Offener Brief

Dortmund steht weiter vor Müllproblemen – Bürger schlägt Alarm

Müll Dortmund Wambel
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In Dortmund-Wambel sind immer wieder illegale Müllansammlungen zu finden.

Müll in großen Städten wie Dortmund ist im Ruhrgebiet keine Seltenheit. Ein Team aus Bürgern stellt sich jetzt gegen das Problem und hat unter anderem einen offenen Brief verfasst.

Update, Freitag (12. August), 13 Uhr: Dortmund – Die Müllprobleme in Teilen von Dortmund werden nicht weniger. Nach einem offenen Brief vor einigen Wochen meldet sich Feind des Mülls Heiko Jäger erneut bei uns. Diesmal geht es um Müllprobleme in Dortmund-Wambel.

Stadt Dortmund
BürgermeisterThomas Westphal (SPD)
ProblemMüll in Vororten

Müllprobleme in Dortmund-Wambel: „Bitte um Hilfe“

Konkret sei die Unterste-Wilms-Straße in Dortmund-Wambel betroffen. Bereits seit einigen Jahren macht diese laut Heiko Jäger Probleme. Die Stadt Dortmund würde das Müllproblem nicht in den Griff bekommen.

Auf Fotos, die der Hobby-Müllsammler aus Dortmund gemacht hat, sind wilde Abfallablagerungen zu sehen. „Ich bitte Sie um Hilfe, um diese Probleme öffentlich zu machen und sie zu beseitigen“, schreibt Jäger in einer Mail an RUHR24. Eine entsprechende Anfrage bei der Stadt läuft. Dortmund testet übrigens gerade einen kostenlosen Sperrmüll-Service, um dem Müllproblem entgegenzuwirken.

Dortmund: Müll-Problem beschäftigt besorgte Bürger

Erstmeldung (13. Juli), 16:16 Uhr: „Wir müssen Sie heute persönlich anschreiben aufgrund der Untätigkeit oder Überforderung Ihrer Verwaltung zum Thema Müll in den Vororten“, so beginnt der offene Brief an Dortmunds Bürgermeister Westphal – geschrieben und veröffentlicht von Bürger Stephan Oberst aus Dortmund und dem selbsternannten Müllblogger Heiko Jäger.

Den beiden Männern geht es um Orte in Dortmund, die nicht so viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommen, wie etwa der Phoenixsee oder der Rombergpark. Aufgrund von Abgelegenheit, aber auch sozialer Strukturen seien in den entsprechenden Vierteln illegale Müllablagerungen zu finden, zum Beispiel durch Müll, der aus Autofenstern entsorgt wird.

Müllblogger Heiko dokumentiert solche Müll-Hotspots und sammelt die Verunreinigungen ein, dafür sei er mit dem Fahrrad in ganz Dortmund unterwegs. Er stuft die Entwicklung als besorgniserregend ein. Müll liege nicht im Zuständigkeitsbereich und das Ordnungsamt sei unterbesetzt. Schwerpunkte seinen der Rastplatz Westerfilde, aber auch die Gartenvorstadt, wo Müll und E-Scooter herumliegen würden, genauso wie Glas und Zigaretten von Partys.

Dortmund: Lässt die Stadt Vororte vermüllen? Bürger rechnen mit Müll-Problem ab

Auch Stephan Oberst sammelt Müll, besonders im Nord-Westen der Stadt. Eine Ursache für den Müll seien vor allem mangelnde Mülleimer und Aschenbecher. Vielerorts sind Müllbehälter zerstört und nicht mehr nutzbar. In ihrem offenen Brief fragen die Männer provokant: „Sind gewisse Bezirke schon aufgegeben?“ 

Die Verfasser fordern die Stadt Dortmund zum Handeln auf. Es sei wichtig, sich schwerpunktmäßig um die Dortmunder Vororte zu kümmern und eine Taskforce einzusetzen. Die Müllsammler wüssten den Bürgermeister gern auf ihrer Seite, um in Zukunft Hand in Hand zu arbeiten. (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Freiwillige Müllsammler wie Heiko Jäger und Stephan Oberst finden solche Abfallberge vor.

