Corona-Infektionen erkennen

Corona in Dortmund: Stadt wählt Kitas für Lolli-Tests aus

Die Stadt Dortmund möchte Corona-Lolli-Tests in Kitas einsetzen.
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Die Stadt Dortmund möchte Corona-Lolli-Tests in Kitas einsetzen.

In den Grundschulen in NRW kommen seit kurzem sogenannte Lolli-Tests zum Einsatz. Die Stadt Dortmund will diese Corona-Tests für Kinder nun auch in Kitas nutzen.

Dortmund – Beim Lolli-Test landet das Stäbchen nicht in der Nase, sondern im Mund. Für Kinder soll diese Art der Corona-Testung angenehmer sein, wie RUHR24* berichtet. Bislang wird das Verfahren allerdings nur in den Grund- und Förderschulen in Nordrhein-Westfalen* genutzt. In Dortmund möchte man nun einen Schritt weiter gehen.

StadtDortmund
Einwohner603.609 (2020)
Fläche280,7 km²

Lolli-Tests in Grundschulen in NRW: Corona-Infektionen zuverlässiger erkennen

Seit dem 10. Mai haben Kinder in den Grund- und Förderschulen in NRW die Möglichkeit, sich zweimal pro Woche auf das Coronavirus* testen zu lassen. Das läuft dann wie folgt ab: Eine Gruppe von Kindern sowie die Lehrkräfte lutschen vor Unterrichtsbeginn für etwa 30 Sekunden an einen Tupfer – eben so, wie an einem Lolli.

Anschließend stecken alle ihr Stäbchen in ein gemeinsames Pool-Röhrchen. Da die Lolli-Tests keine Schnelltests, sondern PCR-Tests sind, gehen die Röhrchen im Anschluss zur Auswertung in ein Labor. Anhand dieser Methode sollen sich mögliche Corona-Infektionen zuverlässiger feststellen lassen. Sollte ein Gruppentest positiv ausfallen, müssen alle Teilnehmer einen weiteren PCR-Test auf Corona* machen lassen.

Dortmund will Corona-Lolli-Tests in Kitas einsetzen: Start am 7. Juni

In vielen Schulen in NRW gehört diese Verfahrensweise schon zur Routine im Umgang mit Corona. Das Land plane die Lolli-Tests ebenfalls in Kitas einzusetzen, wie Familienminister Joachim Stamp (FDP) Anfang Mai bei einer Pressekonferenz erklärte. Eine flächendeckende Umstellung sei aber „nicht von heute auf morgen möglich“, sagte Stamp.

Die Stadt Dortmund möchte derweil nicht länger warten – und prescht mit eigenen Plänen zum Lolli-Testverfahren in den Kindertagesstätten vor. Der Verwaltungsvorstand erklärte am Dienstag (18. Mai), ein Modellvorhaben auf den Weg bringen zu wollen. Dieses solle abhängig von der Verfügbarkeit der Tests zunächst auf zwölf Wochen angelegt werden. Starttermin sei der 7. Juni, hieß es auf einer Pressekonferenz (mehr Corona-News aus Dortmund* auf RUHR24).

Corona in Dortmund: Stadt will höchstmöglichen Infektionsschutz in Kitas erreichen

„Wir möchten analog zu den Pool-Testungen in den Grund- und Förderschulen in einem Modellvorhaben Lolli-Tests baldmöglichst auch in Kitas einsetzen. Dabei geht es uns darum, frühestmöglich Infektionen zu erkennen und so die Infektionsketten gar nicht erst entstehen zu lassen“, sagte Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne).

Die Lolli-Tests seien „kinderleicht zu bedienen“ und könnten eine Brücke darstellen, bis das Jugendministerium sein Testverfahren wie angekündigt überarbeitet hat. Weiter verfolge Dortmund das Ziel, „auch die frühkindliche Bildung mit höchstmöglichem Infektionsschutz zu ermöglichen“, hieß es vonseiten der Stadt.

Dortmunds Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) hofft mit den Lolli-Tests in Kitas Corona-Infektionen schnell erkennen zu können.

Dortmund setzt Lolli-Tests in Kitas ein – 26 Einrichtungen wurden ausgewählt

Die erweiterte Teststrategie im Kampf gegen Corona wird jedoch nicht in allen Dortmunder Kitas zum Einsatz kommen. Von den knapp 300 Einrichtungen freier Träger (Kirchengemeinden, Elterninitiativen, AWO usw.) sowie des städtischen Eigenbetriebs (FABIDO) wurden zunächst lediglich 26 Kitas für das Modellvorhaben ausgewählt. Diese Einrichtungen sind dabei:

  • Kath. Kita St. Joseph, Busenbergstraße,
  • Ev. Paulus-Kindergarten, Kirchenstraße,
  • DRK Kita Sandkorn, Kielstraße,
  • Caritas Montessori Familienzentrum, Severingstraße,
  • Kath. Kita St. Clemens, Flughafenstraße,
  • FABIDO Kita Lange Straße,
  • Kita Wirbelwind, Dubliner Weg,
  • Stadtteil-Schule Kita Krümelstube, Osterfeldstraße,
  • Kath. Kita St. Barbara II, Teutoburgerstraße,
  • Kita HoKiDo, Emil-Figge-Straße,
  • Caritas Familienz. St. Stephanus, Brinkmannstraße,
  • FABIDO Kita Breisenbachstraße,
  • E.I. Waldorfkindergarten Scharnhorst e.V., Hesseweg,
  • FABIDO Kita Leopoldstraße,
  • AWO Kita Auf dem Hohwart,
  • FABIDO Kita Akazienstraße,
  • FABIDO Kita Biehleweg,
  • FABIDO Kita Lünener Straße,
  • FABIDO Kita Dürener Straße,
  • FABIDO Kita Osulfweg,
  • FABIDO Kita Speckestraße,
  • FABIDO Kita Bülowstraße,
  • FABIDO Kita Hacheneyer Straße,
  • AWO Kita Mergelteichstraße,
  • AWO Kita Familienz. Evinger Parkweg,
  • FABIDO Kita Fröbelweg.

Laut den Angaben der Stadt verteilen sich die Kitas über das gesamte Dortmunder Stadtgebiet. Man habe die Auswahl der 26 Einrichtungen zunächst getroffen, weil diese mehrfach von Corona-Infektionen und (Gruppen)-Schließungen betroffen waren. Jederzeit könnten jedoch Kitas ausscheiden oder neu hinzukommen.

Video: Corona-Tests in Schulen und Kitas: Mehr Schaden als Nutzen?

Weiter erhofft sich die Stadt durch den Einsatz der Lolli-Tests verlässliche Aussagen zum Infektionsgeschehen machen zu können. „Die aussagekräftigere PCR-Methode gibt ein exakteres Bild über die Infektionen in den ausgewählten Kitas und lässt eine verlässlichere Einschätzung zur Dunkelziffer zu“, heißt es in einer Pressemitteilung. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.