Schwierige Situation

Virus trifft Kinderklinik in Dortmund hart – Patienten abgewiesen

Die Dortmunder Kinderklinik schlägt Alarm – Schuld ist ein Virus, das besonders Säuglinge hart trifft. Patienten müssen abgewiesen werden.

Dortmund – Draußen wird es aktuell immer kälter, die Grippewelle hat auch NRW längst im Griff. Für Kinder und Säuglinge ist aber vor allem das „Humane Respiratorische Synzytial-Virus“, kurz „RS-Virus“, besonders gefährlich. Eine Dortmunder Kinderklinik schlägt jetzt Alarm.

Dortmunder Kinderklinik kämpft mit RS-Welle – Alle Plätze sind belegt

Laufende Nasen, Fieber, Husten, Keuchatmung und in schweren Fällen auch Atemnot. Diese Symptome, die das medizinische Lehrbuch „MSD Manual“ aufzählt, sind den Ärzten und Mitarbeitern der Dortmunder Kinderklinik wohlbekannt.

Ihre kleinen Patienten leiden unter dem RS-Virus. Die 20 Plätze auf der Dortmunder Infektionsstation für Kleinkinder sind momentan alle belegt, berichtet der WDR.

Im Falle einer Infektion sind bei den Kleinen besonders die Atemwege sowie die Schleimhäute, die Luftröhre und die Bronchien betroffen. Nicht nur das für Kinder gefährliche RS-Virus, sondern auch Grippe-Erkrankungen und Lungenentzündungen halten das Dortmunder Klinik-Personal stets auf Trab.

RS-Virus grassiert in Dortmund – Kinder und Säuglinge gefährdet

Die Lage auf Infektionsstation der Dortmunder Kinderklinik ist aktuell schwierig. Laut dem WDR müssen sich teilweise vier Kinder mit ihren Eltern ein einziges Zimmer teilen.

„Wir sind wirklich zu 100% voll, ich kann keine neuen Kinder mehr aufnehmen“, erklärt Stationsärztin Şeyda Ece Saribaş gegenüber dem Rundfunk- und TV-Sender. Auch auf anderen Kinderstationen sei die Lage dramatisch.

Saribaş‘ regelmäßige Nachfragen, ob woanders noch Platz für erkrankte Kinder und Säuglinge sei, seien meist erfolglos. Die Dortmunder Stationsärztin bekäme hingegen selbst immer wieder Anfragen von anderen Kliniken in NRW, ob in Dortmund noch Platz sei.

Das Klinikum Dortmund befürchtet wegen Corona und Grippe einen Mangel an Blutspenden.

Dortmunder Kinderklinik findet keine Entlastungsoptionen – Virus beherrscht Kliniken in NRW

Die aktuell schwierige Lage rund um die Infektionen mit dem RS-Virus war bereits in der Vergangenheit ein Problem. Auch in Dortmund breitete sich die Krankheit unter den Kindern rasant aus. Dass die Situation momentan besonders problematisch ist, könnte laut Experten indirekt mit der Corona-Pandemie zusammenhängen.

Denn weil Kindergärten und Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen werden mussten, wurde womöglich verhindert, „dass Kinder eine ausreichende Immunität erwerben„ konnten, erklärte Professor Gerd Horneff dem WDR. Wie sich die Lage während der Grippewelle in diesem Jahr in den Kinderkliniken noch entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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