Medizin-Erfolg im Ruhrgebiet

Riskante OP-Kombination im Klinikum Dortmund: Ärzte retten BVB-Fan das Leben

Die Experten im Klinikum Dortmund konnten Rolf Konepatzkis Beschwerden langfristig behandeln.
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Die Experten im Klinikum Dortmund konnten Rolf Konepatzkis Beschwerden langfristig behandeln.

Im Klinikum in Dortmund haben Ärzte erstmals eine riskante Operations-Methode getestet. Die Ergebnisse überraschen - und retten einem BVB-Fan das Leben.

  • Ärzte aus dem Klinikum Dortmund haben zum ersten Mal zwei Eingriffe kombiniert.
  • Dafür arbeiteten Experten aus der Kardiologie, der Chirurgie und Herzchirurgie zusammen.
  • In kurzer Zeit wurde ein Mann an gleich zwei Organen operiert.

Dortmund/NRW - Bei Rolf Konepatzki aus Dortmund wurde vor knapp 15 Jahren Diabetes diagnostiziert. Diese Krankheit löste bei dem BVB-Fan immer mehr körperliche Beschwerden und schließlich auch mehrere Herzinfarkte aus. Nun wurde er im Klinikum Dortmund gleich zwei Operationen unterzogen, wie RUHR24.de* berichtet.

Dortmund: Ärzte am Klinikum retten BVB-Fan mit neuer OP-Methode das Leben

Durch sein starkes Übergewicht lag nicht nur der Blutzuckerspiegel von Rolf Konepatzki konstant zu hoch, sein Herz konnte den Körper auch nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Die Folge: Seine Herzgefäße verengten sich und er erlitt insgesamt vier Herzinfarkte.

Wie das Klinikum Dortmund mitteilt, hätte eine starke Gewichtsabnahme ohne eine Herz-Operation langfristig nicht zur Verbesserung von Konepatzkis Gesundheit geführt. Für seinen Fall arbeiteten Experten aus der Herzchirurgie, der Kardiologie und der Chirurgie im engen Austausch miteinander.

Riskante Methode im Klinikum Dortmund zeigt schnell Erfolge

Das Besondere an dem Fall von Konepatzki: Innerhalb von wenigen Tagen haben die Experten aus Dortmund einen Stent-Bypass Eingriff am offenen Herzen sowie eine Schlauchmagen-OP, auch bekannt als Magenverkleinerung, durchgeführt. Diese Kombination der kurz aufeinander folgenden Operationen war insofern riskant, als dass es sie vorher so noch nie gab.

Im Klinikum in Dortmund arbeiteten Experten verschiedener Bereiche für eine neue Behandlungsmethode zusammen. 

Doch dieses Risiko hat sich offenbar gelohnt. Wie das Klinikum berichtet, zeigte der neue Eingriff schon früh erste Erfolge. 

BVB-Fan aus Dortmund litt vor dem Eingriff unter Luftnot und Herzschmerzen

Rolf Konepatzki, der vor dem Doppel-Eingriff etwa 180 Kilogramm wog, musste vor der Operation regelmäßig Tabletten einnehmen und sich Insulin spitzen, um seine Diabetes-Typ2-Erkrankung zu behandeln. Sein Übergewicht hat sich über die Jahre auch auf sein Herz ausgewirkt, die Gefäße waren zunehmend verengt.

"Ich habe immer öfter Luftnot bekommen und konnte kaum noch Treppensteigen", sagt der BVB-Fan. "Ich wusste, dass ich dringend abnehmen muss. Aber keiner meiner Versuche hat langfristig geklappt." Als dann plötzlich starke Herzschmerzen auftraten, kam er ins Klinikum Dortmund, wo im Januar noch rund 14.000 Menschen wegen einer Bombenentschärfung evakuiert werden mussten*.

Dortmund: Operation hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn Lebensstil eingehalten wird

Zur Behandlung von Konepatzki arbeiteten die Experten des Klinikums in Dortmund zusammen. Zunächst führte Prof. Dr. Thomas Heitzer (Direkter der Klinik für Kardiologie) und Prof. Dr. Alexander Albert (Direkt der Klinik für Herzchirurgie) einen sogenannten Hybrid-Eingriff durch, indem sie einen Stent in die Herzhinterwand implantierten und die Herzvorderwand des Mannes mit einem Bypass versorgten.

Nur wenige Tage nach dem Eingriff wurde dann in einer Schlauchmagen-Operation der Magen von Rolf Konepatzki verkleinert. Die Gespräche vor und nach einem solchen Einsatz seien enorm wichtig, wie Dr. med. Bernd Kroes erklärt. "Denn so eine OP hat nur langfristig Erfolg, wenn danach konsequent auf Bewegung und Ernährung geachtet wird. Wir nehmen den Patienten an die Hand und lassen ihn damit nicht alleine."

Dortmund: BVB-Fan passt nach riskantem Eingriff wieder in sein Trikot

Durch die neue Kombination von zwei kurz aufeinander folgenden Operationen konnten die Experten aus Dortmund die Herzbeschwerden von Rolf Konepatzki langfristig behandeln. Außerdem ist der BVB-Fan damit einen wichtigen Schritt zur Gewichtsreduktion gegangen.

Übrigens: Homeoffice bei Ärzten? Geht das? Das Klinikum Dortmund zeigt in einem lustigen Video, wie das Coronavirus den Alltag der Ärzte umgeworfen hat und es nun wieder etwas mehr in Richtung Normalität geht.

Video: Abnehm-Trend Magenverkleinerung?

Auch Insulin-Spritzen seien für den Patienten nun nicht mehr notwendig. "Es ist einfach Wahnsinn. Schon so kurz nach der OP merke ich einen deutlichen Unterschied", so Konepatzki. "Ich fühle mich nicht nur besser, mein BVB-Trikot, in das ich mich sonst immer reingequetscht habe, sitzt jetzt richtig locker. Ich bin überwältigt."

lez

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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