Vorschlag von „Die Partei“

Bekannter Platz in der Dortmunder Innenstadt soll kuriosen Namen bekommen

Der Platz am Europabrunnen an der Kleppingstraße in Dortmund.
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Der Platz am Europabrunnen an der Kleppingstraße in Dortmund soll einen neuen Namen bekommen.

Ein bekannter Platz in Dortmund soll einen Namen bekommen. Die Partei „Die Partei“ schlägt einen kuriosen Namen vor, der jedoch ganze Generationen ehren würde.

Update, Donnerstag (20. Mai), 13.40 Uhr: Dortmund – Die Satirepartei lässt nicht locker und will weiterhin, dass ein Platz in Dortmund nach den Großmüttern der Stadt benannt werden soll. Deshalb hat die Partei nun einen Antrag im Stadtrat Dortmund gestellt, einen Ort in „Unsere Omma Ihr Platz“ umzubenennen. Dabei setzt die Fraktion auch auf Bürgerbeteiligung.

StadtDortmund
Einwohner603.609 (2019)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Partei schlägt skurrilen Namen für Platz in der Innenstadt vor

Ursprungsmeldung, Donnerstag (29. April), 14 Uhr: Der Platz am Europabrunnen in der Innenstadt von Dortmund hat noch keinen Namen. In der Bezirksvertretung Innenstadt-West brütet man deshalb nun über Vorschläge. Darunter ist auch ein amüsanter Vorschlag von „Die Partei“.

Aus Sicht der Satire-Partei, die mit einem Sitz in der Bezirksvertretung Dortmund Innenstadt-West vertreten ist, habe die Stadt viele prominente und verdiente Persönlichkeiten, nach denen Gebäude und Plätze benannt sind. Etwa das Fritz-Henßler-Haus am Wall oder der Emil-Moog-Platz am Dortmunder U.

„Wir können sicher sein, dass viele alte weiße Männer verewigt werden“, schreibt Bettina Neuhaus, die für „Die Partei“ in der Bezirksvertretung sitzt. Was jedoch fehle, seien die vielen verdienten Frauen. Anlass für den Vorschlag war der Plan der CDU (PDF), den Platz zwischen Ostenhellweg und Rosental nach Conrad von Soest zu benennen, einem um 1370 in Dortmund geborenen spätgotischen Maler.

Dortmund: Platz in der Innenstadt soll „Unser Omma ihr Platz“ heißen

Deshalb schlägt sie für den Platz am Europabrunnen in der Dortmunder Innenstadt nun einen eher skurrilen Namen vor: „Unser Omma ihr Platz“ soll die Fläche an der St. Marienkirche in der City künftig heißen. Zumindest, wenn es nach „Die Partei“ geht (alle News zum Shopping in Dortmund auf RUHR24).

Die Begründung? „Wer hat uns Bütterkes geschmiert? Wer hat dafür gesorgt, dass Generationen versorgt wurden? Unsere Ommas“, schreibt Neuhaus in einem Ergänzungsvorschlag an die Bezirksvertretung. Die Vorteile liegen für sie auf der Hand: Der Name spiegle eine ganze Generation wichtiger Personen wider, die viel zu wenig geehrt würden. Außerdem bekommt der Platz mit diesem Namen mit jeder Generation quasi ein automatisches Update. Sobald man also Omma ist, wird man somit umgehend geehrt.

Dortmund: Vorschlag geht auf Zitat von Johannes Rau zurück

Dass sich dieser eher skurrile Vorschlag zu Ehren der Großmütter durchsetzt, darf jedoch bezweifelt werden. Daher hat die Partei noch einige ernstgemeintere weibliche Namensvorschläge mit Dortmunder Bezug eingereicht: Anna Lex (Politikerin), Hildegard Gethmann (Rechtsanwältin), Helene Wessel (Politikerin), Agnes Neuhaus (Politikerin), Nahid Anahita Ratebzad (Diplomatin).

Der Europabrunnen in Dortmund wurde bereits mit Spülmittel gefüllt.

Im Ruhrpott haben solche Bezeichnungen indes fast schon Tradition. Den Grundstein dafür legte übrigens eine Aussage des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Er soll auf die Frage, ob Fußballstadien nicht auch mal nach Frauen benannt werden sollten, zurückgefragt haben: „Und wie sollen wir das denn nennen? Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion?“ Woanders im Ruhrgebiet machte ein Bürgermeister bereits ernst: In Wanne-Eickel spielten die Sportfreunde bereits im „Bürgermeister seine Frau ihr Stadion“.

Nach etwas Hickhack um eine frühere Abstimmung Anfang März in der Bezirksvertretung Innenstadt-West steht der Änderungsantrag am Mittwoch (28. April) erneut auf der Tagesordnung.