Blindgänger werden entschärft

Vor Mega-Evakuierung in Dortmund: Verweigerern droht Bußgeld oder sogar Festnahme

Am 12. Januar wird es an der Beurhausstraße in Dortmund ernst.
+
Am 12. Januar wird es an der Beurhausstraße in Dortmund ernst.

Am Sonntag (12. Januar) steht Dortmund vor einer Mega-Evakuierung: 14.000 Menschen müssen wegen einer Entschärfung aus ihren Wohnungen. Und die Verweigerer?

  • Rund 14.000 Menschen sind am Sonntag (12. Januar) in Dortmund von einer Bombenentschärfung betroffen.
  • Sie müssen ihre Wohnungen verlassen und den Bereich um die mutmaßlichen Bomben räumen.
  • Verweigerern drohen im schlimmsten Fall harte Strafen.

Dortmund - Bei Bombenentschärfungen machen renitente Anwohner den Behörden immer wieder Probleme. Wer sich weigert, bei einer Evakuierung seine Wohnung zu verlassen, muss deshalb in einigen nordrhein-westfälischen Städten ein Bußgeld zahlen.

Evakuierung in Dortmund - 14.000 Menschen von Entschärfung betroffen

Ob das auch in Dortmund demnächst der Fall ist, wenn am Wochenende (11./12. Januar) rund 14.000 Menschen bei einer großen Evakuierung im Klinikviertel ihre Wohnungen verlassen müssen, ist unklar und wird wohl von der Stadt im Einzelfall entschieden. In den vergangenen Jahren ließ die Stadt in Härtefällen entsprechende Wohnungen gewaltsam öffnen - etwa bei einer Entschärfung im Jahr 2013, bei der 20.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten.

Dortmund steht nun vor einer der größten Evakuierungen der letzten Jahre und setzt darauf, dass Anwohner kooperieren - andernfalls droht eine stundenlange Verzögerung der Entschärfung mehrere Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg.

Zum Hintergrund: An der Ecke Beurhausstraße / Luisenstraße befinden sich wohl zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Baustelle liegt in unmittelbarer Nähe zum Klinikum Dortmund - das aktuell dringend zu Blutspenden für die Evakuierung aufruft - und nur rund 500 Meter von der Thier-Galerie entfernt. Außerdem vermutet die Stadt einen Blindgänger im Kreuzungsbereich Rheinische Straße und Westentor, also direkt am U-Turm. Welche Straßen genau betroffen sind, könnt ihr hier nachlesen.

Der Evakuierungsradius während der Entschärfung am 12. Januar in Dortmund.

Evakuierung in Dortmund - wer sich weigert, zahlt in Essen 200 Euro

Unterdessen werden in Essen Evakuierungsverweigerer nach Angaben der Stadt in der Regel mit 200 Euro, in Köln mit bis zu 300 Euro zur Kasse gebeten. "Entweder weigern sich Menschen, ihre Wohnungen zu verlassen, oder es kommen Leute von außen und wollen in den abgesperrten Bereich zu ihrem Haus", sagte Heribert Büth, Sprecher des Kölner Ordnungsamtes, gegenüber den Ruhr Nachrichten. "Manche werden sogar richtig aggressiv."

Evakuierung in Dortmund - keine einheitliche Regelung bei Entschärfung 

Die Stadt Duisburg will nach Angaben eines Sprechers demnächst ihre Sicherheitsverordnung ändern, sodass gegen Störer künftig ein Ordnungsgeld verhängt werden kann. Einheitliche Regeln für den Umgang mit Verweigerern gibt es nicht.

"Die Ordnungsbehörden können die Räumung des Gefahrenbereichs erzwingen", sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wenn nötig, könne die Person vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. Ob und in welcher Höhe Ordnungsgelder verhängt werden, entscheide aber jede Kommune für sich.

Evakuierung in Dortmund - explodierende Blindgänger können gefährlich werden

Dass Menschen ihre Wohnungen während einer Entschärfung verlassen, ist äußerst wichtig. Explodiert ein Blindgänger, kann das ein lebensgefährliches Risiko sein - auch für Menschen, die nicht direkt neben der Bombe stehen.

Städte ziehen für die Evakuierung zwei Radien um die jeweiligen Blindgänger. Menschen, die innerhalb des ersten Radius wohnen, müssen ihre Häuser verlassen und der öffentliche Nah- und Fernverkehr wird eingestellt. Diejenigen, die im zweiten Radius wohnen, dürfen zu Hause bleiben, müssen aber gewisse Sicherheitsmaßnahmen treffen. 

Die Stadt Dortmund ist am 12. Januar verpflichtet, alle Personen aus dem Bereich des ersten Radius zu evakuieren. Sie kann erst dann mit der Entschärfung oder der Sprengung beginnen, wenn der Evakuierungsbereich geräumt ist.

Selbst die beiden Krankenhäuser in der Innenstadt - die Städtischen Kliniken und das Johannes Hospital - werden evakuiert. Patienten der Krankenhäuser werden spätestens Samstag entlassen oder per Krankentransport in ein anderes Krankenhaus verlegt. DieNotaufnahmen der Städtischen Kliniken und des Johannes Hospital bleiben während der Evakuierung geschlossen.

Mehr zum Thema