„SS-Siggi“ ist gestorben

Neonazi Siegfried Borchardt mit 67 Jahren in Dortmund gestorben

Siegfried Borchardt, Kopf der Neonazi-Szene in Dortmund, soll am Wochenende im Alter von 67 Jahren gestorben sein. Das gab die rechtsextreme Kleinstpartei „Die Rechte“ am Sonntag (3. Oktober) bekannt.

Dortmund – Der vielfach vorbestrafte Siegfried Borchardt erlangte unter dem Namen „SS-Siggi“ über die Stadtgrenze von Dortmund hinweg Bekanntheit. Er gründete 1982 den rechtsextremen BVB-Fanclub „Borussenfront“, die später verbotene „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ und saß 2014 sogar kurz im Dortmunder Stadtrat.

NameSiegfried Borchardt
SpitznameSS-Siggi
StadtDortmund, NRW
Todestag3. Oktober 2021

Dortmund: Neonazi Siegfried Borchardt soll mit 67 Jahren gestorben sein

Bereits ab Ende der 80er-Jahre wurde Borchardt mehrfach zu Haftstrafen verurteilt, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Zuletzt attackierte Borchardt 2019 in Dortmund einen Vertreter der linken Szene (25) mit seinem Gehstock an der U-Bahnstation „Unionstraße“. Die Polizei nahm ihn daraufhin erneut fest.

2014 wurde Borchardt als Vertreter der Kleinstpartei „Die Rechte“ in den Dortmunder Stadtrat gewählt. Er gab seinen Posten jedoch nach nur wenigen Wochen wieder ab. Bereits damals gab er unter anderem gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug an. Wie jetzt bekannt wurde, soll Borchardt nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt verstorben sein.

Siegfried Borchardt 2014 im Dortmunder Stadtrat.

„Die Rechte“ machte den Tod von „SS-Siggi“ am Sonntag auf Telegram öffentlich. Er wurde demnach 67 Jahre alt. Nach dem Wegzug von Neonazi Michael Brück nach Chemnitz verliert die rechtsextreme Szene in Dortmund mit Siegfried Borchardt eine weitere Szene-Größe. Politik, Polizei und Vereine setzen sich seit Jahren dafür ein, die Neonazi-Szene aus Dortmund zu verdrängen.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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