Kommentar

Hilfen unnötig: Dortmund braucht das „Schlachtschiff“ Karstadt nicht mehr

Sollte der Staat Galeria Karstadt Kaufhof vor der Insolvenz retten? RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi meint: Die Dortmunder Filiale würde niemand missen.

Dortmund – Sollte der Staat Galeria Karstadt Kaufhof mit Steuergeldern zum zweiten Mal vor dem Aus retten? Ich bin der Meinung: So darf das Steuergeld der Bürger nicht eingesetzt werden.

Pleite von Karstadt Dortmund sollte nicht künstlich verhindert werden

So emotional das Thema „Galeria Karstadt Kaufhof“ auch ist, so viele Erinnerungen die Dortmunder an ihre Filiale auf dem Westenhellweg auch haben mögen, aber einem Unternehmen, das seit Jahren kränkelt, sollte man nicht ewig helfen. Erst recht nicht, wenn es „nur“ um einen Konsumtempel wie Karstadt geht.

Natürlich wäre es um die 180 Mitarbeiter der Filiale in Dortmund schade und man kann jeden verstehen, der sich jahrelang den Allerwertesten für den Betrieb aufgerissen hat. Aber ich bin mir sicher: In der Branche gäbe es für die Dortmunder Karstadt-Mitarbeiter eine Menge anderer Arbeitsplätze.

Vor allem im Dienstleistungssektor, aber auch in anderen Branchen wird derzeit massiv Personal gesucht. Auf der Straße würden die Dortmunder Karstadt-Mitarbeiter sicher nicht landen, würde die Filiale auf dem Westenhellweg dichtmachen.

Dortmund braucht Karstadt auf dem Westenhellweg nicht unbedingt

Und mal Hand aufs Herz: Wofür braucht der Dortmunder Westenhellweg das Schlachtschiff-Karstadt denn wirklich noch? Klar, das Warenhaus verkauft ein bisschen von allem, die Auswahl ist groß und man findet beim Bummeln immer etwas.

Aber gäbe es die Filiale nicht, könnte man sich Parfum, Kleidung oder Haushaltswaren auch anderswo kaufen, etwa in Geschäften, die auf die einzelnen Produktsparten spezialisiert sind, schlimmstenfalls – so bitter es für viele klingt – im Internet.

Die Filiale von Karstadt auf dem Westenhellweg in Dortmund wurde in den vergangenen Jahren äußerlich aufgehübscht.

Als Ausflugsziel für die Dortmunder Bummler muss die Karstadt-Filiale auf dem Westenhellweg nicht künstlich – zumal mit Steuergeldern – am Leben gehalten werden. Schließt Karstadt in Dortmund seine Pforten, würde das Haus in ein paar Wochen keiner mehr vermissen.

Schon jetzt müssten sich Hauseigentümer und Politik Gedanken machen, wie der riesige Standort in bester Lage anderweitig und sinnvoll gefüllt werden könnte (hier weitere Dortmund-News bei RUHR24 lesen).

Dortmund muss sich im Einzelhandel auf eine Zeitenwende einstellen

Es wird also Zeit, dass sich Dortmund auf eine Zeitenwende auch im Einzelhandel einstellt. Steuergelder für Karstadt sind nicht länger gerechtfertigt. Hinweis: Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autoren und muss nicht zwingend die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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