Kinder aufs Fahrrad - das forderte die Kidical Mass in Dortmund

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Kidical Mass in Dortmund: Demo für bessere und kindersichere Radwege in Dortmund . Foto: Max Kumpfer

Dortmund/NRW - Rund 1100 Teilnehmer radelten am Sonntag bei der Kidical Mass durch Dortmund. Ihre Forderung: Kinder sollten sich sicher mit dem Fahrrad fortbewegen können.

Über 1.100 Kinder und Erwachsene sind am Sonntag (15. September) durch Dortmund geradelt. Mit der Kidical Mass, einer Demonstrationsform auf dem Fahrrad, setzen sie sich für bessere Radwege in der Stadt ein. Außerdem fordern sie einen kindersicheren Fahrradverkehr.

  • Am Sonntag (15. September) fand in Dortmund die erste Kidical Mass statt.
  • Die Forderung: Ausbau der Radwege.
  • Auch Kinder sollen sich sicher mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen können.

Kidical Mass in Dortmund fordert: Kinder aufs Rad

"Die Welt gehört in Kinderhände, dem Trübsinn ein Ende! [...] Kinder an die Macht" - Mit diesen Zeilen forderte schon Herbert Grönemeyer Mitte der 80er mehr Mitbestimmung für den Nachwuchs in der Gesellschaft. Auch machte sich der Sänger erst kürzlich gegen die rechten Tendenzen in Deutschland stark. Er wurde dafür heftig kritisiert - auch von Seiten der Politik.

Nun greift die Kidicial Mass die Botschaft des Songs auf und fordert ebensfalls mehr Raum für die Kinder. Vor allem auf dem Fahrrad. "Kinder aufs Rad" war das Motto der Demonstration am Wochenende in Dortmund, das sich demnächst mit Umbau-Aktionen und Anreizen für Radlern zum "Kopenhagen Westfalens" mausern will.

1100 Teilnehmer radeln quer durch Dortmund

Gegen 14 Uhr startete der Fahrrad-Korso am Friedensplatz in Dortmund. Rund 1100 Teilnehmer radelten bei strahlendem Sonnenschein mit. "Dass gleich zu ersten Kidical Mass weit über tausend Menschen kommen würden, hätten wir nicht gedacht. Wir sind begeistert", sagt Darius Siliski vom Team Aufbruch Fahrrad Dortmund.

"Mehr sichere Radwege" steht unter anderem auf den bunten Bannern der jungen Demonstranten. Sie und ihre Eltern fordern einen Ausbau der Infrastruktur für Fahrräder und sichere Radwege - und das nicht nur für Erwachsene.

"Radfahren darf nicht nur für Mutige sein"

"Die Wege in Dortmund für das Fahrrad brauchen eine viel höhere Qualität", so Silski. "Denn Radfahren darf nicht nur etwas für Mutige sein." Mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs zu sein, soll nicht nur den Erwachsenen vorbehalten sein.

Die Radwege müssen so beschaffen sein, dass sie für alle funktionieren - eben auch für Kinder. Eine Maßnahme wäre zum Beispiel klar gekennzeichnete Fahrradstreifen auf den Straßen durch Dortmund. Doch um das umzusetzen, muss Geld in die Hand genommen werden.

Ausbau der Radwege in Dortmund muss finanziert werden

20 Euro pro Person und Jahr müsse die Stadt im kommenden Haushalt einplanen, um in den nächsten Jahren einen besseren Fahrradverkehr für die Dortmunder Bürger zu garantieren, heißt es von der Organisation Aufbruch Fahrrad Dortmund. Diese hatten auch den ersten Kidical Mass in der Stadt organisiert.

Eine Verbesserung der Radwege sollte fester Bestandteil einer zukunftsgerichteten Verkehrspolitik sein. Und dafür braucht es gute Geh- und Radwege sowie sicher gestaltete Straßen. Denn nur so können auch schon die jungen Verkehrsteilnehmer sich bedenkenlos im öffentlichen Raum bewegen.

Außerdem lernen sie dadurch schon früh, das Fahrrad anstelle des Autos zu nutzen - also auch ein Pluspunkt in Sachen Klimaschutz.

Critical Mass: Demonstrieren mit dem Fahrrad

Der friedliche Demonstrationszug radelte einmal quer durch Dortmund. Vom Friedensplatz ging es einmal über den Wall, dann über die Rheinische Straße bis zum Westpark. Dort endete der Fahrrad-Korso und somit auch die erste Kidical Mass. Im Frühjahr 2020 soll es eine Vorsetzung der Veranstaltung geben.

Kidical Mass ist eine Form der Critical Mass. Diese setzt sich bereits seit 2010 bundesweit für fahrradfreundlichere Städte ein. Auch in Dortmund findet regelmäßig eine solche Demonstration per Fahrrad statt. Konkret haben sie neun Forderungen an die Politik. Mit der Kidical Mass soll nun gezielt darauf hingewiesen werden, dass eben auch Kinder eigenständig mobil sein möchten.