Statistik der Polizei

Kriminalität in Dortmund: So viele Messerattacken gab es 2019

Die Polizei Dortmund gab eine Statistik zur Messerattacke bekannt.
+
Die Polizei Dortmund gab eine Statistik zur Messerattacke bekannt.

Erst seit Anfang 2019 führt die Polizei Dortmund eine Statistik über die Messerangriffe. Jetzt wurden die ersten Zahlen veröffentlicht.

  • In Dortmund wurde jetzt die erste Statistik zur Messer-Kriminalität veröffentlicht.
  • Die Polizei Dortmund hat erst im Januar 2019 mit der Aufzeichnung begonnen.
  • Der Bundesvergleich der Statistiken zwischen den Bundesländern überrascht.

Dortmund - Für viele vermutlich eine Überraschung: Erst seit dem 1. Januar 2019 zählt die Polizei in Nordrhein -Westfalen, bei wie vielen Straftaten ein Messer eingesetzt wurde. Nun gab die Polizei Dortmund das erste Mal eine Statistik für Dortmund und Lünen heraus.

Kriminalität in Dortmund: 350 Straftaten mit einem Messer im Jahr 2019

So gab die Polizei Dortmund in einer Pressemitteilung bekannt, dass es zwischen Januar und November 2019 zu 350 Fällen gekommen ist, bei denen ein oder mehrere Tatverdächtige ein Messer oder andere spitze und scharfe Gegenstände als Tatwaffe verwendeten.

Davon setzten in 91 Fällen die Tatverdächtigen durch das Waffengesetz verbotene Messer ein. Das könnten zum Beispiel Fall- und Springmesser sein, aber auch Butterfly-Messer oder Faustmesser. Entscheidend ist hierbei laut Bundeskriminalamt auch die Länge der Klinge. So beispielsweise auch bei einer Messerattacke in der Dortmunder Nordstadt im November letzten Jahres.

Auch dem Messer ähnliche Gegenstände wurden in Dortmund 2019 zur Tatwaffe

Dies ist jedoch nicht die Art Messer, die am häufigsten bei Straftaten benutzt wurde. In 239 Fällen wurde ein einfaches Küchen- oder Taschenmesser verwendet. In 20 weiteren Fällen wurden andere Waffen benutzt, die einem Messer sehr ähnlich sind.

Das sind beispielsweise Brieföffner gewesen, aber auch Scheren und Schraubendreher wurden im vergangenen Jahr als Stichwaffe missbraucht. Die Täter verwendeten die Messer oder ähnliche Waffen nicht nur bei Raubüberfällen, sondern auch zur Verteidigung bei einem Streit - wie etwa bei einem Messer-Angriff an einer U-Bahn-Station in Dortmund.

Polizei Dortmund warnt vor Straftaten mit Messern

Das Waffengesetz schränkt jedoch das Mitführen und den Transport von Messern stark ein. So sollen Straftaten verhindert werden. Das Mitführen der oben genannten verbotenen Messer ist strafbar.

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange warnt vor den schwerwiegenden Folgen einer Straftat mit einem Messer: "Das Führen von derartig gefährlichen Waffen ist nicht ohne Grund in der Öffentlichkeit verboten. Wer in einer Auseinandersetzung ein Messer einsetzt, kann schnell und ungewollt die Kontrolle verlieren und für sehr schwere Verletzungen oder sogar ein Tötungsdelikt verantwortlich sein."

Tausende Messer-Attacken in NRW

Im Jahr 2019 wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen übrigens insgesamt 6827 Fälle erfasst, in denen als Tatmittel ein Messer eingesetzt wurde.

In Borken im Münsterland (NRW) hat an Neujahr 2020 ein Mann seine Ex-Freundin im Streit erstochen. Die gemeinsame Tochter musste die Tat mitansehen. Jetzt wird ihm der Prozess gemacht.

Video: SEK-Einsatz in NRW: Mann verletzt drei Menschen mit Messer

In Berlin nahm die Zahl der Messerstraftaten zu. Die Polizei spricht dort von dem höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009. 2795 Straftaten wurden dort 2019 mit einem Messer begangen.

Mehr Straftaten mit Messer auch in Baden-Württemberg

2014 gab es in Baden-Württemberg 5534 Messerstraftaten, 2018 waren es 6073. Als Tatmittel „Messer“ gelten in dieser Auswertung auch Ahle, Bajonett, Butterfly-Messer, Dolch, Haushalts-/Küchenmesser, Klappmesser, Spring-/Fallmesser, Stilett und Taschenmesser.

"Im Fünfjahresvergleich wird deutlich, dass die Fälle der Gewaltkriminalität unter Verwendung des Tatmittels Messer um 24,6 Prozent angestiegen sind", sagte ein Sprecher des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg gegenüber Bild. "Hierbei fällt insbesondere der Anstieg zwischen den Jahren 2014 und 2016 um 32,5 Prozent auf. Darüber hinaus stiegen im Fünfjahresvergleich die gefährlichen und schweren Körperverletzungen im Zusammenhang mit dem Tatmittel Messer um 34 Prozent an."

Mehr zum Thema