SPD-Kandidat siegt

Diese Stadtbezirke machten Thomas Westphal zum Oberbürgermeister von Dortmund

Thomas Westphal tritt am 1. November als der neue Oberbürgermeister von Dortmund an.
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Thomas Westphal tritt am 1. November als der neue Oberbürgermeister von Dortmund an.

Dortmund hat einen neuen Oberbürgermeister: Mit Thomas Westphal bleibt die SPD weiter an der Spitze der Stadt. Aber wer wählte ihn?

Dortmund - Das waren sie, die Kommunalwahlen 2020 in NRW. Mit der Stichwahl am Sonntag (27. September) steht auch der neue Oberbürgermeister von Dortmund fest: Thomas Westphal (SPD) löst Ullrich Sierau (SPD) nach elf Jahren Amtszeit ab.

PolitikerThomas Westphal
ParteiSPD
seit 2013Chef der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund
ab 1. November 2020Oberbürgermeister von Dortmund

Thomas Westphal gewinnt Stichwahl und wird neuer Oberbürgermeister von Dortmund

Es hätte ein denkwürdiger Wahlabend werden können. Am Ende setzten sich in der SPD-Hochburg Dortmund dann aber doch wieder die Sozialdemokraten durch. Um kurz nach 19 Uhr stand das Ergebnis fest: Thomas Westphal wird mit 51,97 Prozent Wählerstimmen neuer Oberbürgermeister von Dortmund. Sein Konkurrent Andreas Hollstein von der CDU scheiterte denkbar knapp. Ihn wählten 48,03 Prozent der Wähler.

Bei einer leicht gestiegenen Wahlbeteiligung von 32,6 Prozent bedeutet das konkret: 75.755 Menschen, und damit fast genau so viele Menschen wie in der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen, haben sich erneut für Thomas Westphal entschieden (mehr Artikel zu den Kommunalwahlen 2020 in NRW auf RUHR24.de).

Stichwahl in Dortmund: Thomas Westphal bekommt am Ende knapp 6.000 Stimmen mehr 

Andreas Hollstein hingegen konnte deutlich mehr Wähler als noch am 13. September für sich gewinnen. Auf ihn kamen 70.005 der Stimmen, zuvor waren es gerade mal 54.505. Fast 6.000 Stimmen mehr machten am Ende dann aber doch den Unterschied.

Zwei Aspekte waren bei der Stichwahl des neuen Oberbürgermeisters außerdem besonders interessant. So hatte die Dortmunder Grünen-Fraktion zwar kurzfristig eine Wahlempfehlung für Andreas Hollstein von der CDU ausgesprochen. Geholfen hat dem CDU-Mann das offenbar nur bedingt.

Thomas Westphal hat die Stichwahl in Dortmund mit 52 Prozent gewonnen.

Dortmund: Thomas Westphal kann in der Innenstadt Nord punkten

Denn eine Analyse der Dortmunder Statistik zeigt, dass die Wähler, die sich bei der Hauptwahl für Daniela Schneckenburger (Die Grünen) entschieden haben, ihre Stimme dieses Mal an Thomas Westphal und nicht - wie teilweise angenommen - Andreas Hollstein gegeben haben. Der große Stimmenanteil für Westphal kam hier vor allem aus der südlichen Innenstadt.

Aber nicht nur dort konnte der SPDler punkten. Laut den Ergebnissen der Dortmunder Statistik hat der 53-Jährige in der Innenstadt Nord ein um rund 30 Prozentpunkte höheres Ergebnis erzielt als noch vor zwei Wochen.

Auffällig: Insbesondere im Süden von Dortmund konnte Westphal bei der traditionell eher konservativen Klientel nicht punkten. So unterlag er in Aplerbeck, Hombruch und Hörde seinem Kontrahenten Andreas Hollstein. In Eving und der Innenstadt-Nord dagegen holte Westphal mehr als 60 Prozent der Stimmen - Rekord unter den zwölf Stadtbezirken in Dortmund. 

So wählten die Stadtbezirke bei der OB-Wahl in Dortmund:

StadtbezirkThomas Westphal (SPD)Andreas Hollstein (CDU)
Aplerbeck45,33 %54,67 %
Brackel53,13 %46,87 %
Eving60,46 %39,54 %
Hombruch45,56 %54,44 %
Hörde46,42 %53,58 %
Huckarde46,42 %41,87 %
Innenstadt-Nord64,70 %35,30 %
Innenstadt-Ost50,43 %49,57 %
Innenstadt-West55,82 %44,18 %
Lütgendortmund57,10 %42,90 %
Mengede57,86 %42,14 %
Scharnhorst56,54 %43,46 %

Thomas Westphal: Vor allem Briefwähler aus Dortmund haben den SPD-Mann gewählt

Zwar habe in der nördlichen Innenstadt die Wahlbeteiligung gerade einmal bei knapp zwölf Prozent gelegen, dafür seien jedoch zwei von drei Stimmen dort an den neuen Oberbürgermeister von Dortmund gegangen, so Statistikerin Mirjam Brondies auf einer Pressekonferenz der Stadt am Montag (28. September).

Video: CDU-Sieg in NRW – Laschet holt Schwung für Parteivorsitz

Die Analyse zeige außerdem, dass möglicherweise mehr kurz entschlossene Wähler sich am Ende für Andreas Hollstein entschieden haben. Thomas Westphal habe nämlich ganze 53 Prozent der Stimmen bekommen, die per Briefwahl im Rathaus eingegangen waren.