Polizei ist zufrieden

Kriminalität in Dortmund geht erneut zurück - teilweise hat das einen ganz speziellen Grund

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange ist zufrieden mit der Kriminalitätsstatistik des ersten Halbjahres 2020.
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Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange ist zufrieden mit der Kriminalitätsstatistik des ersten Halbjahres 2020.

So sicher wie derzeit war es in Dortmund schon lange nicht. Die Kriminalität geht wieder einmal zurück. Doch die Statistiken müssen eingeordnet werden.

  • Die Polizei Dortmund hat die Kriminalitätsstatistik für das erste Halbjahr 2020 veröffentlicht.
  • Die Zahlen in der Statistik sind, bis auf Ausnahmen, positiv.
  • Doch man sollte besonders auf ein Phänomen hinweisen.

Dortmund - So sicher wie derzeit war es in Dortmund lange nicht mehr. Das zeigt einmal mehr ein Blick auf die Zahlen. Doch bei der Betrachtung der Kriminalitätsstatistik für Dortmund sollte man Vorsicht walten lassen, warnt RUHR24.de*.

Behörde

Polizei Dortmund

Polizeipräsident

Gregor Lange

Adresse

Markgrafenstraße 102

Dortmund: Kriminalität sinkt - Statistiken machen Hoffnung

Denn: In diesem Jahr beeinflusst das Coronavirus die Kriminalitätsrate nicht unerheblich. Zwar gab es in den ersten sechs Monaten des Jahres in Dortmund "nur" 553 Wohnungseinbrüche, was 32,4 Prozent weniger sind, als im selben Zeitraum 2019. Beachten muss man dabei aber, dass die Menschen seit März auch öfter daheim sind - dem Corona-Lockdown sei Dank. Und welcher Einbrecher steigt da schon gerne in eine Wohnung ein?

Die Polizei hat die "Sondereffekte" durch die Corona-Pandemie bereits erkannt. Besonders zwischen März und Juni 2020, der Hochzeit des Coronavirus inklusive Lockdown, war der Rückgang der Wohnungseinbrüche besonders hoch.

Dortmund: Weniger Wohnungseinbrüche - auch wegen Corona

Doch die Polizei Dortmund sieht dennoch eine sinkende Tendenz bei der Zahl der Wohnungseinbrüche - schon vor Corona: "Bereits im Januar und Februar, also in der Zeit vor den einschränkenden Maßnahmen aufgrund der Pandemie, nahm das Polizeipräsidium Dortmund dank stark sinkender Zahlen im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten in der Rangliste den besten Platz ein." 

Zum Hintergrund: Die Zahl der Wohnungseinbrüche sinkt seit 2015 stark. Waren es 2015 noch 3357 Fälle, verzeichnete die Polizei Dortmund 2019 nur noch 1181 Wohnungseinbrüche. Als Grund nennt die Behörde "intensive Arbeit der eigens zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs eingerichteten Ermittlungskommissionen, aber auch regelmäßig stattfindende Präventionsberatungen."

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Dortmund sinkt seit 2015.

Nicht nur was Wohnungseinbrüche betrifft, gibt es erfreuliche Zahlen in der Kriminalitätsstatistik für Dortmund. Die Zahl der Gesamtstraftaten sank in Dortmund im ersten Halbjahr 2020 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. So gab es von Januar bis Juni 30.601 Straftaten, was 5,7 Prozent (1863) weniger sind, als 2019.

Video: Häusliche Gewalt in der Corona-Zeit

Sogar für die Nordstadt in Dortmund, die seit Jahren der Kriminalitäts-Hotspot der Stadt ist, verzeichnet die Polizei einen Rückgang von 10 Prozent bei den Straftaten*.

Gut sind auch die Zahlen im Bereich des Taschendiebstahls. 755 Fälle gab es zwischen Januar und Juni 2020, rund 15 Prozent weniger, als im selben Zeitraum 2019 (886). Erstaunlich: 2011 lag diese Zahl noch bei 2451 Fällen, 2015 sogar bei 2743 Fällen. Seitdem sinkt sie kontinuierlich.

Dortmund: Kriminalitätsstatistik zeigt positive Zahlen

Die Polizei begründet das mit regelmäßigen Schwerpunkteinsätzen, die Erstellung von Lagebildern und das Ausschöpfen aller rechtlichen Möglichkeiten.

Doch nicht überall zeigt sich eine positive Entwicklung. Im Falle der besonders heftigen Delikte, also etwa Mord, Totschlag, Vergewaltigung, gefährliche und schwere Körperverletzung, sind die Zahlen in 2020 bisher auf ähnlichem Niveau wie 2019 (1185, + 0,2 Prozent). Im Falle der "Straftaten gegen das Leben", worunter auch Tötungsdelikte fallen, ist die Zahl gesunken (2019: 9; 2020: 6).

Kriminalität in Dortmund: Straßenraub nimmt zu

Gestiegen ist hingegen im ersten Halbjahr 2020 die Zahl der Straßenraube - um 42 Taten. Die Zahl ist trotzdem die zweitniedrigste seit zehn Jahren. Vor allem bekannt gewordene Fälle in Aplerbeck* und in der City sorgten laut Polizei für diesen Anstieg.

Dennoch zeigt sich Polizeipräsident Gregor Lange zufrieden: "Die aktuellen Kriminalitätszahlen zeigen, dass wir weiter an die sehr gute Entwicklung der letzten Jahre anknüpfen." Er sehe den hohen Kontrolldruck und "akribische Ermittlungen" der Polizei Dortmund (mehr Themen aus der Stadt auf RUHR24.de*) als Grund dafür. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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