Bild: Ruhr24

Ende November 2018 hat die Polizei Steven F. festgenommen, am Donnerstag (29. März) begann der Prozess. Während der Gerichtsverhandlung gegen den Neonazi aus Dortmund kam es zu tumultartigen Szenen. Der Hauptzeuge soll aus Angst nicht erschienen sein.

Gefährliche Körperverletzung, antisemitische Bedrohungen, Beleidigungen und Raub: Die Liste der Verfahren gegen Steven F. aus Dorstfeld ist lang. Der 24-jährige Neonazi soll im Stadtteil Dortmund-Marten gemeinsam mit anderen Mittätern versucht haben, ein „Klima der Angst“ zu verbreiten. Am 29. November hat ihn die Polizei in der Dortmunder Emscherstraße festgenommen.

Nachdem bereits seine Verhaftung im Herbst für Wirbel gesorgt hatte – rund 100 Neonazis demonstrierten in Dortmund-Marten -, verlief auch der Prozessbeginn am Donnerstag (29. März) nicht reibungslos.

Richterin setzt drei Neonazis vor die Tür

Wie der WDR berichtet, sind zum Prozessauftakt sowohl Anhänger der rechten als auch der linken Szene erschienen. Bereits vor dem Gerichtssaal mussten Justizbeamte beide Gruppen trennen.

Auch drinnen wurde die Situation nicht besser: Demnach soll die Richterin während des Prozesses drei Neonazis wegen ständiger Störungen vor die Tür gesetzt haben.

Während der Verhandlung gestand Steven F. einen Teil der Vorwürfe – wie zum Beispiel einen Vorfall im Oktober 2016. Dabei hat er mit einer Gruppe Neonazis zwei „ausländisch aussehende“ Personen provoziert und angegriffen. Das berichten die Ruhr Nachrichten.

Hauptzeuge kommt aus Angst nicht ins Gericht

Hauptsächlich steht Steven F. jedoch aus einem anderen Grund vor Gericht. Auf einer Kirmes in Lütgendortmund soll er im August 2018 einen Gast geschlagen, beschimpft und anschließend sein Handy gestohlen haben.

Der Angeklagte streitet den Raub jedoch ab. Der Hauptbelastungszeuge kam nicht zum Gerichtstermin – und hatte das sogar vorher angekündigt. Dabei hatte er angegeben, aus Angst gar nicht erst erscheinen zu wollen.

Rechte Medien sprechen von „übereifrigem Justizbeamten“

Laut rechten Medien soll es vor allem beim Einlass in den Sitzungssaal zu Rangeleien und „verbalen Scharmützeln“ gekommen sein, sodass die Polizei anrücken musste.

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Weiterhin sollen vier rechte Prozessbesucher wegen der Provokation anderer Zuschauer dem Saal verwiesen worden sein. Die Rede ist von einem „übereifrigen Justizbeamten“ und „ggf. sogar strafbaren Handlungen“ – Beschwerden seien in Arbeit.