Besondere Fahrradaktion

Dortmund: Klima-Demo trotz Corona – „Fridays for Future“ kommt heute mit geballter Macht zurück

Am Freitag ist Dortmund Teil eines globalen Events. Die Klimaschützer von Fridays for Future demonstrieren gegen den Klimawandel – Corona zwingt sie aber zum Umplanen.

Dortmund – Seit nunmehr einem Jahr beherrscht das Coronavirus den Alltag in Dortmund. Wer sich aber noch an eine Zeit vor der Pandemie erinnert, erinnert sich auch, dass damals ganz andere Themen buchstäblich Dauerbrenner waren: die Erderwärmung, der Klimawandel und die Fridays-for-Future-Bewegung.

StadtDortmund
Fläche280,7 km²
Einwohner588.250 (31. Dez. 2019)

Dortmund Innenstadt: Fridays for Future trotz Corona mit großem Klimastreik

Jetzt kommen die Klimaschützer mit geballter Macht zurück. Am Freitag (19. März) findet der nächste globale Klimastreik von Fridays for Future statt. Auch die Gruppe in Dortmund nimmt teil.

Zwei Aktionen stehen in Dortmund auf der Agenda: Eine Kundgebung an der Reinoldikirche, die um 17.30 Uhr beginnt und eine Fahrraddemo am Friedensplatz, Beginn 15.30 Uhr. Was einen jedoch stutzig werden lassen könnte, ist die anhaltende Pandemie: Menschenaufläufe zu Corona-Zeiten – das scheint nicht zu passen.

Klimastreik in Dortmund: Fridays-for-Future-Demo am Freitag (19. März) unter Corona-Vorgaben

Die Veranstalter wollen den Klimastreik am 19. März unter den gültigen Corona-Vorgaben abhalten. Während der ganzen Demonstration müssen Besucher medizinische Masken tragen, außerdem gilt Abstandspflicht. Um das zu garantieren haben die Veranstalter sogar umdisponiert: „Für die coronakonforme „Laufdemo“ geht´s aufs Rad“, schreiben Fridays for Future Dortmund auf der Instagram-Seite.

Die Demo auf den Fahrrädern soll durch die Innenstadt-Bezirke zurück zum Friedensplatz führen und etwa zwei Stunden dauern. Hier ist sicherlich Vorsicht geboten: Laut ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) gilt Dortmund zu den unsichersten Städten für Fahrradfahrer.

Auf dem Friedensplatz in Dortmund startet der Klimastreik der Fridays-For-Future-Bewegung.

Dortmund: Klimastreik-Veranstalter überlegen sich besondere Aktion – Gutscheincode für den 19. März

Marlon Phillip von Fridays for Future Dortmund erklärte gegenüber RUHR24 die weiteren Maßnahmen, die ergriffen werden: „OrdnerInnen achten auf die Einhaltung der Hygieneregeln. Zudem gibt es strenge Auflagen der Polizei, zum Beispiel dürfen keine Flyer verteilt werden. Durch Standkundgebung und Fahrraddemo zu unterschiedlichen Zeiten wird das Demo-Geschehen sowohl zeitlich als auch räumlich entzerrt.“

Trotz Corona hoffe die Bewegung in Dortmund, „ein erstes Aufbruchssignal“ im Jahr 2021 setzen zu können. Zuvor gab es schon eine Aktion der Gruppe „Extinction Rebellion“, die mitten in Dortmund einen Wald pflanzte. Damit jeder, der am Klimastreik von Fridays for Future teilnehmen möchte, auch die Möglichkeit dazu hat, haben sich die Veranstalter eine besondere Aktion überlegt.

Denn auch Personen ohne Fahrrad können am Freitag bei der Fahrraddemo mitfahren. Die Organisatoren veröffentlichten auf Instagram einen Gutscheincode, mit dem Nutzer ein Nextbike, die in der gesamten Stadt verteilt stehen, für zwei Stunden kostenfrei buchen können. Der Code gelte nur am Freitag (19. März).

Klima-Demo in Dortmund: Das fordern die Klimaschützer von Fridays For Future am 19. März

Bei der Kundgebung am Freitag ab 17.30 Uhr an der Reinoldikirche in Dortmund und am Friedhof werden Redebeiträge vorgetragen und Musik gespielt. Die zentralen Klimabotschaften werden verkündet. Der Streik, der deutschlandweit an mehr als 100 Standorten stattfindet, steht unter den zwei Hashtags #NoMoreEmptyPromises und #AlleFür1Komma5.

„Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen fordern die Politik auf, nicht mehr nur leere Versprechungen zu machen, sondern konkrete Pläne für eine 1,5-Grad-Politik zu liefern und umzusetzen, die mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel sind“, erklärte die Fridays-For-Future-Bewegung in einer Pressemitteilung zum globalen Klimastreik am Freitag, dem 19. März.

Fridays for Future in Dortmund: Das ist das Ziel des Klimastreiks am Freitag

Marlon Philipp erklärt: „Den öffentlichen und politischen Diskurs hat hauptsächlich – natürlich zurecht – die Corona-Thematik geprägt. Leider sind in diesem Zuge wichtige sozial- und umweltpolitische Themen unter den Tischen gefallen, insbesondere die Frage einer klimagerechten Zukunft.“

Daher sei es laut dem Aktivisten nun umso dringender, die Erfahrungen eines schnellen und entschiedenen Handelns, welche in der Corona-Krise gesammelt wurden, auch auf die Klimapolitik anzuwenden. Organisiert wurde der Streik in Dortmund von den Gruppen Fridays for Future Dortmund, Parents for Future und Campus for Future.

Gerade das Ruhrgebiet ist betroffen von dem Klimawandel. Für NRW und insbesondere für Großstädte wie Dortmund liefern die Klima-Experten eine düstere Prognose: Die Sommer werden immer heißer. Aus der Hitze resultieren Probleme – für Mensch und Umwelt.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/Caroline Seidel/dpa – Collage:RUHR24