Alarmstimmung um die City

Dortmund: Die schönere Innenstadt hat Münster – doch das soll sich ändern

Münster hat die bessere Innenstadt als Dortmund, oder? Die Frage ist unangenehm und aus diesem Grund muss sich jetzt aus Sicht der CDU etwas ändern.

Dortmund – Münster oder Dortmund? Das ist eine Frage, die sich zahlreiche Menschen im östlichen Ruhrgebiet und Ostwestfalen am Wochenende stellen. Nicht selten fällt die Wahl wohl gegen die Ruhrgebietsmetropole aus. Das hat seine Gründe, meint CDU-Politiker Jendrik Suck.

StadtDortmund
PolitikerDr. Jendrik Suck (CDU)
ThemaZukunft der Innenstadt

Dortmund: Wie schafft man Erlebnisse, damit die Menschen in die Innenstadt gehen?

In einem Gespräch mit RUHR24 legt der Fraktionsvorsitzende der CDU Dortmund den Finger in die Wunde. Stadt und Wirtschaftsförderung haben im Zuge der Online-Befragung zur Dortmunder City ein schlechtes Arbeitszeugnis erhalten. Aus dem Grund sei es nun höchste Zeit, konkrete Ziele für die Zukunft der Innenstadt zu benennen – das soll gemeinsam mit den dafür zuständigen Fachausschüssen realisiert werden.

Die Möglichkeiten aus Sicht von CDU-Politiker Jendrik Suck sind: Alternativer Einzelhandel und Gastronomie, alternative Nutzung von Immobilien und neue Ideen wie Wohnen in der Innenstadt. Einfache Begrünungen und hin und wieder Veranstaltungen reichen aus seiner Sicht nicht aus.

Dortmund: Was macht eine Innenstadt lebenswert und so attraktiv? Und warum ist Münster erfolgreich?

Beim Thema Einzelhandel sieht es in der Stadt Dortmund doch ganz gut aus, oder? Könnte man meinen. Allerdings muss man sich hier die unangenehme Frage stellen, warum es inhabergeführte Geschäfte so schwer haben. Aus Sicht von Jendrik Suck gleichen sich die Innenstädte im Ruhrgebiet zunehmend – es gibt Ketten und wenig Individualität. Zudem hat auch die Corona-Krise das Problem für Innenstädte vergrößert.

Ein identisches Phänomen kann man auch für die Gastronomie beobachten. So lässt sich Dortmund abhängen, vor allen Dingen von Münster, wo es mehr Individualität gibt.

Eine Möglichkeit gegen den Leerstand wäre eine alternative Nutzung von Immobilien. Es hilft ein Blick in Dortmunds Nachbarstadt Bochum. Dort hat die Ruhr Universität Immobilien angemietet und hält dort Veranstaltungen ab. Das wäre doch, so Jendrik Suck, auch eine Maßnahme für Dortmund. Man müsse mit den Inhabern der Immobilien sprechen. Doch da bewege sich zu wenig.

Dortmund: Auch die Nachbarstadt Bochum hat eine Idee, um den Leerstand zu besiegen

Eine weitere Art und Weise, Leerstand zu verringern, wären alternative Wohnkonzepte. Sowohl die ältere als auch die jüngere Generation könne doch von einer Wohnsituation in der Innenstadt profitieren.

Gehen die Menschen gerne in die Innenstadt von Dortmund? Die Frage beschäftigt aktuell nciht nur die CDU.

Die Älteren hätten beispielsweise Ärzte direkt vor der Tür, die Jüngeren sowohl Freizeit- als auch Ausgehmöglichkeiten. Immerhin gibt es aus Sicht des Dortmunder CDU-Politikers mit dem Basecamp an der Kampstraße ein Projekt, an dem man sich orientieren kann. Ohne Zweifel sei das wirklich gut, so Suck.

Man müsse jetzt die Kräfte bündeln. Sowohl die Verwaltung, als auch die verschiedenen Fachausschüsse sowie Cityring und IHK müssten darüber nachdenken, wie man Dortmund gegenüber Bochum und auch Münster aufstellt – das gehe nur gemeinsam, so Suck.

Dortmund: Vorschläge zur Verbesserung der Innenstadt gibt es – auch von anderen Parteien

Die CDU ist nicht die einzige Partei, die sich Gedanken um die Innenstadt macht. So hat die SPD im Mai 2021 ein Konzept vorgestellt, um sowohl individuelle Gastronomie, als auch das Handwerk und Kunstgewerbe in die Stadt zu holen. Das Ziel: Dortmund soll mehr Individualität bekommen.

Münster oder Dortmund? Welche Innenstadt ist besser?

Ein Problem für inhabergeführte Geschäfte, Handwerk, Kunstgewerbe als auch Projekte rund um das Wohnen in der City sind die vergleichsweise hohen Mieten. Im Jahr 2021 hat Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) im Zuge der Corona-Krise dazu die City-Runde ins Leben gerufen – das Ziel: die Stärkung der Innenstadt. Unter anderem sollen neben günstigeren Mieten für Handel auch andere Bereiche der Innenstadt verbessert werden.

Dortmund: CDU-Politiker Jendrik Suck schlägt Zusammenarbeit vor

Ist bislang viel passiert? Aus Sicht der CDU wohl nicht. Denn sonst würde die Partei keine gemeinsame Sondersitzung der zuständigen Fachausschüsse fordern. Es sei jetzt eine Bestandsaufnahme des sogenannten City-Konzepts 2030 vonnöten. Es sei ein langer Prozess, so Jendrik Suck, doch dieser müsse gemeinsam angegangen werden.

Zur Erinnerung: Vom 11. Oktober bis zum 7. November 2021 ließ die Stadt Dortmund einen Online-Fragebogen laufen. Die Ergebnisse waren durchwachsen, geben aber Anhaltspunkte, wo man etwas verbessern kann.

Rubriklistenbild: © Hans Blosse/IMAGO

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