Junge Menschen

Dortmunder Nachtleben wie in Amsterdam? Westphal verrät kuriose Pläne

Dortmunds OB Thomas Westphal will das Nachtleben der NRW-Großstadt an Amsterdam orientieren. Reicht das Geld? Da ist sich der SPD-Politiker nicht ganz sicher.

Dortmund – Amsterdams Nachtleben hat mit jenem in Dortmund in etwa so viel zu tun, wie die Champs Élysées mit dem Westenhellweg. Im Grunde nicht vergleichbar. Dennoch will Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) sich etwas aus Hollands Millionen-Metropole abschauen.

NameThomas Westphal
Geboren22. Februar 1967 (Alter 54 Jahre), Lübeck
ParteiSPD

Dortmund nimmt sich Amsterdam als Vorbild – Nachtleben in der Kritik

Dortmunds Stadtoberhaupt hatte kürzlich in einem Talk mit dem Verbund der sozialkulturellen Migrantenvereine in Dortmund (VMDO) Stellung zu angeblich mangelndem Angebot für Jugendliche in Dortmund genommen. In Scharnhorst, so der VMDO, sei das zum Beispiel so. Westphal sagte zunächst, dass Jugendliche gerne auf der Straße seien. „Das ist ein Großstadt-Thema“.

Dortmunds Oberbürgermeister wolle keine „Stubenhocker“, allerdings frage er sich, ob man in Dortmund Räume schaffen könne, wo sich Jugendliche ungestört treffen und auch mal laut sein könnten – und vor allem: die sie selbst gestalten könnten.

Amsterdam als Vorbild für Dortmund: Kommen bald „Volunteers“ fürs Nachtleben?

In diesem Punkt wolle sich Westphal an der niederländischen Party-Hochburg Amsterdam orientieren. Dort gebe es Volunteers, die keine Ordnungskräfte seien, sondern Ansprechpartner – mit einer sozialpädagogischen Ausbildung. „Die große Frage ist: Können wir uns sowas leisten? Das wird gerade geprüft“, so Westphal.

In Dortmund-Scharnhorst gibt es laut Kritikern zu wenige Angebote für Jugendliche.

Ganz neu ist der Ansatz in Dortmund nicht. Seit kurzem gibt es einen „Nachtbeauftragten“ für die Stadt, Christoph Stemann. Auch er soll als Ansprechpartner für die Nacht-Szene dienen. Doch ganz alleine ist es schwer vorstellbar, dass der frühere DJ das schaffen kann. Es müsste schon eine ganze Armada an Volunteers her.

Thomas Westphal will Hinter- und Innenhöfe in Dortmund neu gestalten

Und so will Thomas Westphal den Fokus auf die einzelnen Dortmunder Quartiere richten, dort Vereine stärken. Dann wird er konkret: „Wir möchten Hinter- und Innenhöfe neu gestalten, damit sich Menschen da wieder mehr begegnen, zusammenkommen – und auch mal feiern.“ Fragt sich nur, wie das dann die Bewohner der Hinterhöfe so finden.

Rubriklistenbild: © Sebastien Bozon/AFP, Jonas Güttler/DPA; Collage: RUHR24