Nach 76 Messerstichen verblutet

Dortmund: Tote Frau im Koffer - Ehemann bekommt zwölf Jahre Haft wegen Totschlags

In dieser Garage in Lütgendortmund fanden Ermittler den Koffer mit der Leiche
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In dieser Garage in Lütgendortmund fanden Ermittler den Koffer mit der Leiche

Im Juli 2019 entdeckten Ermittler in Dortmund eine Frauenleiche in einem Koffer - erstochen und verblutet. Nun wurde der Ehemann wegen Totschlags verurteilt.

  • Ein 24-Jähriger hat im Sommer 2019 seine Frau erstochen.
  • Ihre Leiche hat der Mann anschließend in einem Koffer versteckt und durch Dortmund geschleppt.
  • Das Dortmunder Landgericht hat den Mann nun wegen Totschlags verurteilt.

Update, Donnerstag (20. Februar), 18.31 Uhr: Nachdem ein 24-jähriger Mann im Sommer 2019 in Dortmund seine Ehefrau brutal erstochen haben soll, hat das Landgericht in Dortmund am Donnerstag sein Urteil gefällt.

Nach butaler Messerattacke auf Ehefrau: 24-Jähriger wegen Totschlags verurteilt

Das Gericht hat den Mann mit Wohnhaft in Zwickau wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter sind davon überzeugt, dass der Angeklagte im Juli 2019 in Dortmund seine Ehefrau mit 76 Messerstichen getötet und die Leiche anschließend in einem Koffer versteckt hat. Der Mann hatte im Prozess zu den Tatvorwürfen geschwiegen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Laut Urteil müssen die Hintergründe der Bluttat im Dunklen bleiben. Fest stehe nur, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten gekommen sei, in deren Verlauf der Angeklagte ein Messer zückte und immer wieder zustach. Darüber hinaus soll der 24-Jährige das Opfer auch noch mit einem Schnürsenkel stranguliert haben.

Landgericht Dortmund: Mordmerkmal "Grausamkeit" konnte nicht festgestellt werden

Als Todesursache stellten die Rechtsmediziner Verbluten nach innen und außen fest.

Das Mordmerkmal "Grausamkeit" haben die Richter laut Urteil nicht feststellen können. Es könnten keine sicheren Angaben dazu gemacht werden, zu welchem Zeitpunkt das Opfer das Bewusstsein verloren habe, hieß es in der Begründung. Dennoch bleibe festzuhalten: "Ein Totschlag, bei dem mit einer solchen Intensität auf das Opfer eingewirkt wird, ist sehr, sehr außergewöhnlich", so Richter Peter Windgätter gegenüber der dpa.

Ehefrau in Dortmund erstochen: Prozessbeginn für 24-jährigen Tatverdächtigen

Ursprungsmeldung, Dienstag (28. Januar): Seit Montag (27. Januar) läuft am Landgericht Dortmund der Prozess um eine grausame Tat, die sich im Sommer 2019 in Dortmund ereignet haben soll. Auf der Anklagebank sitzt der Ehemann der Frau, die Ermittler im Juli vergangenen Jahres erstochen und verblutet in einem Koffer in einer Garage fanden. Bereits am ersten Verhandlungstag kamen grausame Details der Tat ans Licht.

Dortmund: Täter soll Leiche im Koffer durch die Stadt getragen haben

Bereits die erste Meldung zu der Tat im vergangenen Sommer ließ den Horror erahnen, der sich in einer Wohnung in Dortmund-Lütgendortmund ereignet haben muss. Damals fand die Polizei die Leiche einer Frau, die in einem Koffer in einer Garage in Lütgendortmund versteckt war. An der Leiche der jungen Frau zählte die Obduktion später 76 Messerstiche. Offenbar sei die Frau verblutet. Zudem soll die junge Frau von ihrem Peiniger mit einem Schnürsenkel erwürgt worden sein.

Die damals 21-Jährige war bei einer Bekannten in Dortmund untergekommen. Die junge Frau hatte zum Tatzeitpunkt schon mehrere Wochen bei der Freundin gewohnt, nachdem sie mit ihrem Ehemann offenbar einen heftigen Streit gehabt haben soll. In der Tatnacht passte sie als Babysitterin auf die beiden Kinder (5 und 9) ihrer Bekannten auf. 

Am Morgen nach der Tat entdeckte ein Freund, der nach den Kindern sehen wollte, eine große Blutlache auf dem Boden in der Wohnung seiner Bekannten und alarmierte umgehend die Polizei. Die Kinder waren zu dem Zeitpunkt allein in der Wohnung. Von der Leiche fehlte zu dem Zeitpunkt jede Spur.

Dortmund: Leiche im Koffer in Garage versteckt

Wenig später entdeckten Ermittler dann die Leiche der Ermordeten in einer rund 800 Meter entfernten Garage. Ins Visier der Ermittler geriet schnell der 24-jährige Ehemann der getöteten Frau. Er wurde kurze Zeit später in Zwickau festgenommen und sitzt nun in Dortmund auf der Anklagebank.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Ehefrau Ende Juli in Dortmund brutal getötet zu haben. 76 Stichverletzungen zählten die Rechtsmediziner bei der Obduktion der Leiche. Darüber hinaus muss der Täter sein Opfer auch mit einem Schnürsenkel stranguliert haben. Die Leiche wurde zwei Tage nach der Tat in einem Koffer gefunden, den vermutlich der Täter in einer Garage abgestellt hatte.

Dortmund: Junge sah "rote Spritzer" im Gesicht des Angeklagten

Wie die Bild berichtet, ist einer der wichtigsten Zeugen eines der Kinder, auf die die Erstochene in der Tatnacht aufpassen sollte. Noch am Tatort soll der Junge (9) einer Polizistin erzählt haben, dass er "rote Punkte" - vermutlich Blutspritzer - im Gesicht des Angeklagten entdeckt hätte, als der ihn zur Toilette führte. Die große Blutlache, die das Kind ebenfalls gesehen hatte, erklärte der mutmaßliche Täter mit einem umgekippten Glas Saft.

Die Kinder ließ der mutmaßliche Täter Mokhtar H. unter dem Vorwand, er wolle Pizza holen, in der Wohnung am Morgen nach der Tat zurück. Wo er den Koffer mit der Leiche versteckte, soll er nach seiner Festnahme in Zwickau den Beamten selbst verraten haben. Im Prozess schweigt der Angeklagte laut Bild bisher aber zu der Tat. Die Staatsanwaltschaft hat den 24-Jährigen wegen Totschlags angeklagt, ein Mord sei derzeit nicht sicher nachzuweisen.

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