Wegen Ukraine-Krieg

Dortmund will „Lichtfunktion“ auf Straßen absenken und so Energie sparen

Nicht nur die Bürger, auch die Stadt Dortmund muss wegen der Energiekrise sparen. Jetzt gibt es ein Bündel an Maßnahmen, die Hunderttausende Bürger betreffen.

Dortmund – Die Stadt Dortmund sieht sich im Kampf gegen explodierende Strom- und Gaspreise gut aufgestellt. Man sei „technisch auf die bevorstehende Gasmangellage vorbereitet“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD).

StadtDortmund
Einwohnerrund 600.000
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund will Strom und Gas sparen und setzt auf drei wesentliche Maßnahmen

Schon jetzt wurde in den Hallenbädern der Stadt Dortmund (Nord-, West- und Südbad) die Temperatur gesenkt – und zwar um 2 Grad im Wasser und um einen Grad in der Luft.

Auch in den städtischen Gebäuden, etwa in den Ämtern, senkt die Stadt Dortmund die Temperatur. In der Heizperiode soll sie von 20 auf 19 Grad abgesenkt werden. Angedacht ist eine ähnliche Maßnahme in den Sporthallen der Stadt.

Dortmund kann durch Temperaturabsenkung bis 12 Prozent Energie einsparen

Dortmunds Baudezernent Arnulf Rybicki rechnet vor: „Wir gehen bei einer Absenkung von etwa 1 Grad Celsius von einem Einsparpotenzial von sechs Prozent aus. Wenn wir die Bäder einrechnen, liegt das Potenzial bei 12 Prozent. Jeder Beitrag zählt.“

Dritter Sparhebel ist die Straßenbeleuchtung in Dortmund. Die Stadt wolle, wo es geht, „die Lichtfunktion absenken“, kündigte Westphal jüngst an. Gleichzeitig solle die Sicherheit der Bürger erhalten bleiben.

Dortmund soll trotz Sparmaßnahmen nicht dunkel bleiben

Heißt das jetzt, dass die Bürger in manchen Straßen im Dunkeln stehen? Gegenüber RUHR24 heißt es von der Stadt Dortmund dazu, dass aktuell durchgerechnet werde, welches Spar-Potenzial bei Wegen mit „mitlaufendem Licht“ oder beim Thema „Licht nach Bedarf“ erzielt werden können.

Die Stadt Dortmund will wegen der Energiekrise auch an der Straßenbeleuchtung sparen – am Phoenix See gibt es bereits „mitlaufendes Licht“

Heißt: Einzelne Lampen könnten so eingestellt werden, dass sie nur angehen, wenn man daran vorbeiläuft. Ein solches System gibt es bereits am Phoenix See. An anderer Stelle könnte das Licht in seiner Stärke gedimmt werden – etwa in den verkehrsarmen Nachtstunden. Die Energiesparmaßnahmen der Stadt Dortmund werden also so gut wie jeden der rund 600.000 Bürger treffen.

Ampeln, so eine Sprecherin gegenüber RUHR24, würden aber nicht abgeschaltet, um Strom zu sparen.

Weihnachtsmarkt Dortmund 2022 soll trotz Energiekrise stattfinden

OB Westphal stellt zudem klar: Dass es in Dortmund bald düster werde, habe niemand zu befürchten. Und auch an Weihnachten werde die Stadt sicherlich erleuchten. Stand Ende August, so Westphal, werde der Weihnachtsmarkt 2022 stattfinden (Hier weitere Dortmund-News bei RUHR24 lesen).

Unklar bleibe aber, wie es im übernächsten Winter aussieht. Westphal, der sich jüngst gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine aussprach, warnt: „Bereits jetzt kaufen Kommunen Gas zu horrenden Preisen, doch das kann nicht mehr lange so weitergehen.“ Der SPD-Mann plädiert deshalb für einen sogenannten Gassicherungsfonds, der Bürger finanziell entlasten soll.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey/Imago

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