Höhere Kosten als erwartet

Dortmund plant millionenschweren Neubau in der City: Edel-Gebäude soll nahe der Thier-Galerie entstehen

Direkt am Wall in Dortmund soll in den kommenden Jahren dieses schicke Gebäude entstehen - die Junge Bühne.
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Direkt am Wall in Dortmund soll in den kommenden Jahren dieses schicke Gebäude entstehen - die Junge Bühne.

Die City von Dortmund wird um ein spektakuläres Gebäude reicher - in der Theorie. Jedenfalls stehen nun die Pläne für die "Junge Bühne" nahe der Thier-Galerie.

  • Am Hiltropwall in der Innenstadt von Dortmund soll ein neues, futuristisches Gebäude entstehen.
  • Das Vorhaben ist nicht neu, die Stadt plant bereits seit 20 Jahren.
  • Das neue Gebäude soll bundesweit Strahlkraft besitzen.

Dortmund - Die Kulturlandschaft in Dortmund bekommt einen neuen Leuchtturm. Direkt am Schauspielhaus - im Schatten der Thier-Galerie - entsteht in den kommenden Jahren die "Junge Bühne". Damit ändert sich das Erscheinungsbild der City ein weiteres Mal.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Stadt Dortmund Pläne für große Neubauten am U-Turm bekannt gegeben. Dort entstehen unter anderem Büros, aber auch Gastronomie.

Name

Theater Dortmund

Gründung

1904

Sparten

Oper, Ballett, Philharmoniker, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater, Akademie

Geschäftsführender Direktor

Tobias Ehinger

Dortmund: Neues Gebäude am Hiltropwall für Kinder- und Jugendtheater

Vorgesehen für den Neubau am südlichen Wall sind das Kinder- und Jugendtheater sowie das Musiktheater. Derzeit befindet sich am Ort des Neubaus das Gebäude der Jungen Oper. Das Kinder- und Jugendtheater hat seine aktuell provisorische Spielstätte an der Skellstraße in der Innenstadt-Ost.

Zwei Spielstätten sollen in dem neuen Gebäude in der City errichtet werden: eine Hauptbühne mit Zuschauerraum für circa 310 Plätze sowie eine Studiobühne mit Zuschauerraum für 140 Plätze. Außerdem sind weitere Räume geplant, etwa Probebühnen, Garderoben oder Büros.

Siegerentwurf für Neubau in Dortmund kommt aus Köln

Der Siegerentwurf für das Gebäude in der Innenstadt von Dortmund kommt aus Köln. Das Büro JSWD Architekten gewann den Architekturwettbewerb.

So sieht der Siegerentwurf für den neuen Bau am Wall aus - unten im Bild ist das Opernhaus zu sehen, mittig der quadratische Neubau der Jungen Bühne.

Besonders gefallen hat der Jury bei der Auswahl, dass "der Siegerentwurf städtebaulich überzeuge, indem er historische Sichtachsen respektiere und dem Stadtraum eine neue Prägnanz gebe, die sich sinnvoll aus dem Bestand entwickle."

Gebaut werden soll ein quadratischer, gläserner Kubus - ähnliches kennt man in Dortmund bereits vom Neubau des Messe-Foyers. Der Kubus am Hiltropwall soll dagegen nicht als freies Gebäude entstehen, sondern wird auf einen Teil des bereits bestehenden Schauspielhauses aufgesetzt.

Dortmund: Bühnen in Neubau für Theater übereinandergestapelt 

Besucher sollen künftig über den Haupteingang am Hiltropwall über eine "skulpturelle Freitreppe" an Kasse und Garderobe vorbei zur Studio- und weiter zur Hauptbühne geführt werden. Die beiden Bühnen und die Proberäume sind übereinander gestapelt.

Ganz neu sind die Pläne für das Gebäude allerdings nicht. Seit 20 Jahren denkt die Stadt darüber nach. Zunächst hatten die Planer geprüft, die neue Spielstätte in bestehende Gebäude wie etwa das Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt von Dortmund zu integrieren. Am Ende aber stellte sich ein Neubau direkt am Haupthaus des Theaters Dortmund als nicht teurer heraus, als eine Integration des Kinder- und Jugendtheaters in ein bestehendes Gebäude.

Dortmund rechnet mit höheren Kosten, als zunächst gedacht

Jetzt wird das Vorhaben konkret - allerdings werden die ursprünglich 2014 geplanten Kosten steigen. Rechnete die Stadt einst mit 17 Millionen Euro, sollen die Kosten nun laut Stadtdirektor Jörg Stüdemann bei 30 bis 35 Millionen Euro liegen.

Laut Tobias Ehinger, dem geschäftsführenden Direktor des Theaters Dortmund, soll sich die Investition lohnen. Er bezeichnet den Neubau als "ein Vorhaben von großer kulturpolitischer Bedeutung und ein starkes Signal innerhalb der bundesdeutschen Kulturlandschaft." Ähnliche Töne erklingen über die Pläne rund um die Industriebrache der Kokerei Hansa in Dortmund - hier soll ebenfalls für zig Millionen ein neues Quartier mit Hansaplatz und Wolkenspielplatz entstehen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau kommt dabei regelrecht ins Schwärmen und spricht von einem "weltweit einmaligen Meilenstein", der die Stadt aber auch das ganze Ruhrgebiet entscheidend nach vorne bringen soll. 

Stadt Dortmund verhandelt nun über Pläne für Neubau

Nun, wo die ersten Pläne für den Neubau stehen, folgen die Verhandlungen der Stadt Dortmund und die Detail-Planungen mit den Architekten. Die Beauftragung des Büros soll dann Anfang 2021 erfolgen - sofern der Rat der Stadt zustimmt. Bis das neue Gebäude steht, können also noch einige Jahre verstreichen.

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