Kliniken betroffen! Dortmund droht Mega-Evakuierung - das sagt die Stadt

Am Klinikum Dortmund ist ein Blindgänger gefunden worden. Foto: Florian Forth/RUHR24
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Am Klinikum Dortmund ist ein Blindgänger gefunden worden. Foto: Florian Forth/RUHR24

Dortmund/NRW - Dortmund droht eine Mega-Evakuierung. Weil Kliniken unter anderem betroffen sind. Es werden Blindänger in der Nähe vermutet. Das sagt die Stadt.

Dortmund bereitet sich auf eine eventuelle Mega-Evakuierung vor. Bei Bauarbeiten wurden Verdachtspunkte für Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg festgestellt. Es sind sogar Kliniken betroffen!

  • In Dortmund in der Nähe der Innenstadt werden zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg an einer heiklen Stelle vermutet.
  • Unter anderem sind zwei Kliniken betroffen.
  • Ob eine Evakuierung stattfinden muss, steht noch nicht fest.

Dortmund: Blindgänger in der Nähe zweier Kliniken? Evakuierung droht

Update, Donnerstag (24. Oktober), 11.27 Uhr: Gegenüber RUHR24 sagte ein Sprecher der städtischen Pressestelle, dass von der möglichen Evakuierung mehrere Tausend Menschen betroffen seien. Wie viele genau hänge von der Größe der Bomben ab.

Erst am 11. Januar sollen die möglichen Blindgänger freigelegt werden. Untersuchungen, so der Sprecher, würden aber schon vorher stattfinden, so dass schon deutlich vor dem 11. Januar feststehen könnte, ob es sich um Blindgänger handelt. Die Suche läuft aktuell. Vertreter der Stadt Dortmund und der Bezirksregierung Arnsberg vermuten auf dem Wall weitere Blindgänger. 

Krankenhäuser und Stadt Dortmund müssen alle Szenarien durchplanen

"Wir informieren so früh, damit wir die Krankenhäuser und die Anwohner bis zum 11. Januar alle Szenarien durchplanen können", sagte der Sprecher gegenüber RUHR24. Patienten der beiden betroffenen Kliniken sollen möglichst hausintern in andere Standorte verlegt werden. Unterdessen sucht das Klinikum bereits Blutspenden als Reserven für die Evakuierung.

Die Notaufnahmen der Städtischen Kliniken und des Johannes Hospital bleiben während der Evakuierung geschlossen.

Erstmeldung, Donnerstag (24. Oktober), 10.30 Uhr: Wie die Stadt per Pressemitteilung am heute (24. Oktober) mitgeteilt hat, könnte Dortmund im Januar 2020 eine schwierige Evakuierung bevorstehen.

Grund dafür ist die Vermutung der Stadt, dass unter der Erde an der aktuelle Baustelle an der Ecke Beurhausstraße / Luisenstraße sich zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Die Baustelle befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Klinikum Dortmund und nur rund 500 Meter von der Thier-Galerie entfernt.

Sollte sich die Vermutung erhärten, soll die Mega-Evakuierung der Kliniken im Klinikviertel inklusive der Anwohner des dicht bebauten Viertels am 11. und 12. Januar 2020 stattfinden. Auch der öffentliche Nah- und Fernverkehr wäre extrem eingeschränkt. "Falls es sich um Kampfmittel handeln sollte, wären sie über 70 Jahre im Boden und können zwar nicht dauerhaft, aber noch ein paar Wochen dort verbleiben", heißt es von der Stadt.

Klinken bereiten sich auf Entschärfung in Dortmund vor

Wie viele Anwohner von der Evakuierung betroffen wären, konnte die Stadt auf Anfrage von RUHR24 zunächst nicht beziffern. Je nach Größe der Bomben könnte der Evakuierungsradius zwischen 250 und 500 Meter betragen.

Schon jetzt bereiten sich das Klinikum Dortmund und die Johannesklinik auf die Entschärfung und die damit verbundene Evakuierung vor. Unterdessen sorgt das Social-Media-Team des Klinikums Dortmund mit einem Tweet zur Entschärfung für Furore.

Bei Evakuierungen müssen Patienten Kliniken schlimmstenfalls verlassen

"Ob und in welchem Umfang die Patientinnen und Patienten am Tag der Entschärfung evakuiert werden, wird derzeit noch im Detail durchgeplant", heißt es von der Stadt.

Für Dortmund ist die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg an und für sich nichts Ungewöhnliches. Fast wöchentlich werden in der Westfalenmetrople Blindgänger entdeckt und entschärft. Dass gleich zwei Kliniken von einer Evakuierung betroffen sein könnten, ist aber auch für Dortmund ungewöhnlich.

Experten müssen nun prüfen, ob es sich um Blindgänger bei den Kliniken handelt

Ob es sich tatsächlich um Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, müssen Experten des Kampfmittelbeseitigungsdiensts nun nach Freilegung der Funde überprüfen.

Bestenfalls könnten sich die Verdachtspunkte als Eisenrohre oder Stahlseile herausstellen. Nur bei einer Bombe mit Zünder wird eine Entschärfung und damit verbunden, eine Evakuierung des gefährdeten Bereichs erforderlich.

Die Verdachtspunkte wurden durch eine Auswertung von alliierten Kriegsluftbildern des Zweiten Weltkriegs durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe der Bezirksregierung Arnsberg offengelegt. Auf der Suche nach Fliegerbomben ist die Stadt derzeit auch auf dem Wall. Der muss für die Maßnahmen zeitweise gesperrt werden. Für Autofahrer gibt es am Wochenende extreme Einschränkungen. Bei der Mega-Evakuierung in Dortmund gibt es zahlreiche Parkverbote und Straßensperren. Autofahrern wird geraten, sich vorab zu informieren.

Am Donnerstag (21. November) muss auch die Stadt Essen einen Blindgänger entschärfen. Dafür wird im Laufe des Nachmittags die A40 gesperrt.