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Notfallsanitäter können Leben retten. Ihr Beruf gilt als einer der wichtigsten in der Humanmedizin. Und trotzdem werden in Dortmund nicht genügend passende Anwärter für die Ausbildung gefunden.

Ab 2027 müssen laut des Rettungsgesetz in NRW Notfallsanitäter auf allen Rettungswagen eingesetzt werden. Die Kommunen stellt das Vorhaben vor Probleme, denn sie müssen bis dahin alle Rettungswagen neu besetzen.

Kaum geeignete Kandidaten

Das könnte schwierig werden, denn schon jetzt werden nicht ausreichend geeignete Kandidaten für die Ausbildung gefunden. Laut einem Bericht der Ruhr Nachrichten kamen in Dortmund von 266 Bewerbern nur zehn Personen in Frage.

Wer ist wer im Krankenwagen? Besetzung eines Rettungswagen (RTW)

Ein Rettungswagen muss laut Gesetz immer mit zwei fachlich geeigneten Personen besetzt sein. In NRW sind das bisher der Rettungsassistent und der Rettungssanitäter.

Der Rettungsassistent wird nun durch den Notfallsanitäter abgelöst. Im Gegensatz zum Rettungsassistenten durchläuft der Notfallsanitäter statt einer zweijährigen, eine dreijährige Ausbildung. Das zusätzliche Ausbildungsjahr soll die Fähigkeiten des Rettungsassistenten erweitern. Rettungsassistenten können eine ergänzende Prüfung zum Notfallsanitäter machen.

Der Rettungssanitäter wird in 520 Stunden ausgebildet und ist auf dem RTW der Helfer des Rettungsassistenten oder Notfallsanitäters. Aktuell haben Rettungsassistenten und Notfallsanitäter die höchsten Positionen im Rettungswagen. Das wird sich mit Abschaffung der Rettungsassistenten ändern. Dann hat nur noch der Notfallsanitäter die höchste nichtärztliche Position im RTW.

Notfallsanitäter sind am Unfallort als Ersthelfer tätig. Foto: dpa

Nur 10 von 266 Bewerben verfügen über wichtigste Voraussetzung

Wer Notfallsanitäter werden möchte, muss das Deutsche Sportabzeichen und das Schwimmabzeichen nachweisen. Das konnten in Dortmund nur 10 von 266 Bewerbern – eine schlechte Quote.

Die Berufsfachschule für den Dortmunder Rettungsdienst stellt das vor Probleme, denn so können nicht ausreichend geeignete Azubis gefunden werden. Das künftige Fachpersonal ist nicht gesichert.

Künftige Notfallsanitäter in der Ausbildung. Sie üben an einer Puppe. Foto: dpa

Jedes Jahr könnte es 24 künftige Notfallsanitäter geben

Pro Jahr bildet die Dortmunder Berufsschule für den Rettungsdienst 24 Auszubildende aus. Unterrichtet werden Fächer wie Krankheitslehre oder Diagnostik. Auch das Verabreichen von lebenswichtigen Medikamenten wie Kortison oder Adrenalin stehen auf dem Lehrplan. Und die Bezahlung ist gut: Im ersten Jahr gibt es 1040 Euro als Ausbildungsvergütung, im zweiten Jahr 1102 Euro und im letzten Jahr 1203 Euro.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist eine Kombiausbildung. Nach dem Examen im dritten Ausbildungsjahr folgt die Brandmeister-Ausbildung. Sie dauert zwölf Monate und befähigt nach erfolgreichem Abschluss zu leitenden Arbeiten im Feuerwehrdienst.

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Ein Notfallsanitäter im Einsatz. Foto: dpa

Das sollte ein Notfallsanitäter unbedingt können

Arbeiten im Notdienst ist nicht einfach. Wer sich der belastenden Aufgabe annehmen möchte, sollte unbedingt die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Bereitschaft zum Arbeiten rund um die Uhr – Unfälle passieren zu jeder Tageszeit!
  • Keine Angst vor Blut oder Ausscheidungen (Urin, Kot, etc.)
  • Verantwortungsbewusstsein: Der Rettungsdienst hilft mitunter sterbenden Menschen
  • Keine Scheu vor engem Kontakt zu Menschen
  • Entscheidungen treffen können! Der Notarzt trifft nicht immer zeitgleich mit dem Rettungsdienst ein – die Patienten brauchen trotzdem Hilfe
  • Naturwissenschaftliches Verständnis

Siehe auch: Ausbildungsmarkt: Darum sind hohe Anforderungen in Dortmund ein Problem

Für Interessierte bietet die Feuerwehr Dortmund am Dienstag (23. Oktober) ab 11 Uhr im Ausbildungszentrum an der Seilerstraße 15 in Lindenhorst einen Informationstag an.

Mehr Informationen zu dem Thema und den Bericht der Ruhr Nachrichten findet ihr hier.