Stadt reagiert auf Beschwerden

Lkw-Chaos an Amazon-Gelände in Dortmund: Stadt ergreift drastische Maßnahme

Auf der Brackeler Straße in Dortmund soll das Lkw-Chaos ein Ende haben.
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Auf der Brackeler Straße in Dortmund soll das Lkw-Chaos ein Ende haben.

Rund um das Amazon-Gelände in der Nordstadt von Dortmund herrscht Lkw-Chaos. Die Stadt geht jetzt mit drastischen Mitteln dagegen vor und reagiert damit auf Beschwerden.

Dortmund - Vogelwildes Parken am Straßenrand und herumirrende Lkw-Fahrer auf der Brackeler Straße - was sich zuletzt rund um das Amazon-Gelände an der Westfalenhütte in der Dortmunder Nordstadt ereignet hat, hat viele auf die Palme gebracht. Jetzt gibt es dafür eine Lösung - und die besteht aus Beton.

StadtDortmund
OrtBrackeler Straße
StadtbezirkInnenstadt-Nord

Dortmund: Chaos an Amazon-Gelände - Lkw sorgen für Gefahr auf Schnellstraße

Aber was war passiert? Konkret geht es um einen Abschnitt der Brackeler Straße in Fahrtrichtung stadtauswärts, also in Richtung Osten von Dortmund. Hier läuft der Verkehr fast wie auf einer Autobahn. Auch einen Seitenstreifen gibt es. Doch der wurde auf Höhe des Amazon-Geländes zuletzt immer häufiger von Lkw-Fahrern beparkt.

Polizei und Mitarbeiter der Stadt beobachteten sogar Lkw-Fahrer, die auf der Schnellstraße rückwärts auf den Seitenstreifen rangierten. Es kam in der Folge zu brenzligen Situationen und Verkehrsbehinderungen. Das Chaos nahm seinen Lauf. Bis zu 40 Lkw zählte die Stadt gleichzeitig auf dem Seitenstreifen in Sichtweite des Amazon-Lagers.

Lkw-Fahrer überqueren Brackeler Straße in Dortmund zu Fuß

Für zusätzliche Gefahr sollen Lkw-Fahrer gesorgt haben, die laut Stadt die mehrspurige Fahrbahn überquerten hätten, um zu Fuß zum Amazon-Gelände zu gelangen. Dabei gibt es in der Nähe eine Fußgängerbrücke über die Brackeler Straße.

Die parkenden Lkw sorgten zuletzt auch dafür, dass andere Sattelschlepper beim Auffahren auf die Schnellstraße nicht richtig beschleunigen konnten und deshalb nur sehr langsam auf die Fahrbahn fuhren. Gefahr habe zudem durch Lkw bestanden, deren Seite auf den rechten Fahrstreifen ragte.

Lockdown im Dezember könnte für noch mehr Lkw-Verkehr in Dortmund sorgen

Insgesamt also eine hochgefährliche Lage, weil auch die Sicht in der dunklen Jahreszeit nicht immer gut ist. Die Stadt musste also reagieren - zumal aufgrund des Lockdowns im Dezember mit noch mehr Verkehr rund um das Warenlager des Online-Riesens zu rechnen ist.

Amazon Dortmund gewährte am 14. November 2017 einen Einblick in sein Logistikzentrum an der Brackeler Straße / Kaltbandstraße auf der Westfalenhütte. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Der wiederum hat sich kürzlich gegenüber den Ruhr Nachrichten geäußert und angegeben, dass es nicht nur Lieferanten von Amazon seien, die für das Park-Chaos sorgten. Und: Das Phänomen mit den auf dem Seitenstreifen parkenden Lieferanten habe es auch schon in den vergangenen Jahren gegeben.

Der Online-Gigant sei sich des Problems aber bewusst, habe bereits mehr Parkplätze auf seinem Gelände zur Verfügung gestellt und Zeitslots für die Anlieferung eingeführt.

Stadt Dortmund will mit Betonwänden gegen Lkw-Fahrer vorgehen

Die Stadt Dortmund will nun mit Beton gegen die Lkw-Fahrer vorgehen. Durch sogenannte „Schutzelemente“ soll das Parken auf dem Seitenstreifen verhindert werden. Das eigentliche Problem wird die Stadt damit aber nicht lösen können. Denn die Lkw-Fahrer parken auf dem Seitenstreifen, weil auf dem Gelände der Logistikfirmen auf dem Gelände der Westfalenhütte schlicht der Platz zum Parken fehlt.

Laut Stadt liefen derzeit „forcierte“ Gespräche mit den Anliegern auf dem Logistikgelände - etwa Amazon, Decathlon oder DB Schenker. Schon jetzt stehe aber fest: Sollte sich die Lösung mit den Betonwänden bewähren, könnte sie zur Dauerlösung werden.