Anschläge wie in Neuseeland geplant

Tod in der JVA Dortmund: Unterstützer von rechter Terrorgruppe in U-Haft gestorben

Der Mann saß seit Februar in der JVA Dortmund in Untersuchungshaft. Als Unterstützer der "Gruppe S." soll er an der Planung von Anschlägen auf Moscheen und Politiker beteiligt gewesen sein.

  • In der JVA Dortmund ist ein 46-jähriger Mann tot in seiner Zelle gefunden worden.
  • Er gilt als mutmaßlicher Unterstützer einer rechtsterroristischen Gruppe.
  • Die "Gruppe S." plante Anschläge nach dem Vorbild der Attentate in Christchurch (Neuseeland) mit 51 Toten.

Dortmund - Seit dem 14. Februar 2020 saß der aus Nordrhein-Westfalen stammende Mann in Dortmund in Untersuchungshaft. Am Montag (13. Juli) fanden Mitarbeiter der JVA den Mann tot in seiner Zelle, berichtet RUHR24.de*.

Name

JVA Dortmund

Lage 

Innenstadt Ost, in unmittelbarer Nähe des Dortmunder Amts- und Landgerichts

Haftplätze

404

Tod in der Zelle: Unterstützer von Rechtsterrorismus starb in der JVA Dortmund 

Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Mann sei bereits am Montagvormittag (13.7.) gegen 11.45 Uhr leblos in seiner Zelle aufgefunden worden. Das bestätigte ein Sprecher der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwochabend (15. Juli) den Ruhr Nachrichten, die zuerst über den Tod des mutmaßlichen Rechtsterroristen berichtet hatten.

Der Mann, der seit Februar in der JVA Dortmund in Untersuchungshaft saß, wird beschuldigt, Unterstützer der rechtsterroristischen "Gruppe S." zu sein. Die Terrorgruppe ist nach ihrem mutmaßlichen Anführer Werner S. benannt. Die rechtsterroristische Gruppe, die der 46-Jährige mutmaßlich unterstützte, hatte sich bereits Waffen beschafft und Bomben gebaut.

Der nun verstorbene war im Februar laut dem Bericht der Ruhr Nachrichten zusammen mit zwölf weiteren mutmaßlichen Mitgliedern der Gruppe festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft sei die Todesursache bislang unklar. Die Ermittlungen laufen.

JVA Dortmund: Tod eines mutmaßlichen Mitglieds einer Terrorgruppe

Die sechs Männer stammen aus unterschiedlichen Bundesländern und hatten in Chats und bei persönlichen Treffen in NRW und Baden-Württemberg Anschläge auf Moscheen, Asylbewerberheime und Politiker geplant (mehr Nachrichten aus NRW auf RUHR24.de*).

Rechtsextremer Terror bleibt auch nach den weithin bekannten Fällen der NSU-Morde eine Gefahr in Deutschland. Auch andere Terrorgruppen, darunter auch die in NRW aktive Gruppe Combat 18 (C18)*, geraten immer wieder ins Visier der Fahnder.

Als Vorbild für die geplanten Anschläge hatten sich die Männer nach Angaben der Zeitung das Attentat in Christchurch (Neuseeland) und Halle an der Saale genommen.

Bei dem Attentat vom 15. März 2019 in Neuseeland tötete ein rechter Terrorist 51 Menschen. Der Täter griff islamische Zentren der Stadt an und filmte seine Tat.

Bei einer Demonstration gegen Antisemitismus halten Demonstranten einen Banner mit der Aufschrift "Rechter Terror bedroht unsere Gesellschaft".

Das Attentat in Halle am 9. Oktober 2019* war der Versuch die Mitglieder einer jüdischen Gemeinde bei einem Gottesdienst an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in ihrer Synagoge zu ermorden. Der Täter erschoss zwei Menschen. Der Versuch in die Synagoge einzudringen blieb allerdings erfolglos. Auch dieser Täter filmte seine Tat.

Verstorbener aus der JVA Dortmund galt als Reichsbürger

Die Tatverdächtigen der "Gruppe S." gelten zum Teil als Reichsbürger, so auch der jetzt tot aufgefundene Mann. Einige von ihnen waren der Polizei bereits als Mitglieder rechtsextremer Vereinigungen bekannt. Als rechte Gefährder war jedoch vorher keiner aus der Gruppe eingestuft gewesen.

Vor ihrer Festnahme wurden bei mehreren der Tatverdächtigen laut Ruhr Nachrichten Waffen und Handgranaten gefunden. 

Terrorgruppe von Verstorbenem aus JVA Dortmund finanziell unterstützt 

So soll auch der nun Verstorbene nach Informationen der Süddeutschen Handgranaten selbst gebaut haben. Diese sollen bei seiner Festnahme in seiner Wohnung in Porta-Westfalica gefunden worden sein. Spezialkräften hatten die Handgranaten entschärfen müssen. Zudem soll der 46-Jährige die Terrorgruppe finanziell unterstützt haben.

Die Mitglieder der "Gruppe S." bereiteten sich offenbar auf den sogenannten "Tag X" vor, an dem sie in kleineren Einheiten die Anschläge an mehreren Moscheen durchführen wollten. Die Anschläge sollten ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder verübt werden. 

Nach einem Bericht der Süddeutschen soll der Anführer der Gruppe, Werner S., dafür ausdrücklich körperlich fitte Männer mit militärischer Erfahrung gesucht haben. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Redaktions-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © JVA Dortmund/dpa

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