Wasser als Indiz

Dortmund: Mücken-Alarm – in diesen Stadtteilen droht akute Gefahr

Im Sommer 2022 droht eine Mückenplage in Deutschland. Doch wo breiten sich die lästigen Blutsauger auf dem Stadtgebiet in Dortmund am ehesten aus?

Dortmund – Zahlreichen Menschen graut es schon jetzt vor den kommenden Wochen im Sommer 2022. Die Mücken sind los. Es kann zu einer Mückenplage kommen. Auch die Einwohner der Stadt Dortmund müssen sich auf juckende Quaddeln und nerviges Summen in der Nacht einstellen. Doch wo genau breiten sich die Plagegeister aus?

StadtDortmund
Citizen Science-ProjektMückenatlas
ThemaAusbreitung von Mücken

Mücken in Dortmund: Auf dem Westenhellweg macht sich garantiert kein Plagegeist breit

Eigentlich wäre es einfacher, die Frage zu stellen, wo sich die Mücken nicht ausbreiten. Überall da, wo es kein Wasser gibt, würde die einfache Antwort lauten. Dementsprechend brauchen sich Besucher auf dem Westenhellweg generell weniger Gedanken machen, als Einwohner der Stadtteile Huckarde oder Lanstrop (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Welche Stadtteile mehr von einer möglichen Mückenplage im Sommer 2022 betroffen sind, lässt sich pauschal nicht so leicht beantworten. Aber es kommt auf gewisse Voraussetzungen an, wo sich die Insekten in Dortmund ausbreiten.

Birgit Königs, Pressesprecherin des NABU NRW, äußerte sich im Gespräch mit RUHR24 über die Voraussetzungen, die Mücken brauchen, um sich auszubreiten. In den vergangenen zwei Wochen sei das Wetter in NRW für die Insekten ideal gewesen: feucht, warm und nicht zu kühl. Zwei Wochen brauchen die Larven, um zu schlüpfen.

Mücken in Dortmund: Die Nähe zum Wasser ist ein wichtiges Indiz für die Ausbreitung

Ein Indiz ist Wasser, im Idealfall ein stehendes Gewässer. Dabei ist die Größe beinahe irrelevant. So reicht es schon, im Garten eine nicht abgedeckte Regentonne stehen zu haben. Natürlich sind auch Gartenteiche eine gute Brutstätte. Und so lässt sich sagen, dass Viertel, in denen Häuser mit Garten in Dortmund stehen, durchaus Ausbreitungsgebiet sein können.

Während Ruhr, Emscher und der Kanal sich eher weniger (auszuschließen ist es an mit Pflanzen bewachsenen Ufern nicht) für die Mückenbrut eigenen, gibt es auf dem Stadtgebiet zahlreiche Tümpel und kleinere Seen.

So könnten Lanstroper See, die Gewässer im Revierpark Wischlingen, Phoenix See und weitere, kleinere Seen und Teiche durchaus Brutstätte für Mücken sein. Auch die zahlreichen Bäche, wie Nettebach oder Dellwiger Bach, eigenen sich je nach Fließgeschwindigkeit und Pflanzenbewuchs.

Mücken in Dortmund: Wo breiten sie sich am besten aus?

Mücken in Dortmund: Citizen Science-Projekt – bislang mehrere Meldungen über Stadtteil Huckarde

Mücken seien keine Spezialisten, so Königs gegenüber RUHR24. So sei die Kombination aus aktueller Wetterlage und stehender oder ruhiger Gewässer ideal. Doch es gibt einen Anhaltspunkt, wo häufiger Mücken im Dortmunder Stadtgebiet vorkommen.

Citizen Science und Mückenatlas

Citizen Science – oder auch Bürgerwissenschaft – ist eine Methode der Wissenschaft, bei der Forschungsprojekte unter Mithilfe von oder komplett durch interessierte Laien durchgeführt wird. (Quelle: Wikipedia)

Der Mückenatlas ist ein Citizen Science-Projekt vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Ziel des Projektes ist es, die Kartierung der insgesamt 50 Stechmückenarten, die es in Deutschland gibt.

Man wisse nicht genug über Vorkommen, Verbreitung und Biologie der verschiedenen Arten. Allerdings werde das Wissen über Mücken im Zuge des Klimawandels immer wichtiger, da sich vermehrt Arten in Deutschland ausbreiten, die auch schwere Krankheiten übertragen. Mehr Infos auf der Website des Mückenatlas.

Der Mückenatlas, ein sogenanntes Citizen Science-Projekt (Wissenschaft, die auf die Mithilfe von Bürgern angewiesen ist), versucht Ausbreitungsgebiete von Mücken zu dokumentieren. In Dortmund ist in den Jahren 2020 bis 2022 bei Huckarde bislang ein vermehrtes Auftreten von Mücken gemeldet worden. Kein Wunder – immerhin befindet sich mit dem Revierpark Wischlingen eine ideale Brutstätte für Mücken mit zwei stehenden Gewässern.

Rubriklistenbild: © -/Imago

Mehr zum Thema