Nazi-Laden von "Thor Steinar" in Dortmunder Innenstadt eröffnet: Stadt schaltet sich ein

Die Marke Thor Steinar ist bei Nazis beliebt. Foto: Bernd von Jutrczenka dpa
+
Die Marke Thor Steinar ist bei Nazis beliebt. Foto: Bernd von Jutrczenka dpa

Dortmund/NRW - Seit Donnerstag gibt es in der Dortmunder Innenstadt einen Shop der Nazi-Marke "Thor Steinar". Nach vielen Reaktionen hat sich die Stadt eingeschaltet.

Seit Donnerstag (29. August) befindet sich in der Dortmunder Innenstadt ein Modegeschäft der vor allem bei Nazis beliebten Marke "Thor Steinar". Nach vielen Reaktionen hat sich nun die Stadt eingeschaltet.

  • Der Shop der Marke "Thor Steinar" wurde am Donnerstag in Dortmund eröffnet.
  • Die Marke ist bei Nazis sehr beliebt.
  • Die Stadt teilt mit, dass die zuständigen Ämter bereits eingeschaltet seien.

Wie der Kleidungshersteller "Thor Steinar" auf seiner Internetseite mitteilt, hat die neue Filiale am Brüderweg 15 in der Innenstadt von Dortmund seit Donnerstag geöffnet. Eine Shop-Eröffnung, die nicht überall für Begeisterung sorgt.

Mittlerweile will der Vermieter den "Thor Steinar"-Laden in Dortmund wieder loswerden.

"Thor Steinar" bei Nazis sehr beliebt

Immerhin wird die Marke vor allem von Nazis getragen. Auch den Betreibern von "Thor Steinar" werden Kontakte zur rechten Szene nachgesagt. Das Logo des Labels ähnelt außerdem einer Wolfsangel, die in der Zeit des Nationalsozialismus das Kennzeichen der Schutzstaffel (SS) war.

Das Geschäft in Dortmund, das mit dem Namen "Tønsberg" eröffnet wurde, ist zurzeit die einzige Filiale in ganz Westdeutschland. Zuletzt wurde ein Laden der Nazi-Marke in Essen geschlossen. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, hatte es dort immer wieder Proteste gegen die "Thor Steinar"-Filiale gegeben.

+++ Kommentar: Videoüberwachung der Neonazis in Dorstfeld ist gut gemeint – geht aber zu weit +++

In den sozialen Netzwerken löste das neue Modegeschäft in Dortmund mit deutlichem Hang zur rechten Szene viele Reaktionen aus. Während auf der rechtsextremen Seite Dortmundecho mit "Schöner leben mit Naziläden" getitelt wurde, kommt bei einigen antifaschistischen Gruppen Unmut auf. Zu einem Angriff auf den "Thor-Steinar"-Laden in Dortmund ist nun ein Bekenner-Video der Antifa aufgetaucht.

"Kein Bock auf Nazi-Läden in Dortmund"

"Wir haben kein Bock auf Nazi-Läden in unserer Stadt", schreibt die Autonome Antifa 170 auf Twitter und ruft zur gemeinsamen Kundgebung am Montag (2. September) auf. Auch BlockaDo hat zu einer Demonstration am Montag (21. Oktober) vor dem Geschäft aufgerufen.

Mean Streets Antifa DO twittert außerdem Bilder von dem "Tønsberg"-Laden am Brüderweg und schreibt: "Versteckt in einem Hinterhof werden jetzt #Nazis aus ganz Westdeutschland Naziklamotten kaufen." Gleichzeitig appelliert man an die Stadt Dortmund, ob sie dagegen nicht etwas unternehmen wolle.

Öffnen auf twitter.com

Und tatsächlich. Die Stadt Dortmund hat mittlerweile reagiert und veröffentlichte auf Twitter einen Post mit dem Hinweis, dass Dortmund eine "tolerante, vielfältige und weltoffene Stadt" sei.

Stadt Dortmund schaltet sich ein

"Die zuständigen Ämter sind eingeschaltet und gegen die missbräuchliche Nutzung des Stadtwappens wird bereits vorgegangen", heißt es in dem Tweet weiter. Hierbei handelt es sich um das Wappen der Stadt Tønsberg in Norwegen, dass die Marke "Thor Steinar" in ihrem Logo für das Geschäft in Dortmund verwendet.

Hinter der Marke steckt allerdings die deutsche Firma Mediatex GmbH. Das Tragen von "Thor-Steinar"-Kleidung ist unter anderem in einigen Fußballstadien in Deutschland untersagt.

Ob und wie schnell die Stadt etwas gegen den Nazis beliebten Klamottenladen unternehmen wird, ist bislang nicht klar. Das Projekt Dorstfelder Quartiersdemokraten schlägt vor, Aufklärungsarbeit zu betreien, um "eine kritische Diskussion über rechtsextreme Geschäfte zu fördern."