Hunderte Rechtsextremisten

Dortmund: Nazi-Großaufmarsch beendet – Polizei zieht erste Bilanz

Nach dem Tod des bekannten Neonazis Siegfried Borchardt planen Neonazis aus ganz Deutschland einen Trauermarsch durch Dortmund. Auf der Route soll es Gegenprotest geben.

Update, Samstag (9. Oktober), 18.23 Uhr: Dortmund – Wie die Polizei Dortmund mitteilt, ist der Nazi-Aufmarsch nun offiziell beendet. Insgesamt sollen rund 480 Teilnehmern an der rechtsextremen Versammlung teilgenommen haben. Der Veranstalter hatte 250 Teilnehmer für die Demo angemeldet, doch „diese Zahl war von vornherein unrealistisch“, so eine Polizeisprecherin gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Dennoch seien sowohl die Kundgebung als auch die zahlreichen Gegenveranstaltungen weitgehend friedlich und störungsfrei verlaufen, heißt es vonseiten der Dortmunder Polizei. Auch die Straßensperrungen konnten inzwischen wieder aufgehoben werden. Die Rheinische Straße ist jetzt zwischen Westentor und Ottostraße wieder in beide Richtungen befahrbar.

StadtDortmund, NRW
AnlassNeonazi-Aufmarsch
DatumSamstag (9. Oktober), 14 Uhr

Nazi-Aufmarsch in Dortmund in Dorstfeld angekommen – Gegenproteste entlang der Strecke

Update, Samstag (9. Oktober), 17.25 Uhr: Der Neonazi-Marsch in Dortmund ist an ihrem Zielort in der Emscherstraße in Dortmund-Dorstfeld angekommen. Hier soll nun noch eine Abschlusskundgebung vor dem Haus, wo SS-Siggi bis zu seinem Tod gewohnt hat, stattfinden.

Nach ersten Einschätzungen der Polizei sei der Trauermarsch in Gedenken an den Neonazi Siegfried Borchardt sowie die Gegenproteste bislang friedlich verlaufen. Doch auch in der Nähe der Emscherstraße haben sich aktuell noch Gegendemonstranten versammelt.

Bei dem Nazi-Aufmarsch in Dortmund hat sich Gegenprotest formiert.

Nazi-Demo durch die Dortmunder Innenstadt startet mit Verspätung

Update, Samstag (9. Oktober), 16.45 Uhr: Demo-Teilnehmende sowie Polizei befinden sich mittlerweile auf direktem Wege nach Dorstfeld. Der Wall sowie der Bereich vor dem Dortmunder Hauptbahnhof sind jetzt wieder frei. Die Rheinische Straße ist derweil noch gesperrt. Außerdem fahren die Stadtbahnen U43 und U44 zwischen Innenstadt und Dorstfeld nicht.

Der Nazi-Aufmarsch war an der Kreuzung Westentor auf zahlreiche Gegen-Demonstranten gestoßen. Die Polizei schirmte den Gegenprotest ab.

Update, Samstag (9. Oktober), 15.42 Uhr: Der Nazi-Marsch durch die Innenstadt von Dortmund hat gerade eben begonnen. Der Start der Demo hat sich nach hinten verschoben, weil die Durchsuchung der Teilnehmer mehr Zeit in Anspruch genommen habe, teil die Polizei mit. Der Wall wurde zwischen Dortmund Hauptbahnhof und Rheinischer Straße bereits in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

Update, Samstag (9. Oktober), 14.30 Uhr: Die Versammlung der Neonazis in Dortmund hat begonnen. Laut Angaben der Polizei haben sich bereits rund 300 Teilnehmende im Bereich der Katharinentreppe (gegenüber des Hauptbahnhofs) versammelt. Von dort aus wollen die Rechtsextremen am heutigen Samstag ihren Trauermarsch in Gedenken an Siegfried Borchardt starten.

Nazi-Demo durch Dortmund: In der Innenstadt drohen Staus

Die Route hatte die Polizei am Freitag bekannt gegeben. Sie soll über die Rheinische Straße nach Dorstfeld führen. Es müsse mit Einschränkungen im ÖPNV sowie im Straßenverkehr gerechnet werden. Laut Verkehr NRW staut es sich bereits jetzt auf dem Hohen Wall in Richtung des Hauptbahnhofs. Reisende sollten für ihre Anfahrt mehr Zeit einberechnen.

