#Gastrostillsterben wegen Coronavirus

Gastronomen in Dortmund starten skurrile Aktion auf dem Friedensplatz - und stellen 9 Forderungen

Die Gastronomen in Dortmund leiden unter den Coronavirus-Maßnahmen. Auf dem Friedensplatz starteten sie nun eine Aktion und stellten neun Forderungen.

  • Die Gastronomie in Dortmund hat mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen.
  • Unter dem Motto "Gastrostillsterben" startete sie am Freitag (24. April) eine Aktion auf dem Friedensplatz.
  • Die Gastronomen stellen neun Forderungen an die Politik.

Dortmund - Durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus leiden derzeit vor allem die Gastronomen in Dortmund. Damit sind nicht nur die gemeint, die aktuell auf Lieferservice umstellen müssen, sondern vor allem die, die zum Zuschauen verdammt sind: Kneipen, Bars, Cafés, Biergärten oder Diskotheken. Im Kreuzviertel von Dortmund mussten aufgrund der Coronavirus-Pandemie mehrere Lokale schließen.

Dortmund: Gastronomen starten wegen des Coronavirus Aktion auf dem Friedensplatz

Um sich Gehör zu verschaffen und ein Statement an die Politik zu senden, haben Vertreter von mehreren Dortmunder Verbänden und Initiativen eine skurrile Aktion unter dem Motto "Gastrostillsterben" gestartet - und zwar mitten auf dem Friedensplatz im Schatten des Dortmunder Rathauses.

Zu sehen: gedeckte Tische, Barhocker, Kellner mit Mundschutz. Nur Gäste sind an den Tischen nicht zu sehen. Ein ziemlich schauriges Bild - das aber derzeit bittere Realität ist in vielen Gastronomie-Betrieben der BVB-Stadt. Unterstützung bekamen die Gastronomen bei der Aktion am Freitag (24. April) von Thomas Westphal, Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung und SPD-Kandidat für den Posten des Oberbürgermeisters der Stadt.

Coronavirus: Gastronomen in Dortmund stellen neun Forderungen an die Politik

Erst kürzlich hatte Westphal via Twitter die Öffnung von Möbelhäusern in NRW als "fahrlässig" kritisiert. 

"Wie sollen z.B. Gastronomen dies verstehen?". Jetzt tritt der SPD-Mann für die Belange von Bars, Kneipen und Co. ein. Und die haben gleich neun Forderungen an die Politik im Gepäck:

  • Klassifizierung verschiedener Gastronomietypen (Restaurant, Bar, Club, Biergarten, etc.) und Erarbeitung individueller Lösungen.
  • Erstellung eines Fahrplans zur verantwortungsvollen Öffnung der verschiedenen Gastronomietypen.
  • Entwicklung von Hilfspaketen in Zusammenarbeit mit Repräsentanten der Gastronomie.
  • Maßgeschneiderte Hilfspakete, die sofort helfen und Kosten ausgleichen - keine Kredite.
  • Wenn Kredite, dann mit einfachen Vergabe- und Haftungsrichtlinien, sowie verlängerten Laufzeiten.
  • Herabsetzung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent auf alle Gastronomieumsätze rückwirkend zum 1. Januar 2020 und ohne zeitliche Begrenzung.
Auf dem Friedensplatz in Dortmund hat am 24. April eine Aktion von Gastronomen unter dem Motto "#Gastrostillsterben" stattgefunden.

Nicht nur auf nationaler Ebene stellen die Gastronomen aus Dortmund Forderungen, auch an die kommunale Politik gibt es Wünsche - und zwar drei:

  • Wegfall der Sondernutzungsgebühren für 2020 und 2021
  • Wegfall der Vergnügungssteuer.
  • Wegfall von sonstigen Gebühren, etwa für Müll und Kontrollen.

Hinter den Forderungen steckt die Gastro-Initiative Dortmund sowie Heinz Overkamp als Vertreter des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) und "Ausgehen in Dortmund", einem Zusammenschluss von Nachtclubs der Stadt.

Forderungen aus Dortmund: Politik will Gastronomen unter die Arme greifen

Ganz ungehört sind die Gastronomen in Dortmund (lest hier mehr Artikel aus der Stadt auf RUHR24) nicht. Bei einer Sonder-Wirtschaftsministerkonferenz zu den Folgen der Corona-Krise am 23. April berieten die Länder über weitere Hilfen für Unternehmen. 

Die Aktion der Dortmunder Gastronomen fand direkt vom dem Rathaus der Stadt statt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte dabei, dass es gut sei, dass erste Hilfsprogramme bereits Wirkung zeigen würden. Aber, so Altmaier, "natürlich müssen wir regelmäßig überprüfen, wo es hakt, wo Verbesserungen notwendig sind und wo wir auch weitere Hilfen benötigen, beispielsweise in besonders betroffenen Branchen, wie unter anderem der Gastronomie."

Coronavirus: Steuerentlastungen für die Gastronomie geplant

Konkret geplant sind Steuerentlastungen für Gastronomiebetriebe. Die Mehrwertsteuer für Speisen wird laut Beschluss ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 auf den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent gesenkt. Bisher gilt für Speisen, die in einem Restaurant, einem Café oder einer Bar verzehrt werden, ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Für Gerichte, die der Gast mitnimmt oder nach Hause bestellt, fallen in der Regel nur 7 Prozent an. Nun soll generell ein Satz von 7 Prozent gelten.

Rubriklistenbild: © Lisa Krispin/RUHR24