Dortmund: Offener Brief an Bürgermeister – Antwort zum Thema Müll bleibt allgemein

Die Stadt Dortmund antwortet RUHR24 auf eine Anfrage wie folgt: „Der offene Brief ist eine ‚Pauschalabrechnung‘ mit einem bunten Themen-Mix, auf den man kaum antworten kann. Bei allen angesprochenen Punkten haben die Stadt Dortmund und ihre Töchter – insbesondere die EDG – in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt, gerade auch beim Thema Müll.“ 

Weiter heißt es: Gegen eine bedauernswerte gesamtgesellschaftliche Tendenz hin zu Ignoranz gegenüber der Umwelt und den Mitmenschen, bei der nur der eigene Vorteil im Mittelpunkt steht, kann eine einzelne Kommune schlichtweg nur wenig erreichen – und trotzdem stemmt sich Dortmund dagegen. Selbst bundes- und landesweite Änderungen (z.B. Verschärfung von Bußgeldkatalogen) waren sehr begrüßenswert, auch wenn sie bisher nur wenig Effekt hatten.“

Privatflächen seien eine Ausnahme: „Diese Meldungen werden von der EDG weitergeleitet, entweder unmittelbar an die Flächenverantwortlichen oder an das Umweltamt. Die Grundstückseigentümer*innen werden dann von dort aufgefordert, den Müll zu beseitigen.“ Einiges an vermeintlichem Müll ist übrigens noch zu gebrauchen, wie Zitronen-Reste.

Dortmund: Bürger sind mit Antwort der Stadt zum offenen Brief nicht zufrieden

Mit der Antwort der Stadt Dortmund sind die beiden Müllsammler nicht zufrieden. Stephan Oberst erklärt im Interview mit RUHR24: „Es ändert sich ja nichts dadurch, dass die Stadt Dortmund das Thema sieht, aber nichts dagegen macht. Es bleibt leider alles wie bisher. Wir würden uns mehr Überwachung und auch die Durchsetzung von Strafen wünschen gegen Menschen, die Müll hinterlassen.“

Weiter meint er: „Die Stadt macht es sich leicht und verschiebt die Zuständigkeit an private Personen und Unternehmen - am Ende interessiert es dann niemanden.“ Stephan ist selbst beim Land NRW angestellt und kann nicht verstehen, dass sich Dortmund so schlecht um die Pflichtaufgabe Müll kümmert. „Dortmund ist hier einfach schlecht aufgestellt und es muss sich was ändern, besonders in der Nordstadt und im Nordwesten von Dortmund.“

Müllblogger Heiko Jäger geht noch weiter: „Die Antwort von der Stadt Dortmund ist eine Standardantwort. Wir selbst haben von der Stadt keine Rückmeldung bekommen.“

Auch Hausrat wird häufig im Wald entsorgt (Symbolbild).

Dortmund hat ein Müll-Problem: „Wir lassen nicht locker“

Er wünscht sich schlichtweg die Einhaltung von Gesetzen: „Der Bußgeldkatalog ist ja schon da. Aber er wird nicht durchgesetzt. Wir wünschen uns vom Ordnungsamt, dass sie mal durchgreifen und die Täter zur Rechenschaft ziehen.“ Das passiere auch deshalb nicht, weil sich die Müllmeldungen in Bürokratien verlieren würden. Der eine sei nicht zuständig, der nächste leite es weiter und am Ende passiere wieder nichts. Müllsündern drohen in NRW übrigens eigentlich fette Strafen.

„Wir empfinden auch einen allgemeinen Unwillen der Stadt Dortmund, sich überhaupt die Mühe zum Handeln zu machen.“ Heiko Jäger hätte sich gewünscht, dass der Oberbürgermeister selbst sich zum Thema Müll äußert, anstatt Mitarbeiter vorzuschicken. „Wir lassen nicht locker, die Stadt soll nicht glauben, dass das Thema durch Standardantworten vom Tisch ist.“

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