Verhandlung im FZW

Neonazi-Prozess in Dortmund gestartet – und gleich wieder abgebrochen

Zehn Neonazis müssen sich in Dortmund wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Der Prozess findet an einem ungewöhnlichen Ort statt – und wird gleich wieder unterbrochen.

Dortmund – Drei Jahre, nachdem zehn mutmaßliche Neonazis eine antisemitische Parole bei einer Demo in Dortmund skandiert hatten, müssen sie sich jetzt vor Gericht verantworten. Wirklich in Schwung kommt der Prozess am Montag (25. Oktober) jedoch nicht.

Dortmund: Neonazi-Prozess im FZW gleich wieder unterbrochen

Denn laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) wird im Freizeitzentrum West (FZW) in Dortmund zu Prozessbeginn nicht mal die Anklageschrift verlesen. Grund ist ein Gerichtsfehler, berichtet der Spiegel. Denn nicht alle der rund 20 Verteidiger hatten vorab das Videomaterial erhalten, das der Journalist Robert Rutkowski unter anderem bei dem Neonazi-Umzug im September 2018 in Dortmund-Marten aufgezeichnet hatte.

Darauf zu sehen: ein Fahnenumzug der Neonazis mit Pyrotechnik. Zu hören ist die Parole, wegen der sich die mutmaßlichen Rechtsextremen nun in Dortmund verantworten müssen: „Wer Deutschland liebt, ist Antisemit.“ Das Video hatte nicht nur in Dortmund, sondern international für Bestürzung gesorgt und eine große Debatte ausgelöst.

Der Spruch ist bei Demos in Dortmund mittlerweile verboten. Welche Folgen er für die zehn Angeklagten haben wird, soll sich in den kommenden Verhandlungstagen im FZW herausstellen. Den Beteiligten drohen zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft. Am 8. November (Montag) soll der Prozess weitergehen. RUHR24 mit DPA-Material.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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