Dortmund will neuen Radweg am Wall bauen - dafür müssen 180 Parkplätze weichen

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So soll ein Teil des Radswegs auf dem Wall auf Höhe der Olpe aussehen. Quelle: Stadt Dortmund

Dortmund/NRW - Dortmund will die katastrophalen Zustände für Fahrradfahrer auf dem Wall beseitigen. Der neue Radweg fordert allerdings Opfer im motorisierten Verkehr.

Die Stadt Dortmund will die katastrophalen Zustände für Fahrradfahrer auf dem Wall beseitigen. Der neue Radweg fordert allerdings Opfer im motorisierten Verkehr.

  • Entlang des Walls sollen etwa 180 Parkplätze dem neuen Radweg weichen - vor allem an den Parallelfahrbahnen.
  • Bis Fahrradfahrer in Dortmund den neuen Radweg nutzen können, werden aber noch Jahre vergehen.

Neuer Fahrradweg auf Wall zwischen Born- und Kleppingstraße

Mehr Platz für Fahrradfahrer bedeutet weniger Platz für den motorisierten Verkehr - jedenfalls was die Parkplätze zwischen Schwanen- und Ostwall betrifft. 180 von aktuell 780 Stellplätze sollen künftig für den Bau des neuen Radwegs zwischen Born- und Kleppingstraße wegfallen.

Die Stadt verweist gleichzeitig auf die aktuell nicht ausgelasteten Parkhäuser und Tiefgaragen, in denen 5.900 Stellplätze zur Verfügung stehen. Der Wegfall der 180 Stellplätze wäre demnach zu verschmerzen. Immerhin: Die Fahrbahnen des Schwanen- und Ostwalls bleiben unangetastet.

Klimaschützer und Radfahrer dürften sich unterdessen auf den neuen Radweg am Wall freuen. Denn bislang herrschen auf besagtem Abschnitt ungünstige Zustände. Radfahrer haben dort keine eigenständigen Radwege, werden über die Parallelfahrbahnen des Walls über die Parkplätze geführt. "Eine Optimierung ist dringend geboten", heißt es bei der Stadt.

Radwege in beide Fahrtrichtungen befahrbar

Die Pläne sehen Fahrradstraßen auf den aktuellen Nebenfahrbahnen des Walls vor, sowie eigenständige Fahrradwege. Sowohl auf der Innenseite als auch auf der Außenseite des Walls sollen Radfahrer künftig in beide Fahrtrichtungen fahren können.

3,25 Meter Fahrbahn plus 0,75 Meter Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos sollen die Radfahrer Platz bekommen auf ihrem neuen Radweg. "Gerade für schnellere und breitere Fahrräder wie Pedelecs und Lastenfahrräder sind die Breiten ein echter Gewinn“, betont Stadtrat Ludger Wilde.

Händler in Dortmund sind zufrieden

Sowohl die Händlergemeinschaft vom City-Ring als auch Anlieger vom Reinoldinum - für die zum Teil Parkplätze wegfallen - zeigen sich zufrieden. Das Projekt, so Lars Deuter, Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises, diene langfristig der Bewahrung der Schöpfung.

Damit meint Deuter die Pläne der Stadt, schädliche Emissionen durch den motorisierten Verkehr zu verringern - und am Ende einen kleinen Teil zur Abmilderung des Klimawandels zu leisten.

Bis der Zwei-Millionen-Euro-Umbau - der zu 80 Prozent durch die EU gefördert wird - startet, werden aber noch Jahre vergehen. Bevor gebaut wird, will die Stadt die Pläne der Öffentlichkeit präsentieren. Am 14. November entscheidet der Rat der Stadt dann über das Vorhaben. Der Baubeschluss ist für Mitte 2020 geplant. Gebaut werden kann der Radweg dann im Jahr 2021.

Damit könnte die Stadt Dortmund dem Ziel näher kommen, in Zukunft mit dem Fahrrad-Mekka Kopenhagen auf Augenhöhe zu sein. Dortmund will künftig jedenfalls das "Kopenhagen Westfalens" werden.