Covid-19-Pandemie

Nächster Corona-Hammer: Dortmund will plötzlich auch Kitas schließen - Entscheidung ist gefallen

Thomas Westphal steht vor dem Rathaus von Dortmund
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Thomas Westphal will jetzt auch Kitas und nicht nur Schulen in Dortmund schließen lassen.

Bislang war immer nur die Rede von Schulen, jetzt will die Stadt Dortmund aber auch Kitas wegen der Corona-Lage dicht machen.

Update, Freitag (19. März), 17.50 Uhr: Dortmund - Jetzt ist eine Entscheidung gefallen. Die Stadt Dortmund teilt mit, dass Schulen und auch Kitas am Montag (22. März) öffnen werden. „Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat der Stadt am Nachmittag mitgeteilt, dass ihrem Antrag auf Schließung der Schulen und Kitas nicht entsprochen werden kann“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Daher finden in der kommenden Woche Wechsel-Präsenzunterricht in den Schulen und Kitas weiterhin statt.

Update, Freitag (19. März), 16.04 Uhr: Zusätzlich zur plötzlichen Ankündigung der Stadt Dortmund, am Montag (22. März) nicht nur Schulen, sondern auch Kitas schließen zu wollen, gibt es jetzt eine E-Mail-Panne in der Verwaltung. So kursiert derzeit ein mit Sperrfrist versehener interner Entwurf eines Schreibens des Jugendamts, in dem ein Betretungsverbot für Kitas ab Montag die Rede ist. Die Stadt weist darauf hin, dass in dieser Sache noch keine Entscheidung getroffen worden sei. Das Schreiben sei „aufgrund eines internen Übermittlungsfehlers durch einen Träger von Kindertageseinrichtungen fälschlicherweise bereits verschickt worden.“

Dortmund will am Montag (22. März) wegen Corona-Lage Schulen und Kitas schließen

Erstmeldung , Freitag (19. März), 14.26 Uhr: Die Stadt Dortmund hat am Donnerstagabend (18. März) die NRW-Landesregierung darum gebeten, alle Schulen und Kitas der Stadt schließen zu dürfen. Bislang hatte Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) nur von Schulschließungen aufgrund der dynamischen Corona-Lage gesprochen.

StadtDortmund
OberbürgermeisterThomas Westphal
Einwohner603.609 (2019)

Dortmund: Stadt will wegen Corona Schulen und Kitas schließen

Bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch (17. März) war von Kita-Schließungen noch keine Rede. Auch am Dienstag (16. März), als Westphal erstmals von Schulschließungen sprach, wurden Kitas noch nicht erwähnt.

Am Freitag (19. März) tauchte nun auch das Wort „Kitas“ in Zusammenhang mit geforderten Schließungen in einer Pressemitteilung der Stadt auf. Diese und auch die Schulen sollen auf Wunsch der Stadt am kommenden Montag (22. März) geschlossen werden.

Dortmund OB Westphal: Schulen und Kitas wegen Corona schließen

OB Westphal: „Die Impfaktion hat jetzt wieder eine Perspektive, aber kurzfristig bleibt die Lage unverändert. Es wäre sehr gut, wenn wir noch mehr Zeit gewinnen könnten. Daher wäre es richtig, Schulen und Kitas am Montag nicht wieder zu öffnen.“

In dem Entwurf für eine „Allgemeinverfügung zur Schließung der Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie der Kindertagespflege“, die am Donnerstag (18. März) ans Land gegangen sei, heißt es von der Stadt Dortmund, bei der Prüfung des Gesamtkonzepts habe die Stadt Dortmund mehrere Alternativen bedacht, die teils in der Vergangenheit erfolgreich umgesetzt worden seien.

Dortmund: Angst vor der Corona-Mutation - Schulen und Kitas ab Montag wohl dicht

„Vor dem Hintergrund, dass sich das Infektionsgeschehen aber aufgrund der britischen Virusmutation zunehmend in der Altersgruppe der 0- bis 19-Jährigen abspiele, seien diese Maßnahmen nunmehr nicht mehr geeignet, den gewünschten Effekt zu erzielen“, so der Wortlaut der Mitteilung.

Warnt auch vor der dynamischen Corona-Lage in Dortmund: Dr. Frank Renken, Chef des Gesundheitsamts der Stadt Dortmund.

Dortmund wies am Freitag eine 7-Tages-Inzidenz von 92,8 auf - vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 64,9. Tatsächlich steigen die Infektionszahlen in Dortmund bereits seit Mitte Februar. Am 13. Februar hatte Dortmund noch eine 7-Tages-Inzidenz von 42,7.

Corona-Inzidenz in Dortmund könnte Montag 100 erreichen

Ab einer Inzidenz von 100 - die am Montag erreicht sein könnte - sind Schul- und Kitaschließungen möglich. Aber auch nur nach Absprache mit dem Land und laut Coronaschutzverordnung auch nur, wenn der Inzidenzwert stabil über 100 liegt.

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Für die Stadt Dortmund sei die Schließung von Schulen und Kitas aber „zwingend erforderlich“, auch wenn die Inzidenz über 100 innerhalb der Stadt Dortmund die Kriterien der Nachhaltigkeit und Signifikanz aus Sicht des Landes NRW noch nicht erreicht habe. Mit anderen Worten: Die Stadt will nicht so lange warten, bis die 100er Marke mehrere Tage überschritten ist. (Hier weitere Corona-News aus Dortmund auf RUHR24.de lesen)

Angst vor Corona-Eskalation an Ostern - Dortmund will Schulen und Kitas schließen

Westphal befürchtet, dass Corona-Infektionen über Kinder und Jugendliche an Ostern in die Familien getragen werden könnten, sollten Schulen und Kitas angesichts der grassierenden britischen Mutation offen bleiben.

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