Nächste Neonazi-Demo in der Dortmunder Nordstadt: "Das war uns im Vorhinein klar"

Neonazis bei einer Demonstration in Dortmund-Dorstfeld. Foto: Ruhr24
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Neonazis bei einer Demonstration in Dortmund-Dorstfeld. Foto: Ruhr24

Dortmund/NRW - Neonazis in Dortmund planen ihre nächste Demo in der Nordstadt. Für die Polizei ist das die erwartete Reaktion nach ihrer Graffiti-Aktion. Hier die Infos.

Dortmunder Rechtsextreme stehen für die nächste Demo in der Nordstadt in den Startlöchern. Für die Polizei in Dortmund ist das die erwartete Reaktion der Neonazis nach der polizeilich-städtischen Graffiti-Aktion in Dorstfeld.

  • Rechtsextreme fürchten, dass die Polizei in Dortmund ihre Arbeit vernachlässigt.
  • Eine Demo ist für Freitag in der Nordstadt angemeldet.
  • Polizeipräsident Lange spricht von "Null Toleranz" gegen Neonazis.

Rechtsextreme wollen am Freitag in Dortmund Demo abhalten

Die Demo der Dortmunder Rechtsextremen ist für kommenden Freitag (20. September) angesetzt - also eine Woche nach der letzten Demo in der Nordstadt (Lest hier das Fazit zur Demo) . An diesem Tag findet auch der weltweite Klimastreik von Fridays for Future statt (RUHR24 berichtet im Live-Ticker). Viel Arbeit für die Polizei also.

Derzeit wird die Versammlungsanmeldung von der Polizei geprüft, ein Ort der Demo ist bislang unklar. Im Raum steht ein Demonstrationszug, der um 19.30 Uhr am Hauptbahnhof-Nordausgang beginnt und durch das Nordmarkt-Viertel ziehen soll.

Erwartet hatten die Ordnungshüter, dass die Rechtsextremen nach der Graffiti-Aktion in der Dorstfelder Emscherstraße wütend sein würden. Immerhin hatte es die Polizei gewagt, schwarz-weiß-rote Bemalung und den Spruch "Nazi-Kiez" übersprühen zu lassen.

Neonazi-Wand übersprüht

Im Nachgang ließ die Polizei die symbolträchtige Wand bewachen, was die Neonazis wiederum zur Annahme führte, die Ordnungskräfte würde nun ihre Arbeit in sozialen Brennpunkten vernachlässigen - etwa in der Nordstadt.

Dass die Zahl der Straftaten aber nicht steigt, weil die Polizei sich auf die Rechtsextremen versteift, will die Polizei mit Zahlen untermauern. "In Wahrheit gehen die Straftaten in der Nordstadt seit mehreren Jahren deutlich zurück!", heißt es in einer Mitteilung von Dienstag.

Zur Veranschaulichung liefert die Polizei die entsprechenden Statistiken mit. Und die zeigen: Gab es 2014 noch 17.441 Kriminalfälle in der Nordstadt, waren es 2018 nur noch 11.849. Von Januar bis Juli 2019 gab es 6082 Kriminalfälle - was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch eine sinkende Tendenz zeigt.

"War uns im Vorhinein klar"

Unterdessen zeigt sich die Polizei Dortmund unbeeindruckt vom aktuell wütenden Demonstrieren der Rechtsextremen. "Uns allen - Stadt, Bürgern und Polizei - war im Vorhinein klar, dass der 'Graffiti-Einsatz' zu Reaktionen der rechtsextremen Szene führen wird", schreibt Polizeipräsident Gregor Lange in einer Stellungnahme.

Abschließend versichert Dortmunds Polizei-Chef: "Die Dortmunder Polizei wird weiter dafür sorgen, dass die deutsche Rechtsordnung auch gegen Parallelgesellschaften von Neonazis mit Null Toleranz durchgesetzt wird." Geplant ist zum Beispiel ab 2020 eine Videoüberwachung in Dortmund-Dorstfeld.

Derweil erklärte Innenminister Horst Seehofer, während einer Pressekonferenz dass er sich "wundere", dass Parteien wie die NPD nicht längst verboten seien.