Coronavirus-Krise

Coronavirus bedroht Lieferanten - warum Mitarbeiter und Gewerkschaften jetzt auf die Barrikaden gehen

Lieferdienste haben in der Coronavirus-Krise Hochkonjunktur. Die Gewerkschaft NGG befürchtet dadurch schlechtere Bedingungen für deren Mitarbeiter.

  • In der Coronavirus-Krise bestellen viele Kunden bei Lieferdiensten.
  • Das sorgt für Probleme bei den Mitarbeitern in Dortmund.
  • Die Gewerkschaft NGG befürchtet nun schlechtere Bedingungen.

Dortmund - In der Coronavirus-Krise haben die Restaurants geschlossen. Wer nicht selbst kochen oder einkaufen möchte, lässt sich Essen und Getränke einfach liefern. Die Gewerkschaft "Nahrung-Genuss-Gaststätten" (NGG) befürchtet nun schlechtere Bedingungen für die Mitarbeiter der Lieferdienste in Dortmund.

Lieferdienste in Dortmund: Gewerkschaft befürchtet prekäre Bedingungen wegen Coronavirus

Die Gewerkschaft befürchtet, dass durch die Pandemie die Nachfrage nach Lieferdiensten weiter ansteigt. Denn die Restaurants sind geschlossen, es herrscht eine Kontaktsperre in NRW (die Entwicklungen im Live-Ticker). "Der ohnehin schon stressige Job als Essenskurier könnte noch anstrengender werden", sagt Torsten Gebehart von der NGG-Region Dortmund.

Zuletzt hatte die Gewerkschaft die Arbeitsbedingungen in Supermärkten in Dortmund während der Coronavirus-Pandemie moniert. Dort würden die Mitarbeiter bereits am Limit arbeiten.

Coronavirus: Gewerkschaft pocht auf Einhaltung der Hygienestandards bei Lieferdiensten in Dortmund

Doch auch für Essenslieferanten birgt der Job eine weitere Gefahr: Sie könnten sich bei der Arbeit mit dem Coronavirus anstecken. Damit das nicht passiert, haben Lieferdienste wie Lieferando bereits die kontaktlose Lieferung eingeführt.

Dabei soll der Kurier das Essen vor der Tür abstellen und einige Meter zurücktreten. Der Kunde kann sich seine bereits bezahlte Mahlzeit dann nehmen, ohne mit dem Lieferanten in Kontakt zu kommen.

Auf die Einhaltung der Hygienestandards pocht auch die NGG: "Die Anbieter müssen jetzt dafür sorgen, dass ausreichend Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel da sind", heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.

Kunden klagen: Kontaktlose Lieferung wegen Coronavirus funktioniert nicht immer

Dass das nicht immer gelingt, zeigt ein Blick in die Kommentarspalte auf der Facebook-Seite des 2009 gegründeten Unternehmens. Dort geben mehrere Kunden an, dass die kontaktlose Lieferung nicht funktioniert hätte. Das Unternehmen versprach daraufhin Besserung.

Die NGG appelliert in ihrer Stellungnahme an die Fahrer, Missstände und Stress bei der Arbeit nicht einfach zu akzeptieren - auch dann, wenn es sich nur um einen Aushilfsjob handle.

Denn während die Unternehmen von den vielen Bestellungen und Hunderten neuen Restaurants profitieren, klagen die Kurierfahrer der Lieferdienste immer wieder über die Arbeitsbedingungen, wie etwa der Tagesspiegel berichtet.

Im Ruhrgebiet liefern während der Coronavirus-Pandemie neben Lieferdiensten übrigens auch Restaurants.

Lieferdienste Lieferando und Flaschenpost gehen gegen Wahl zum Betriebsrat vor

Helfen könne laut NGG nur ein Betriebsrat. Doch auch da gibt es Probleme. Bei der jüngsten Betriebsratswahl bei Lieferando musste laut Business Insider gar die Polizei einschreiten.

Ähnlich sieht es beim Getränkelieferanten Flaschenpost aus. Das Unternehmen war gegen die Wahl eines Betriebsrats vorgegangen. Der Antrag wurde vom Landesarbeitsgericht Düsseldorf jedoch zurückgewiesen.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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