Urteil am Landgericht

Zweite Ehefrau in Dortmund ermordet – was den Täter erwartet

Der Prozessbeginn ist am 30. September am Landgericht Dortmund.
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Für die Tötung seiner Ehefrau verurteilte das Landgericht Dortmund einen Mann zu 14 Jahren Haft.

Seine erste Frau starb in den Niederlanden, die zweite in Dortmund. Jetzt erwartet den 42-jährigen Täter eine lange Gefängnisstrafe.

Dortmund - Vielleicht hatte er es so aussehen lassen wollen, als ob seine Frau im Kampf gestorben wäre: Nachdem ein 42-Jähriger im Februar in Dortmund seine Ehefrau erwürgt hatte, fügte er sich selbst Verletzungen mit dem Messer zu. Doch das Gericht erkannte, dass es so nicht gewesen sein konnte. Hinweise darauf gab es einige, unter anderem den, dass auch seine erste Ehefrau in ähnlicher Weise starb.

GerichtLandgericht Dortmund
BezirkOberlandesgericht Hamm
Adresse Kaiserstraße 34, Dortmund

Prozess in Dortmund: Angeklagter schweigt zu dem Vorwurf seine Ehefrau getötet zu haben

Am Landgericht Dortmund ist ein 42-jähriger Mann wegen Totschlags zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Wie Radio 91.2 berichtet, stand aus Sicht der Richter fest, dass der Angeklagte im Februar seine Ehefrau getötet hatte. Die Verletzungen, die der Mann nach der Tat am Rosenmontag dieses Jahres aufwies, stufte eine Ärztin eindeutig als Selbstverletzungen ein. Nach der Tat in Dortmund soll der 42-Jährige selbst den Notarzt gerufen haben.

Wie die Westfälische Rundschau bereits zu Prozessbeginn im Juni berichtete, sollen die vier gemeinsamen Kinder während der Tat im Kinderzimmer geschlafen haben. Während des Prozesses schwieg der Mann zu den Vorwürfen.

Auch dass ein Fremder die Frau des Angeklagten getötet und den Angeklagten verletzt haben könnte, hielten die Richter in Dortmund für ausgeschlossen. Zum einen kamen die Richter aufgrund der Einschätzung der Ärztin zu den Stichverletzungen zu diesem Schluss. Zum anderen aber auch, weil der Angeklagte gegenüber der Polizei nichts von einem Unbekannten erzählt hatte.

Dortmund: Auch die erste Ehefrau überlebte die Ehe nicht

Doch noch ein weiterer Grund spricht dafür, dass der Angeklagte seine Frau erwürgte. Bereits 2004 kam es zu einem ähnlichen Vorfall, damals allerdings in den Niederlanden. Denn auch die erste Ehefrau des Mannes überlebte die Ehe nicht.

Für die Tötung seiner Ehefrau verurteilte das Landgericht Dortmund einen Mann zu 14 Jahren Haft.

Für den Mord an seiner ersten Ehefrau war der 42-Jährige in Den Haag zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Wie die WR berichtet, wurde der gebürtige Iraker, nachdem er einen Großteil seiner Strafe abgesessen hatte, in sein Heimatland abgeschoben. Seine erste Ehefrau soll er mit einem Küchenmesser erstochen haben. Der Iraker lebte damals als Asylbewerber in den Niederlanden.

Zurück in seiner irakischen Heimat soll der nun Verurteilte seine zweite Ehefrau kennengelernt und 2011 geheiratet haben. 2017 soll er mit seiner zweiten Ehefrau nach Deutschland gekommen sein. In der Nähe von Aachen lebten sie laut WR seitdem mit einer befristeten Aufenthaltserlaubnis.

Ehefrau floh nach Dortmund - doch ihren gewalttätigen Mann traf sie weiter

Doch die Ehe war offenbar von gewalttätigen Auseinandersetzungen geprägt, weshalb die Ehefrau schließlich mit den Kindern in ein Frauenhaus floh und später allein mit ihren Kindern nach Dortmund zog. Dennoch soll sie sich nur wenige Wochen vor der Tat offenbar freiwillig wieder mit ihrem Mann getroffen haben.

In den Morgenstunden des Rosenmontags sei dann ein Streit zwischen dem Täter und seiner Frau offenbar eskaliert. Der 42-Jährige soll laut Anklageschrift die 30-Jährige minutenlang mit dem Knie auf den Boden gepresst und gewürgt haben. Den Polizisten am Tatort soll er laut WR als Motiv genannt haben, dass die Frau ihm die Kinder habe wegnehmen wollen.

Bis zu Urteil am Dortmunder Landgericht saß der Mann in Untersuchungshaft. Bei der Verurteilung berücksichtigte das Gericht in Dortmund auch die zurückliegenden Tötung seiner ersten Ehefrau und kam so zu der langen Haftstrafe von 14 Jahren wegen Totschlags.

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