Wegen Corona-Lockdown

Dortmund Innenstadt: Beliebte Modekette schließt Filiale auf dem Westenhellweg in der City

Hallhuber Geschäft
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Hallhuber hat seine Filiale auf dem Dortmunder Westenhellweg dauerhaft geschlossen.

Dortmunds Einkaufsmeile, der Westenhellweg, ist um ein Geschäft ärmer. Eine bekannte Modekette hat ihr Geschäft in Bestlage überraschend geschlossen.

Dortmund - Nach „Flying Tiger“, „I am“ und “Gina Tricot“ hat nun das nächste Geschäft auf dem Westenhellweg in Dortmund zu gemacht. Es handelt sich um eine bekannte Modekette, die in Deutschland etliche Geschäfte betreibt.

UnternehmenHallhuber
CEORouven Angermann (22. Jan. 2018–)
Gründung1977

Dortmund Innenstadt: Modekette schließt Geschäft auf dem Westenhellweg

Für den Einzelhandel in Deutschland könnten die Zeiten nicht schlechter sein: Erst kam der komplette Lockdown, dann gab es Click & Collect und neuerdings das Prinzip Click & Meet mit Testpflicht. Letzteres soll das Einkaufen während der Pandemie sicherer machen und die Kunden zurück in die Läden locken.

Wenn man dieser Tage durch die Dortmunder Innenstadt flaniert, scheint aber genau das Gegenteil der Fall zu sein: Die Einkaufsstraßen sind menschenleer und die Geschäfte kaum besucht. Von regem Geschäftsbetrieb trotz Pandemie kann keine Rede sein.

Dortmund: Hallhuber schließt Filiale am Westenhellweg für immer

Ein Geschäft hat es nun besonders getroffen: Die Münchner Modekette „Hallhuber“ hat ihre Filiale am unteren Westenhellweg, gegenüber von Peek & Cloppenburg, überraschend geschlossen. Aus einem kurzzeitigen Stillstand des Geschäftsbetrieb, den das Unternehmen im Februar für all seine Filialen ankündigte und bis Ende März durchziehen wollte, ist in Dortmund eine dauerhafte Schließung geworden (alle Shopping-News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Auf einem Schild, das an der Eingangstür der ehemaligen Filiale hängt, steht folgende Nachricht: „Dieser Store bleibt dauerhaft geschlossen. Wir danken unserer Kundschaft für ihre Treue und würden uns freuen, Sie wieder bei uns zu begrüßen. Die nächstgelegenen Hallhuber-Stores finden Sie in Hagen und im Ruhr Park Bochum.“

Hallhuber hat seine Filiale am Dortmunder Westenhellweg überraschend geschlossen.

Westenhellweg in Dortmund: Viele Geschäfte können sich nicht dauerhaft halten

Hallhuber hatte seine Filiale am 1. April 2015 auf dem Dortmunder Westenhellweg eröffnet und konnte sich dort immerhin gute sechs Jahre halten. Das amerikanische Textilunternehmen „Forever 21“ hielt auf Dortmunds bekanntester Einkaufsmeile gerade mal ein Jahr durch und wurde im Winter 2017 durch eine zweistöckige Filiale der Drogerie-Kette „Müller“ ersetzt.

Auch andere Unternehmen scheinen es in der Innenstadt schwer zu haben: Esprit schloss seine Filiale im Sommer 2019, Tom Tailor machte dicht und im Spätsommer des vergangenen Jahres verkündete die schwedische Marke „Gina Tricot“ ihr Aus. Immerhin: Alle Ladenlokale konnten früher oder später neu vermietet werden.

Hellhuber-Schließung in Dortmund: Noch kein Nachmieter für Geschäft am Westenhellweg

Eine Ausnahme bildet das mehrstöckige Gebäude der Mayerschen: Die Buchhandlung zieht in absehbarer Zukunft in die alte Filiale von Roland, die im November 2020 ihren Betrieb aufgegeben hatte. Was mit dem alten Mayersche-Gebäude passieren wird, ist ungewiss. Das Unternehmen hinterlässt einen Leerstand mit tausenden Quadratmetern.

Noch ist auch unklar, welchen Nachmieter die Filiale von Hallhuber haben wird. Angesichts der guten Lage dürfte ein neues Geschäft nicht lange auf sich warten lassen. Die Frage ist nur: Wie lange wird es sich halten können?

Hallhuber: Münchner Mode-Unternehmen beantragte Schutzschirmverfahren

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die Münchner Modekette Hallhuber insolvent ist. Das Amtsgericht München genehmigte im Frühjahr 2020 ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung, „um eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden“, hieß es damals.

Grund für die Insolvenz waren die Corona-Pandemie und die harten Schließungen. „Wir waren bis Januar 2020 sehr erfolgreich unterwegs, aber die behördlich angeordneten Schließungen unserer Verkaufsflächen setzen uns jetzt hart zu“, sagte Hallhubers Vorstandschef Rouven Angermann im vergangenen Jahr.

Video: Schwarzes Jahr für Modehandel - neben Karstadt, Esprit und Hallhuber drohen weitere Insolvenzen

Hallhuber ging für zwei Monate während des Corona-Lockdown in den Winterschlaf

Doch auch im neuen Jahr sah es nicht besser aus für Hallhuber. Im Gegenteil: Um die Kosten minimal zu halten, entschied man sich, den Geschäftsbetrieb während des Lockdowns einzufrieren und die Mitarbeiter freizustellen. Für die Dauer der Freistellung wurden sie aufgerufen, Arbeitslosengeld I zu beantragen.

Seine Pläne erklärte Hallhuber seinen Mitarbeitern in einem Schreiben, über das die Bild berichtete. Darin stand auch, dass die Läden voraussichtlich ab dem 1. April wieder öffnen sollen, falls sie wieder profitabel betrieben werden können. Gleichzeitig räumte Hallhuber in dem Brief ein, dass es zweifelhaft sei, ob die Filialen in den Innenstädten trotz Corona-Lockerungen wieder rentabel sein werden.

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