Stadt hat entschieden

Beliebtes Viertel in Dortmund: Parkchaos durch City- und BVB-Besucher soll endlich enden

Parkplätze in der Dortmunder Innenstadt sind rar. Anwohnerparkplätze sollen das Problem jetzt lösen.

Update, Freitag (7. Mai), 14.47 Uhr: Dortmund – In der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost am Dienstag (4. Mai) konnte mit grün-roter Stimmenmehrheit das Parkkonzept Hainallee beschlossen werden. Die Verwaltung plant die neuen Markierungen und Beschilderungen bis Ende 2021 beziehungsweise Anfang 2022.

Ursprungsmeldung vom 15. April: Das benachbarte Saarlandstraßenviertel hat sie schon seit Jahren und die Hainallee musste lange drauf warten: Anwohnerparkplätze. Doch jetzt ist Schluss. Das belebte Quartier in der Nähe des Westfalenparks bekommt endlich Stellplätze nur für Mieter und Eigentümer. Schon bald soll es losgehen.

StadtDortmund
Einwohner603.167
BundeslandNordrhein-Westfalen

Dortmund: Parkplätze in der Innenstadt sind schwer zu bekommen

Wer in Dortmund innenstadtnah wohnen möchte, muss in einer Sache große Abstriche machen: wohnortnahes Parken. Besonders schlimm ist die Lage im Klinik- Saarland- und Kreuzviertel in der westlichen und östlichen Innenstadt. Wer dort am späten Nachmittag oder am Abend nach Hause kommt, muss meist mehrere Runden um den Block fahren, bis er einen Parkplatz gefunden hat. Im schlimmsten Fall stellt man sein Auto weit entfernt ab und muss mehrere Minuten zur Wohnung laufen.

Im Saarlandstraßenviertel in der östlichen Innenstadt gibt es schon seit Jahren Parkplätze nur für Anwohner. Bedeutet konkret: Man zahlt einen Festpreis an die Stadt und bekommt dafür das Recht auf den ausgewiesenen Stellen zu parken. Autofahrer, die keinen Parkausweis haben, bekommen ein Knöllchen.

Dortmund Innenstadt: Anwohner der Hainallee haben bisher keine Anwohnerparkplätze

Die Anwohner der Hainallee in der Nähe des Westfalenparks und des Schwimmbads gingen bisher leer aus. Obwohl das Quartier nicht weit vom Saarlandstraßenviertel entfernt ist, gab es dort bislang keine Anwohnerparkplätze. Doch das soll sich nun ändern.

Die Verwaltungsspitze hat am Dienstag (13. April) über den aktualisierten Entwurf zur Bewohnerparkzone Hainallee beraten und ihn zur Beschlussfassung an die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost weitergeleitet. Bewohner sollen so künftig bessere Chancen auf einen „wohnortnahen Stellplatz“ bekommen.

Parkplatz-Chaos in der Hainallee: Anwohnerparken soll das Problem lösen

Bislang konnte man in der Hainallee völlig frei parken, was viele Autofahrer aufgrund der Nähe zur Innenstadt und zum Dortmunder Stadion gerne und häufig genutzt haben. Die Folge: Verkehrschaos vom Feinsten. Anwohner hatten es meist schon ab dem Mittag immer schwieriger, einen Parkplatz unweit ihrer Wohnung zu finden.

Ein erster Entwurf für das Bewohnerparken in der Hainallee war der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost bereits Mitte 2019 vorgestellt worden und wurde anschließend den Bewohnern des Quartiers zur Diskussion gestellt. Die dort gemachten Anregungen und Fragen wurden geprüft und schließlich in das endgültige Bewohnerparkkonzept übernommen.

Das Bewohnerparken in der Hainallee soll bald endgültig entschieden werden.

Parkplätze in der Hainallee: Fast 50 Prozent der Stellplätze sollen Anwohnerparkplätze werden

Bis zum endgültigen Entschluss vergingen nun noch mal fast zwei Jahre. Der Grund: Die Fahrbahn wurde an manchen Stellen untersucht und es musste geklärt werden, wo die Rettungswagen künftig halten können.

Das fertige Konzept für die Bewohnerparkzone an der Hainallee sieht für die 1.069 insgesamt im Quartier vorhandenen öffentlichen Stellplätze vor, dass 458 davon (43 Prozent) ausschließlich für Anwohner mit Bewohnerparkausweis reserviert werden. Weitere 482 Stellplätze (45 Prozent) werden gegen Entgelt (Parkschein/Handy-Ticket) oder mit Parkscheibe betrieben. 129 Stellplätze (12 Prozent) bleiben komplett frei.

Anwohnerparkplätze in der Hainallee: Bewohner sollen überall parken dürfen

Bis zur endgültigen Einführung der Anwohnerparkplätze wird aber wohl noch etwas Zeit vergehen. „In einigen Quartieren haben wir die Bewohnerparkzone bereits ausgewiesen, einige haben wir noch in Arbeit, wie die Hainallee. Gutenbergstraße und Löwenstraße sind geplant. Hier ist die Umsetzung für zweite Jahreshälfte 2021 vorgesehen“, so Planungsdezernent Ludger Wilde.

Die Stadt Dortmund stellt klar, dass die Bewohner der Hainallee künftig trotz Anwohnerparken ein Recht auf sämtliche Parkplätze im Quartier haben werden. Denn trotz Ausweis dürfen sie  „auch auf bewirtschafteten Stellplätzen kostenfrei und zeitlich unbegrenzt parken“, heißt es.

Bewohnerparkausweis für die Hainallee kostet 30,70 Euro pro Jahr

Voraussetzung dafür, dass die Bewohner der Hainallee die Anwohnerparkplätze nutzen können, ist ein entsprechender Parkausweis für 30,70 Euro im Jahr. Man kann ihn bei den Dortmunder Bürgerdiensten beantragen. Allerdings ist das erst möglich, sobald die Parkzonen umgesetzt werden. Die Anwohner sollen über den Baustart schriftlich informiert werden.

Aktuell sieht der Plan so aus, dass das Anwohnerparken von der Bezirksvertretung am 4. Mai beschlossen werden könnte. Anschließend geht der Auftrag zur Umsetzung an das Tiefbauamt und wird dort so bald wie möglich realisiert. „Die Zustimmung der Bezirksvertretung soll im Mai kommen, so sollten wir Bewohnerparkzone Hainallee Anfang 2022 einrichten können“, erläutert Wilde.

Ob sich das Verkehrschaos in der Hainallee mit dem Einführen der Anwohnerparkplätze auflösen wird, bleibt abzuwarten. Erfahrungen aus dem benachbarten Saarlandstraßenviertel zeigen, dass das Bewohnerparken nicht immer dafür sorgt, dass man schnelle und nahe der eigenen Wohnung einen Parkplatz findet. Denn eine Sache schafft das Bewohnerparken nicht: neue Parkplätze. Und die müssten wohl dauerhaft her, um allen Mietern und Eigentümern künftig einen Stellplatz zu ermöglichen.

Rubriklistenbild: © Katharina Küpper/RUHR24