Steigende Infektionszahlen

Durchfall-Virus macht sich in Dortmund breit – Mittel hilft gegen Ausbreitung

Das Coronavirus verliert in NRW an Bedeutung. Auf der anderen Seite steigen die Infektionszahlen mit einem anderen Virus in Dortmund.

Dortmund – Die Corona-Maßnahmen verabschieden sich nach und nach aus Nordrhein-Westfalen. Das Virus ist zwar noch nicht weg, die Infektionszahlen und die Zahl der schweren Krankheitsverläufe sind aber so überschaubar, dass ab dem 1. Februar unter anderem die Isolationspflicht in NRW fällt. RUHR24 weiß aber, dass ein anderes Virus in Dortmund wieder an Stärke gewinnt.

Coronavirus geht, Norovirus kommt in Dortmund – steigende Infektionszahlen in der Stadt

Die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr endet zum Monatswechsel, die Quarantäne nach einer Corona-Infektion gibt es dann in NRW ebenfalls nicht mehr. Das Leben an Rhein und Ruhr gewinnt wieder an Normalität. Dies hat aber auch Schattenseiten. Wie die AOK Nordwest am Donnerstag (26. Januar) mitteilt, fördert genau diese positive Entwicklung die Verbreitung des Norovirus.

Demnach wurden laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2022 in Dortmund 278 Fälle gemeldet. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2021 waren es lediglich 192 Fälle.

„Mit der Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens hat sich die Situation nun wieder deutlich verändert, mit der Folge steigender Fallzahlen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Norovirus gilt als hochansteckend – Schmierinfektion als Krankheitsquelle

Noroviren sind hochansteckend. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) werden die Erreger massenhaft mit dem Stuhl und dem Erbrochenen ausgeschieden. Deshalb kommt es häufig zu größeren Ausbrüchen von Brechdurchfällen in Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Krankenhäusern. Die meisten Erkrankungen ereignen sich von Oktober bis März.

Die Viren werden meist als Schmierinfektion übertragen. Beim Händeschütteln und anschließendem Berühren der Hand mit dem Mund gelangt das Durchfallvirus in den Körper. Aber auch an Gegenständen wie Türklinken, Handläufen oder Armaturen haften die Erreger.

Norovirus bricht innerhalb von wenigen Stunden aus – Durchfall, Übelkeit und Fieber

Und das Virus entfaltet sich schnell im Körper. Die Infizierten merken relativ schnell, dass etwas nicht in Ordnung ist. Laut BzgA bricht die Erkrankung zwischen 6 Stunden und 2 Tagen aus. Es folgt heftiger Durchfall, Übelkeit und schwallartiges Erbrechen. Die Erkrankten fühlen sich schlapp, haben Bauch- und Muskelschmerzen, auch Fieber und Kopfschmerzen sind nicht unüblich.

Das Norovirus verursacht Erbrechen und Durchfall.

Der Durchfall sorgt für eine Dehydrierung des Körpers. Viel Trinken ist angesagt. Die Beschwerden klingen meist nach ein bis zwei Tagen vollständig ab. Jedoch bleibt der Erkrankte weiterhin ansteckend.

Bis etwa 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden werden relativ viele Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden. Aber auch bis zu 2 Wochen oder in Einzelfällen sogar noch länger können Erkrankte die Viren ausscheiden und noch ansteckend sein, schreibt die Bundeszentrale.

Was kann man gegen das Norovirus tun? Desinfektionsmittel kann Ausbreitung verhindern

Die AOK NordWest mahnt die Dortmunder zur Hygiene: „Da es keine Impfung gegen Noroviren gibt, ist es umso wichtiger, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können“, sagt Kock.

Nach einer Infektion sollte man den Kontakt zu Mitmenschen auf ein Minimum reduzieren. Weiterer Tipp: Eigene Handtücher und Hygieneartikel nutzen, wenn möglich auch eine eigene Toilette. Und: Kein Essen für andere zubereiten, weil die Erreger auch an Lebensmitteln haften bleiben können.

Händewaschen bleibt sehr wichtig, zudem empfiehlt die Krankenkasse ein wirksames Desinfektionsmittel. Das RKI setzt dabei Produkte in der Wirkkategorie „begrenzt viruzid PLUS“, die auch vor Corona-Viren schützen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt in diesem Fall, dass ein gesondertes Desinfektionsmittel erst dann eingesetzt werden sollte, wenn dies vom Gesundheitsamt oder Arzt empfohlen wurde.

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