Gesundheit

Dortmund: Klinikum gelingt OP-Sensation bei querschnittsgelähmter Frau

Einer querschnittsgelähmten Patientin aus Dortmund wurde ermöglicht, wieder gehen zu können.

Dortmund – Den Ärzten des Klinikums Nord in Dortmund und der heute 19-jährigen Rebecca Müller ist eine echte Sensation gelungen. Nach einem schweren Unfall vor knapp drei Jahren war die damals 17-Jährige von heute auf morgen „inkomplett querschnittsgelähmt“. Doch nun teilte das Klinikum am Dienstag (22. Februar) mit, dass Rebecca wieder ohne Hilfe laufen kann (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

VerletzungQuerschnittslähmung
betroffene KörperstelleRückenmark bzw. Nervenstränge
behandelnde ÄrzteKlinikum Nord in Dortmund

Dortmund: Nach dem Unfall – Es war keine Zeit zu verlieren

Nach ihrem Unfall im Jahr 2019 wurde Rebecca Müller mit einem Hubschrauber in die Klinik eingeflogen und umgehend notoperiert. Ihr zweiter Lendenwirbel sei zertrümmert gewesen und habe stark auf ihr Rückenmark gedrückt. Die Folge: Eine „inkomplette Querschnittslähmung“, das bedeutet, das Rückenmark sei zwar sehr stark beschädigt, aber noch reparabel gewesen, wie das Klinikum erklärt.

„Wir mussten sofort handeln, um zu verhindern, dass das Knochenstück noch weiter in das Rückenmark drückt und dort möglicherweise irreversible Verletzungen hinterlässt“, berichtet der leitende Oberarzt, Phillipus Schöttes. Somit sei die Wirbelsäule stabilisiert und das drückende Knochenstück entfernt worden. Doch Rebecca sei auch nach der OP weiterhin querschnittsgelähmt gewesen.

Ihre damaligen Gefühle seien für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen, erklärt die 19-Jährige ,,Es ist eigentlich das normalste der Welt und dann ist das Gefühl und auch die Möglichkeit, die Beine zu bewegen, auf einmal weg.“

Einer querschnittsgelähmten Patientin ist das Laufen durch eine Operation in Dortmund wieder ermöglicht worden.

Dortmund: Nach Unfall querschnittsgelähmt – Der harte Weg zurück

Um ihr das Laufen und das Gefühl in den Beinen wieder zu ermöglichen, sei unter anderem der zertrümmerte Wirbel durch einen künstlichen ersetzt worden. Ein riskanter Eingriff, wie Dr. Schöttes erklärt „Vertut man sich um Millimeter, kann das gravierende Folgen haben“. Durch weitere Brüche in Handgelenk und Unterschenkel hätte die Dortmunderin weitere Operationen über sich ergehen lassen müssen.

Nach allen abgeschlossenen Operationen und dem Lichtblick wieder laufen zu können habe für Rebecca eine siebenmonatige Reha Tortur begonnen. „Als ich erfuhr, dass es doch möglich ist, war es wie eine zweite Chance. Dann hieß es für mich: kämpfen.“ Und das Kämpfen hat sich gelohnt. Die Reha schlug an.

Dortmund: Ärzten gelingt Sensation – Patientin verlässt Klinikum ohne Rollstuhl

Was mit anfänglichem Fortschritten, des aufrechten Sitzens nach monatelangem Liegen begonnen hätte, habe sich durch Rebeccas Ehrgeiz zum eigenständigen Laufen entwickelt. Denn auch nach der Reha habe sie weiter geübt. „Sie war sehr ehrgeizig und hat sich richtig ins Zeug gelegt, um wieder eigenständig laufen zu können“, so Dr. Schöttes. „Das beeinflusst eine Genesung mehr, als viele vermuten würden.“

Obwohl Rebecca das Krankenhaus ohne ihren Rollstuhl verlassen konnte, werde sie für eine Ausbildung im Gesundheitsbereich wieder in das Klinikum zurückkehren.

Rubriklistenbild: © Klinikum Dortmund

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