Angriffskrieg in der Ukraine

Dortmunder Schausteller sieht nächstes Desaster für Volksfeste aufkommen

Corona hat der Volksfest-Branche große Existenzsorgen beschert. Jetzt droht eine neue Sorge, wie RUHR24 berichtet.

NRW – Das größte Volksfest in NRW, die Cranger Kirmes, ist am Donnerstag (4. August) gestartet. Es ist das erste Mal seit Beginn der Corona-Pandemie, dass sich die Karussells auf dem Festplatz am Rhein-Herne-Kanal wieder drehen. Zuletzt hat die Cranger Kirmes 2019 regulär stattgefunden. Jetzt könnte es neue Probleme geben, wie auf der Preisverleihung vorab deutlich wird, berichtet RUHR24.

VolksfestCranger Kirmes 2022 in Herne, NRW
PersonSchausteller Patrick Arens aus Dortmund
ThemaVolksfest-Absagen wegen der Gaskrise

Awards der Cranger Kirmes werden zur Bühne für Sorgen um Gasknappheit

Bereits seit 2009 vergibt Herne den Preis „Bester auf Crange“ im Vorfeld an Schausteller. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Schausteller Jeffrey Bauer aus Worms mit seiner Gastronomie „Zur alten Schnitzelmühle“. Diesmal wurde zum ersten Mal ein weiterer Preis an zwei Schausteller verliehen – der „Ehren-Award der Cranger Kirmes“ (mehr News aus NRW bei RUHR24).

Mit ihm wurden Menschen ausgezeichnet, die sich während der Pandemie für die Branche stark gemacht haben. Neben Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes und der Europäischen Schaustellerunion, wurde Patrick Arens aus Dortmund diese Ehre zuteil. Er ist Vizepräsident des Bundesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute.

Preise für echte Cranger-Kirmes-Größen: Patrick Arens (ganz links), Albert Ritter (zweiter von rechts) und Jeffrey Bauer (ganz rechts) wurden von Hernes OB Frank Dudda geehrt.

Schausteller aus Dortmund hat Sorge um Gas – „kann nicht sein, dass Volksfeste Absagen bekommen“

Corona hat die Schausteller-Branche stark getroffen. Viele Monate haben keine Volksfeste und Kirmessen stattgefunden – die Einnahmen blieben aus. Mit Kirmes-Parks und Ständen in Fußgängerzonen versuchten viele Schausteller sich über Wasser zu halten. Doch kaum sind die alten Probleme überwunden, rücken neue an.

„Es kann nicht sein, dass es Pläne gibt, Volksfeste wegen Energieknappheit abzusagen“, meint Patrick Arens. Wegen des Angriffskrieges in der Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen gegen Russland wird das Gas in Deutschland knapp. Kommunen schalten deshalb nachts die Straßenbeleuchtung aus und rufen die Bevölkerung zum Energiesparen auf.

Volksfeste benötigen für Fahrgeschäfte und Beleuchtung eine Menge Energie. Viele Schausteller hoffen trotzdem, dass es diesmal anders läuft als bei Corona und sie stärker von der Politik wahrgenommen werden, wie unter anderem die WAZ berichtet.

Dortmunder Schausteller-Chef Patrick Arens hat Sorge wegen der Gasknappheit.

Volksfeste als Energiefresser? Sorge um das Oktoberfest in München

Sorge gab es bereits um das Oktoberfest in München. Denn 16 Tage Wiesn verbrauchen etwa so viel Strom wie 1200 Haushalte im Jahr, schreibt merkur.de. Zusätzlich braucht es etwa 200.000 Kubikmeter Erdgas. Zum Vergleich: So viel brauchen 85 Einfamilienhäuser, um ein Jahr lang zu heizen und warmes Wasser zu haben.

Nun geht es darum, zu überlegen, wie Energie auf Volksfesten gespart werden kann. Als ersten Schritt will man beim Oktoberfest auf Heizstrahler in den Biergärten vor den Zelten verzichten. Absagen für das Oktoberfest oder andere Volksfeste wurde bisher wegen der Gasknappheit nicht laut. Derweil geben Experten Tipps, wie jeder im eigenen Haushalt Energie sparen kann.

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