Hat Beschuldigter dunkle Vergangenheit?

Nach mutmaßlichem Tötungsdelikt in Dortmund -  Mann berichtet: "Er hat auch meine Schwester umgebracht"

Es gibt neue Vorwürfe gegen einen mutmaßlichen Täter aus Dortmund.
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Es gibt neue Vorwürfe gegen einen mutmaßlichen Täter aus Dortmund.

In Dortmund wird ein Mann verdächtigt, seine Frau umgebracht zu haben. Nun berichten Personen aus seiner Vergangenheit: Er soll schonmal getötet haben.

  • Die in Dortmund am Montag (24. Februar) tot aufgefundene Frau wurde laut Obduktionsbericht umgebracht.
  • Ihr Ehemann steht unter dem dringenden Tatverdacht des Totschlags.
  • Im Gespräch mit RUHR24 berichtet nun ein Mann aus Bayern: Der Verdächtige hat auch meine Schwester getötet. 

Dortmund - Es muss ein schreckliches Bild gewesen sein, das sich am Montagmorgen (24. Februar) den Beamten der Dortmunder Polizei darbot: In einer Wohnung in der Viktoriastraße fanden die Einsatzkräfte eine tote Frau. Laut Obduktion wurde sie durch "massive Einwirkungen gegen ihren Hals" getötet.

Frau tot in Wohnung aufgefunden: Ehemann steht unter Verdacht

Schnell erhärtete sich der Verdacht, dass der Ehemann der Toten die 30-Jährige umgebracht haben könnte. Er hatte laut Angaben der Dortmunder Staatsanwaltschaft am Montag gegen 6.30 Uhr bei der Feuerwehr einen Notruf abgesetzt, da er ebenfalls verletzt war. Die Verletzungen habe sich der Mann durch ein Messer zugezogen. Genau mit jenem Messer, mit dem laut Polizei wahrscheinlich auch seine Frau getötet wurde.

Nach der Obduktion wurde gegen den 41-Jährigen am Dienstag (25. Februar) Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags erlassen. Laut Angaben der Polizei schweigt der Beschuldigte bislang zu den Vorwürfen.

Nach mutmaßlichem Totschlag in Dortmund: Weitere Vorwürfe gegen Tatverdächtigen

Einige Tage später haben sich nun neue Vorwürfe gegen den mutmaßlichen Täter ergeben. Nach RUHR24-Informationen soll der Mann bereits vor 16 Jahren, im Jahr 2004, getötet haben. Das berichtet Maruan K. aus Augsburg, der nach eigenen Aussagen mit dem Tatverdächtigen entfernt verwandt sein will, im Gespräch mit der Redaktion.

Konkret spricht er davon, dass der heute 41-Jährige vor 16 Jahren in Den Haag in den Niederlanden gelebt und eine Beziehung mit einer damals 17-Jährigen gehabt haben soll. Der Beschuldigte soll die Frau am 13. April 2004 gewürgt und mit einem Messer getötet haben. Für diese Tat soll er einige Jahre in einem Gefängnis eingesessen haben. Dann sei er in den Irak, sein Heimatland, abgeschoben worden.

Mutmaßlicher Mord in Dortmund: Tatverdächtiger soll vor 16 Jahren weitere Frau getötet haben

Bei der getöteten Frau aus den Niederlanden soll es sich um die Schwester von Maruan K., Siham K, gehandelt haben. Maruan und seine Familie hätten den Leichnam der Ermordeten damals nach Deutschland geholt und in Augsburg, zusammen mit ihrer Mutter, begraben.

Das Grab der angeblich getöteten Siham K. in Augsburg.

Der Beschuldigte soll Jahre später im Irak geheiratet haben. Mit seiner Ehefrau sei er vor etwa drei Jahren nach Dortmund gekommen. Das Paar habe vier gemeinsame Kinder, so Maruan K. Jetzt, so ist er sich sicher, habe der 41-Jährige dieser Frau dasselbe angetan, wie seiner Schwester vor 16 Jahren.

Vorwürfe gegen mutmaßlichen Täter: Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt bereits

Schwere Vorwürfe, die sich da gegen den mutmaßlichen Totschläger aufgetan haben. Ob an ihnen etwas Wahres dran ist, konnte bislang nicht geklärt werden. "Der Staatsanwaltschaft Dortmund liegen diese Informationen ebenfalls vor. Eine entsprechende Anfrage bei den Polizeibehörden in den Niederlanden konnte diese aktuell jedoch nicht bestätigen", berichtet Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund auf Nachfrage von RUHR24.

Man werden den Hinweisen weiter nachgehen. Bis es in dem Fall neue Erkenntnisse gebe, könne es jedoch noch einige Zeit dauern, so der Staatsanwalt. Ähnlich wie bei einem anderen mysteriösen Fall im Ruhrgebiet: Hier wurde eine 82-Jährige tot in ihrer Wohnung in Dinslaken bei Duisburg aufgefunden. Die Polizei geht ersten Hinweisen zufolge von einem Gewaltverbrechen aus und ermittelt derzeit noch in dem Fall. 

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