Mietpreise im neuen Jahr

Mietspiegel für Dortmund: Wie teuer Wohnungen 2021 in der Ruhrpottstadt werden

Wohnung Preise
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Mietpreise scheinen von Jahr zu Jahr teurer zu werden. Aber stimmt das wirklich?

Die Stadt Dortmund hat den neuen Mietspiegel für Wohnung in der Ruhrmetropole herausgegeben. Er zeigt: Die Mietpreise in Dortmund haben sich gewaschen.

Dortmund – Wer soll das noch bezahlen? - fragt sich sicher mancher Dortmunder regelmäßig beim Durchforsten der Wohnungsanzeigen. Die Mietpreise in Dortmund scheinen von Jahr zu Jahr zu steigen. Und tatsächlich beweist auch der neu veröffentlichte Mietspiegel der Stadt Dortmund: Wohnen in der Ruhrmetropole wird immer teurer.

StadtDortmund
Fläche280,7 km²
Metropolregion7.268 km²
Einwohner588.250

Mietwohnung in Dortmund finden: Preise im Ruhrgebiet steigen Jahr für Jahr

Man kennt es aus Großstädten wie München oder Hamburg: Bezahlbarer Wohnraum wird von Jahr zu Jahr knapper. Dachböden werden als WG-Zimmer für teures Geld vermietet und Eigentums-Immobilien sind sowieso nur durch eine Erbschaft zu bekommen – wenn überhaupt. In Dortmund wähnte man sich hingegen stets auf der sicheren Seite. Hier schien Wohnraum noch bezahlbar zu sein. Aber ist das immer noch so?

Wie aus dem neuen Mietspiegel der Stadt Dortmund hervorgeht, der seit dem 1. Januar gilt und bis zum 31. Dezember 2022 gültig ist, sind die Preise für Mieten in der Ruhrmetropole erneut kräftig angestiegen.

Der Mietspiegel dient als rechtlich anerkannte Orientierungshilfe, die Höhe der Miete einer Wohnung festzustellen, zu überprüfen und etwaige Mieterhöhungen zu kontrollieren. Erstellt wird der Bericht auf Datensätzen der Mieten bei Neuvermietungen und Mieterhöhungen. Berücksichtigt werden bei der Festlegung des Mietpreises auch die jeweiligen Eigenschaften der Wohnungen. Etwa Baualter, Größe oder Lage.

Mieten in Dortmund: So teuer sind Wohnungen im Ruhrgebiet wirklich

Am günstigsten ist das Wohnen in Dortmund derzeit tatsächlich in Altbauwohnungen, die bis 1923 erbaut wurden. Sie kosten zwischen 4,40 Euro und 6,69 Euro pro Quadratmeter (monatlich). Als Durchschnitt ergibt sich also ein Preis von 5,39 Euro. Für eine 80 Quadratmeter-Wohnung im Altbau zahlt man in Dortmund also durchschnittlich 431,20 Euro. Berechnet werden im Mietspiegel jedoch nur die Kaltmieten.

Nur minimal teurer ist der Durchschnittspreis für eine Wohnung der Jahre 1930 bis 1969: Hier beträgt der Durchschnittspreis 5,68 Euro pro Quadratmeter. Richtig teuer wird es jedoch bei sogenannten Neubauwohnungen.

Dortmund: Bezahlbaren Wohnraum finden – so viel kosten Mietwohnungen im Jahr 2021

Am teuersten sind in Dortmund nämlich die Wohnungen, die zwischen 2002 und 2015 erbaut wurden. Hier gilt das Motto: „Je neuer, desto teurer.“ Für eine Wohnung, die im Jahr 2015 erbaut wurde, kann man für einen Quadratmeter Kaltmiete gut und gerne bis zu 8,28 Euro hinblättern – also fast doppelt so viel wie für eine Altbauwohnung. Der Durchschnittspreis liegt bei 7,79 Euro pro Quadratmeter.

Für Altbauwohungen zahlt man laut des Mietspiegels 2021 in Dortmund am wenigsten Kaltmiete.

Das bedeutet: Für eine 80 Quadratmeter große Neubauwohnung zahlt der Mieter in Dortmund durchschnittlich 623 Euro kalt. Doch das war‘s noch nicht: Neben Zuschlägen für etwaige Aufzüge, Bad-Ausstattungen, Balkone oder Terrassen, die Beheizungsart, Nebenkostenzuschlägen und so weiter, zahlt man in Dortmund auch für die Lage. So bekommen bestimmte Stadtteile wegen ihrer Attraktivität einen automatischen Mietzuschlag.

Wohnungen in Dortmund: Wohnungen im Dortmunder Süden haben die höchsten Mietpreise

Überraschend ist es nicht, dass der Lagezuschlag für Mietwohnungen vor allem im noblen Dortmunder Süden gilt. Während in der Nordstadt und im Dortmunder Westen kein Zuschlag für die Lage verlangt wird, zahlt man im Süden 0,61 Euro mehr pro Quadratmeter.

In Hörde, zum Beispiel am Phoenix See (mehr Nachrichten auf RUHR24.de) schlägt die Mietpeitsche hingegen mit 0,42 Euro mehr zu. Noch mehr Aufschlag zahlt man fürs Wohnen in der Innenstadt: In Dortmund-Mitte kommen pro Quadratmeter 0,73 Euro hinzu.

Zu welchem Stadtteil die eigene Wohnung genau gehört, kann auf mietspiegel.dortmund.de herausgefunden werden. Abzüge vom Mietpreis gibt es übrigens auch: Zum Beispiel, wenn man an lärmintensiven Straßen wohnt.

Mietspiegel Dortmund 2021: Deutliche Mieterhöhungen im Ruhrgebiet seit 2019

Beim Vergleich zum letzten Mietspiegel von Anfang 2019 wird schnell klar: Die Mietpreise haben sich deutlich erhöht. Tatsächlich kann eine Preissteigerung von durchschnittlich 4,42 Prozent festgestellt werden. Da der Mietspiegel immer für zwei Jahre gilt, bedeutet das einen Anstieg von etwa 2,2 Prozent pro Jahr.

Video: Steigende Mieten: Wohnen in Deutschland bis zu 12 Prozent teurer

Besonders stark angestiegen sind die Preise der Wohnungen, die zwischen 1930 und 1970 erbaut worden sind. Hier wurde eine Preiserhöhung von durchschnittlich 5,55 Prozent registriert. Am wenigsten wurden die Mietpreise hingegen bei Wohnungen der Baujahre 1978 bis 1994 verändert. Die Mietpreise in diesen Wohnungen wurden nur um durchschnittlich 2,18 Prozent erhöht.

Mietpreise in Dortmund: Experte bewertet Preise für Mieten und Wohnungen als „unspektakulär“

Wird Dortmund jetzt also zum neuen München oder Berlin? Nein! Wohnen in Dortmund sei trotz aller Mieterhöhungen ein „traditionell günstiges Pflaster“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Eigentümerverbandes Haus & Grund Dortmund in den Ruhr Nachrichten die Preisentwicklung.

Die Mieterhöhungen seien „unspektakulär“ und die privaten Vermieter in Dortmund würden ihrer „Verantwortung bei der Wohnraumversorgung zu angemessenen Bedingungen nachkommen.“

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