Idee der „Partei“

Dortmund: Kampf um „Unser Omma ihr Platz“ geht in die nächste Runde – Bürger sollen entscheiden

Ein bekannter Platz in Dortmund soll einen kuriosen Namen bekommen.
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Ein bekannter Platz in Dortmund soll einen kuriosen Namen bekommen.

„Die Partei“ wollte einem zentralen Platz in Dortmund einen kuriosen Namen geben lassen. Durchgesetzt hat sie sich mit diesem Vorschlag aber nicht – und versucht es nun auf anderem Wege.

Dortmund – „Die Partei“ in Dortmund lässt nicht locker: Die Satire-Partei will den Großmüttern der Stadt weiterhin einen Platz widmen. Ursprünglich sollte der Platz am Europabrunnen in der Innenstadt von Dortmund „Unser Omma ihr Platz“ heißen*. Nach einem Rückschlag in der Bezirksvertretung versucht die Partei jetzt, die Idee eine Stufe höher durchzusetzen.

StadtDortmund
Einwohner603.609 (2020)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Kampf der Partei um „Unser Omma Ihr Platz“ geht weiter

Bereits im April wurde in der Bezirksvertretung Innenstadt-West darüber abgestimmt, wem der bis dato unbenannte Platz am Europabrunnen in Dortmund* gewidmet werden soll. „Die Partei“ hatte mit einem kuriosen Vorschlag für Aufsehen gesorgt. Sie hatte angeregt, den Platz gleich einer ganzen Generation zu widmen: den Großmüttern. Heißen sollte er „Unser Omma Ihr Platz“.

Den Zuschlag bekam jedoch der um 1370 in Dortmund geborene Maler Conrad von Soest. „Mit überwältigender Mehrheit“ von 16 „Nein“-Stimmen und nur einer „Ja“-Stimme sei ihr Vorschlag in der zweiten Abstimmung abgeschmettert worden, schreibt die Partei in einer Pressemitteilung. „Zahlreiche Rückmeldungen hätten jedoch gezeigt: Die Dortmunderinnen und Dortmunder hätten den Platz lieber ihren Ommas gewidmet“, heißt es jetzt in einem neuen Antrag.

Dortmund: Erster Antrag von „Die Partei“ für Platz mit kuriosem Namen abgeschmettert

Deshalb will die Partei so schnell nicht klein beigeben: „Die Fraktion Die FRAKTION der Partei Die PARTEI im Rat der Stadt Dortmund wird nun den dritten Anlauf starten, unseren Großmüttern einen angemessenen Platz zu widmen“, gibt sich die Partei kämpferisch. Bei der Kommunalwahl 2020 war die von Martin Sonneborn mitgegründete Partei erstmals in den Stadtrat gewählt worden und hatte drei Sitze errungen.

Der Platz am Europabrunnen an der Kleppingstraße in Dortmund soll einen neuen Namen bekommen.

Die Satirepartei hat dort nun beantragt, dass die Stadt unter Beteiligung der Einwohner einen Platz in Dortmund findet und diesen in „Unser Omma Ihr Platz“ umbenennt. Die Argumentation bleibt dabei die gleiche: Es seien genügend Plätze in Dortmund nach alten weißen Männern benannt. Was fehle, sei eine Ehrung der „verdienten Frauen“ der Stadt.

Dortmund: Bürger sollen Platz für Großmütter in der Stadt selbst bestimmen können

Der Kniff dabei ist die Bürgerbeteiligung: Sollte es der Antrag wider Erwarten am Donnerstag (20. Mai) durch den Stadtrat schaffen, hätten die Dortmunder sicher viele Ideen, wo sich „Unser Omma Ihr Platz“ gut ins Stadtbild einfügen würde. Zudem setzen Städte wie Dortmund immer wieder auf Bürgerbeteiligung, die auch in der Hauptsatzung festgeschrieben ist. So können Bürger direkt Einfluss auf die Politik nehmen.

Bei der Suche nach einem geeigneten Platz würde nur eine Einschränkung gelten: Laut der Partei sollte er „zentral, sonnig und gemütlich“ sein. Denn: Eine Betonpiste in einem Neubaugebiet würde den Großmüttern nicht gerecht werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.