Was ist da denn los?

Dortmund: Besucher total irritiert – Parkbank steht direkt hinter dem Zaun

Ein Zaun vor einer Bank im Fredenbaumpark in der Nordstadt von Dortmund.
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In einem Park im Norden von Dortmund steht ein Zaun direkt vor einer Bank. Besucher sind irritiert.

In einem bekannten Park in Dortmund steht plötzlich ein Zaun direkt vor einer Parkbank. Passanten vermuten einen Schildbürgerstreich – doch die Aktion hat durchaus Sinn.

Dortmund – Wald, Wiese, eine Parkbank – und direkt davor ein langer, grüner Zaun. Über diese seltsame Konstruktion wundert sich aktuell so manch ein Besucher des Fredenbaumparks in der Nordstadt von Dortmund. Ein Fehler der Stadt? RUHR24* erklärt, was hinter dem kuriosen Bau steckt.

StadtDortmund
BezirkInnenstadt Nord (Nordstadt)
ParkFredenbaumpark

Dortmund: Besucher im Fredenbaumpark wundern sich über Zaun vor Parkbank

Ganz ohne Sinn ist der Bau im Fredenbaumpark offenbar nicht. Die Grünfläche, um die die Stadt Dortmund den Zaun hochgezogen hat, ist Teil eines Naturwettbewerbs des Bundes mit dem Namen „Naturstadt“. 25.000 Euro kassiert die Stadt Dortmund dafür.

Drei Natur-Aktionen werden von diesem Geld bezahlt. Eine davon findet auf besagter eingezäunter Grünfläche im Fredenbaumpark statt. Der Name der Fläche: „Natur ohne Mensch“.

Die Stadt Dortmund plant eine Natur-Aktion im Fredenbaumpark.

Aktuell hat der Mensch vor der eingezäunten Natur aber keine Ahnung, worum es geht. Kein Schild weist auf eine Aktion hin. Die Stadt gibt gegenüber RUHR24 an, eine Beschilderung der einzelnen Projekte werde derzeit erarbeitet.

Dortmund: Natur-Aktion im Fredenbaumpark – Fläche wird sich selbst überlassen

Mit der Teilnahme an dem Bundeswettbewerb will Dortmund mehr für seine Stadtnatur und die Insekten darin tun. Wie das im Fredenbaumpark vonstattengehen soll? Ganz einfach: durch Nichtstun. Die eingezäunte Fläche soll ein „Wildnis-Gebiet“ werden, das für Menschen unzugänglich ist. Danach wird es im Grunde sich selbst überlassen – und damit offenbar auch die verlassene Bank hinter dem Zaun.

Die Stadt will Besuchern des Parks mit der Aktion zeigen, wie sich die Vegetation auch in der Stadt natürlich entwickeln kann. Perspektivisch ist auch ein Aussichtsturm an der Wild-Fläche geplant. Später sollen unter anderem Kindergartenkinder und Schulen dort hautnah erleben können, wie die Botanik sich frei entfaltet.

Dortmund: Mehrere Natur-Aktionen – auch Insekten sollen profitieren

Die Aktion im Fredenbaumpark ist nur eine von dreien, die zum Bundeswettbewerb „Naturstadt“ gehört. Das plant die Stadt Dortmund im Fredenbaumpark außerdem:

  • Bestehende Intensiv-Rasenflächen werden mit blütenreichem Regio-Saatgut eingesät und zukünftig insektenfreundlich durch einen reduzierten und versetzten Mährhythmus gepflegt, um so wichtige Nahrungsquellen für Insekten sicherzustellen.
  • Nistplätze für Wildbienen und andere Insekten werden durch verschiedene Naturmaterialen geschaffen.
  • Ein Sandarium (Sandbeet) soll zeigen, dass der überwiegende Teil aller Wildbienen in Deutschland unterirdisch nistet und von den kommerziellen künstlichen Nisthilfen nicht profitiert.
  • Streuobstinseln mit Obst- und Nussbaumarten aus Südeuropa wie Esskastanie, Walnuss, Haselnuss, Quitte, Mirabelle, Mandel, Pfirsich, Mispel, Maulbeerbaum, Feige und Granatapfel werden angelegt und auf ihre Tauglichkeit überprüft.

Alle Aktionen sollen bis Ende 2022 umgesetzt werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.