Ursprungsmeldung, Freitag (8. Oktober): Der Tod des vielfach vorbestraften Rechtsextremen Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt schwächt die Neonazi-Szene in Dortmund weiter. Sie nutzt den Anlass für einen Trauermarsch durch Dortmund. Die Polizei hat jetzt die Route durch die Innenstadt bekannt gegeben. Die Antifa kündigt Gegenprotest an.

Dortmund: Neonazi-Demo nach Tod von Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt – Polizei gibt Route bekannt

Die rund 250 erwarteten Neonazis dürfen demnach erneut gut sichtbar mitten durch die Innenstadt von Dortmund laufen. Bereits 2018 marschierten die Rechtsextremen über die Rheinische Straße. Dort soll auch am Samstag ab 14 Uhr (9. Oktober) der Aufzug entlangführen. Der genaue Startpunkt der mit strengen Auflagen versehenen Versammlung ist nicht bekannt.

Anschließend soll der Trauermarsch in Gedenken an den vielfach vorbestraften Neonazi Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt über die Dorstfelder Brücke im Unioviertel und den Dorstfelder Hellweg zum Wohnhaus der Rechtsextremen an der Thusneldastraße in Dorstfeld führen (siehe Karte).

Das Zusammentreffen von Linken, Rechtsextremen und der Polizei sorgt immer wieder für Gewaltausbrüche. Anfang Mai 2021 eskalierte eine Antifa-Demo in Dortmund-Dorstfeld. Erst kürzlich war ein Demozug auf der Rheinischen Straße von mutmaßlich Rechtsextremen angegriffen worden.

Neonazi-Marsch durch Dortmund: Antifa kündigt massiven Gegenprotest an

Auch gegen den Aufzug der Rechtsextremen am Samstag in der Innenstadt mobilisiert die Antifa Dortmund bereits. Auf ihrem Portal kündigen die Linksextremen an, den Neonazis am Wochenende keine Ruhe lassen zu wollen.

Die Antifa kündigt „entschlossenes Vorgehen gegen Nazis“ an und plant außerdem, den Trauermarsch am Samstag zu stören. Um 13 Uhr soll vor dem Unique Hotel am Westentor zudem eine Kundgebung stattfinden.

Nazi-Demo Dortmund am 14. April 2018.

Polizei Dortmund bereitet sich auf Nazi-Aufmarsch und „mehrere Gegenveranstaltungen“ vor

Laut Polizei Dortmund liegen nach eigenen Angaben bereits „mehrere Anmeldungen für Gegenveranstaltungen“ vor. Die Behörde kündigt an, die Versammlung der Rechten am Samstag mit „einer großen Anzahl von Einsatzkräften“ zu begleiten.

Es gelte, friedliche Demonstrationen zu schützen und uneingeschränkte Pressefreiheit zu gewährleisten. Man werde jedoch „mit aller gebotenen Konsequenz gegen Straftäter einschreiten“, kündigt die Polizei Dortmund an.

DSW21 erwartet „bis in den Abend hinein“ Probleme bei der Stadtbahn in Dortmund

Die DSW21 rechnet bereits ab Samstagmittag mit „spürbaren Einschränkungen im Bus- und Stadtbahnverkehr“. Dies sei vor allem in den Bereichen Innenstadt, Dorstfeld und Marten der Fall (alles News aus Dortmund auf RUHR24 lesen).

Nach Angaben der Verkehrsbetriebe seien „Beeinträchtigungen durchaus bis in die frühen Abendstunden hinein möglich“. Besonders betroffen sind nach Angaben der DSW21 diese Stadtbahn-Linien im Westen von Dortmund:

  • U43 (ab/bis Dorstfeld)
  • U44 (ab/bis Marten)

Die Rheinische Straße sowie der Dorstfelder Hellweg werden nach Angaben der Polizei zudem vorübergehend für den Straßenverkehr gesperrt. Informationen zum Aufzug soll es über die Social-Media-Kanäle der Polizei geben.

Für Anwohner ist ab Samstag, 10 Uhr, außerdem ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter 0231/132 5555 zu erreichen ist.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch

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