SOKO Rechts ermittelt

Dortmund: Neonazis bedrohen Wahlkampf-Aktion – die Grünen reagieren

Rechtsextremisten haben offenbar eine Plakatier-Aktion der Grünen in Dortmund-Dorstfeld massiv gestört. Die Polizei macht eine Ansage.

Dortmund – In Nordrhein-Westfalen wird 2022 ein neuer Landtag gewählt*. Vor dem Wahltermin am 15. Mai werden – wie üblich – im ganzen Bundesland Wahlplakate aufgehängt. In Dortmund* ist es dabei zu Problemen mit Rechtsextremisten gekommen, weiß RUHR24*.

StadtDortmund
VorfallStörung einer Plakatier-Aktion in Dorstfeld
AnlassLandtagswahl in NRW 2022

Dortmund: Neonazis stören Plakatier-Aktion der Grünen in Dorstfeld – ein Täter gefasst

Wie die Polizei Dortmund berichtet, seien in der Nacht zu Samstag (2. April) mehrere Rechtsextremisten gegen 23.50 Uhr auf dem Wilhelmplatz im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld durch aggressives Verhalten aufgefallen. Sie hätten eine dortige Plakatier-Aktion gestört.

Vor Ort hätten die Beamten einen 29-jährigen rechtsradikalen Intensivtäter antreffen und kontrollieren können. Die SOKO Rechts ermittelt nun die Hintergründe und fahndet nach den Mittätern. Man gehe von einem schnellen Fahndungserfolg bei den verbleibenden Tätern aus, so Polizeipräsident Gregor Lange.

Dortmund: Rechtsextremisten umstellen Fahrzeug von Plakatier-Team der Grünen in Dorstfeld

Lange macht zudem deutlich, dass man derartige Einschüchterungen und Störungen mit Blick auf die anstehende Landtagswahl nicht zulassen werde. „Die Nichtteilnahme der rechtsextremistischen Kleinstpartei ‚Die Rechte‘ an der Landtagswahl führt offensichtlich zu einem starken Frust bei deren Anhängern, der Auslöser für dieses nicht tolerierbare Verhalten sein kann“, so Lange (mehr News aus Dortmund* bei RUHR24).

Man werde entschlossen vorgehen, nicht nur in Dorstfeld seien dazu verdeckte und uniformierte Polizeikräfte im Einsatz. Zudem werde man den Vorfall auf dem Wilhelmplatz in das laufende Gerichtsverfahren zur geplanten Videoüberwachung in Dortmund-Dorstfeld* aufnehmen.

Die Störung der Plakatier-Aktion richtete sich offenbar gegen ein Team der Grünen. Der Kreisverband Dortmund äußerte sich am Sonntagmorgen (3. April) zu den Geschehnissen in der Nacht zu Samstag. „Das Fahrzeug wurde umstellt, es wurde gegen das Fahrzeug getreten, die Türen aufgerissen und in das Fahrzeug geleuchtet und gefilmt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Grüne in Dortmund nach Bedrohung durch Neonazis: „Wir machen weiter“

Durch Einschüchterungsversuche wie diese würden Nazis immer wieder versuchen, Raum in der Stadt für sich zu reklamieren und demokratisches Engagement für eine offene Gesellschaft zurückzudrängen, so Michael Röls, Sprecher der Dortmunder Grünen und Landtagskandidat im Wahlkreis Dortmund I.

Neonazis haben eine Plakatier-Aktion der Grünen in Dortmund-Dorstfeld gestört. Symbolfoto

Den Wahlkampf werde man ungeachtet des Zwischenfalls fortführen. „Für uns ist klar: Wir lassen uns nicht einschüchtern und machen weiter. (...) Davon werden uns keine Drohgebärden abhalten“, so Röls. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/IMAGO