Bauarbeiten in der Westfalenmetropole

Dortmunder Szene-Viertel soll sein Aussehen stark verändern - Stadt setzt auf besonderes Konzept

Die Möllerbrücke in Dortmund ist ein beliebter Partytreff im Studentenviertel. Für Nachschub an Getränken sorgen mehrere Supermärkte in der Nähe.
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Die Möllerbrücke in Dortmund ist ein beliebter Partytreff im Studentenviertel. In Zukunft soll sie umgebaut werden.

Dortmund will das Aussehen eines seiner beliebtesten Szene-Viertel drastisch verändern. Das Kreuzviertel soll an zwei neuralgischen Stellen aufpoliert werden.

Dortmund - Als Treffpunkt für das junge Dortmund ist die Möllerbrücke inzwischen kein Geheimtipp mehr. Sogar einen eigenen Begriff gibt es für das Verweilen auf der denkmalgeschützten Brücke: „möllern“. Hier, im Herzen des Kreuzviertels und ein paar Meter weiter auf dem Sonnenplatz - will die Stadt in den kommenden Jahren Hand anlegen und für eine deutliche optische Veränderung des Szene-Viertels sorgen.

QuartierKreuzviertel
BezirkInnenstadt-West
StadtDortmund

Kreuzviertel von Dortmund soll sein Aussehen drastisch verändern

Zuletzt hatte es vom Knotenpunkt an der Lindemannstraße eher schlechte Nachrichten gegeben. Anwohner ärgerten sich den ganzen Sommer lang über nächtliche Lärmbelästigung durch feiernde Jugendliche. Am nächsten Morgen staunten Radfahrer über Scherben an ihren Reifen nicht schlecht. Die Möllerbrücke, sie droht zum Hotspot des Dortmunder Sauftourismus zu werden.

Auch der benachbarte Sonnenplatz - inzwischen optisch deutlich in die Jahre gekommen - machte keine guten Schlagzeilen. Party-Volk, Trinkerszene, Drogenabhängige - für ein Szene-Viertel, wie es das Kreuzviertel ist, hat die Stadt Dortmund offenbar andere Maßstäbe. Eine Frischzellenkur für beide Orte muss daher schnell her.

Dortmund: Sonnenplatz und Möllerbrücke im Kreuzviertel sollen schöner werden

Das Ziel soll am Ende eine bessere Durchmischung der Nutzer von Sonnenplatz und Möllerbrücke sein. Um das zu erreichen, braucht die Stadt Input aus allen Bevölkerungsschichten. Und so sollen sie ab sofort in einer Umfrage - online wie analog - Vorschläge machen, wie die zwei Plätze künftig gestaltet werden sollen. Ein Planungsbüro und Architekten sollen die Vorschläge später umsetzen.

Rewe-Filiale an der Möllerbrücke.

Für die denkmalgeschützte Möllerbrücke - manche denken bei ihrem Anblick an Paris - plant die Stadt zum Beispiel die Umgestaltung der bislang ungenutzten Mittelinsel. Die Verantwortlichen denken dort etwa an eine Verbesserung der Verkehrssituation, zumal künftig der Radschnellweg „RS1“ entlang der Brücke verläuft. Gut möglich, dass Autofahrer an der Brücke künftig das Nachsehen haben - in welcher Form auch immer.

Markante Uhr auf Möllerbrücke im Dortmunder Kreuzviertel soll erhalten bleiben

Auch was die Zukunft der markanten Würfeluhr betrifft, gibt es Hoffnung. Laut Stadt soll es für sie an der neu gestalteten Möllerbrücke auch nach dem Umbau einen Platz geben.

Jetzt sind zunächst die Bürger gefragt. Später als gedacht - Corona hat laut Stadt Schuld - dürfen sie ihre Meinung zum Umbau über ein Online-Portal abgeben. Danach soll es einen Wettbewerb um den Zuschlag für den Umbau geben. Für beide Prozesse ist das gesamte Jahr 2021 vorgesehen.

Erste Entwürfe für den neuen Sonnenplatz und die neue Möllerbrücke sollen Anfang 2022 öffentlich ausgestellt werden. Erst danach soll es einen Beschluss des Stadtrates geben. Dass der Umbau vor 2023 beginnt, scheint also unwahrscheinlich. Bis das Kreuzviertel also sein Gesicht ändert, können noch einige Jahre verstreichen.