tierschutzorganisation, die den illegalen Betrieb aufdeckte, stellte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Dortmund. Als Beweise legten die Tierschützer Videos vor, wie der Kreis Unna mitteilt.

Der Kreis dazu in einer Stellungnahme: „Nach erster Sichtung des Materials haben die Behörden entschieden, weitere Schlachtungen im Betrieb vorsorglich zu untersagen, um weiteres Leiden und Schmerzen von Tieren zu unterbinden.“

Unna: Behörden prüfen Schließung von Schlachter - Staatsanwaltschaft Dortmund eingeschaltet

Nun müsse das vorgelegte Beweismaterial ausgewertet werden. Das LANUV prüft unterdessen einen Entzug der hygienerechtlichen Zulassung des Schlachtbetriebes.

Tierschützer fordern schon lange das Verbot von Schächtung (Archivbild).

Bei dem betroffenen Betrieb handelt es sich um ein kleineres Schlachtunternehmen. Es werden monatlich circa 100 Schafe und Rinder regulär mit Betäubung unter amtlicher Überwachung geschlachtet. Das Unternehmen beliefert den Einzelhandel im Dortmunder Umfeld.

Nach Schlacht-Skandal im Raum Dortmund: Ausnahmen sind möglich

In Deutschland verbietet das Tierschutzgesetz sowie die Tierschutzschlachtverordnung grundsätzlich, ein Tier ohne Betäubung zu schlachten. Doch es gibt Ausnahmen. Menschen, denen ihr Glaube das Schächten von Tieren „zwingend vorschreibt“, können bei der zuständigen Behörde eine Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen Schächten beantragen (hier weitere Blaulicht-Themen aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de lesen).

Schächten ohne Genehmigung ist in Deutschland illegal und wird mit Geldbuße bis 25.000 Euro, bei nachgewiesener Tierquälerei im Wiederholungsfall auch mit Haftstrafe bestraft.

Rubriklistenbild: © Candy Welz/dpa

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