Tempo 30 und weitere Blitzer

Dortmund: Mit welchen Maßnahmen die Stadt die Raser-Szene am Wall endgültig ausbremsen will

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Die Stadt Dortmund plant neue Maßnahmen gegen die Raserszene in der Innenstadt.

Mit harten Bandagen will die Stadt Dortmund nun gegen die Raserszene in der Innenstadt vorgehen. Geplant sind strenge Tempolimits und noch mehr Blitzer.

Dortmund - Erst am vergangenen Wochenende (16. und 17. Januar) hat die Polizei Dortmund umfassende Verkehrskontrollen in der Innenstadt durchgeführt und dafür sogar wichtige Zufahrtsstraßen gesperrt. Doch das allein scheint der Stadt nicht auszureichen. Jetzt will man die Raser mit noch strengeren Maßnahmen ein für allemal ausbremsen.

Stadt Dortmund
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)
Einwohner603.609 (2020)
PolizeipräsidentGregor Lange

Dortmund: Raserszene in der Innenstadt ist ein allseits bekanntes Problem

„Die Raserei in unserer Stadt muss aufhören“, sagt Dortmunds Neu-Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) am Mittwoch (20. Januar) in einer Pressemitteilung. Er spricht damit an, was man in Dortmund schon seit Jahren versucht: Die Raserszene in der City endlich zu stoppen.

Erst versuchte man es am Wall mit nächtlichen Verkehrskontrollen, dann wurden nach und nach immer mehr Blitzer gebaut. Zunächst am Ostwall, später in der Nähe des Deutschen Fußballmuseums. Doch es scheint, als würden sich die Raser durch die verstärkten Maßnahmen kaum beeindrucken lassen. Zum Teil weichen die Fahrer sogar auf benachbarte Straßen aus.

Dortmund: Stadt plant neue harte Maßnahmen gegen die Raserszene am City-Wall

Neben den illegalen Rennen ist auch der Lärm durch die Wall-Raser und Poser immer schlimmer geworden. Für die Anwohner ein „unzumutbarer Zustand“, so die Polizei Dortmund. Die Straße rund um die Innenstadt sei „keine Rennstrecke, Show-Meile oder Dating-Plattform“ für Treffen im großen Stil. Und nicht selten werden die Treffen zum Großereignis für Autofahrer aus dem gesamten Ruhrgebiet. So traf man bei den letzten nächtlichen Kontrollen immer wieder auf Raser und Tuner aus den Nachbarstädten. Das Problem scheint wie ein Fass ohne Boden.

Doch die Stadt Dortmund hat bereits weitere Maßnahmen angekündigt. So gelte beispielsweise bereits ab dem kommenden Wochenende (22. und 23. Januar) ein temporäres Tempolimit von 30 km/h zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Ziel sei es, den Wall dadurch für Raser deutlich „unattraktiver“ zu machen. Gleichzeitig sollen Lärm- und Abgas-Belästigungen für die Anwohner reduziert werden.

Der Dortmunder Oberbürgermeister Thomas Westphal und Polizeipräsident Gregor Lange kämpfen mit harten Mitteln gegen die Raserszene in der City.

Dortmund: Noch mehr Blitzer sollen die Raserszene in der Innenstadt ausbremsen

Insgesamt 100 Verkehrsschilder sollen ab Mittwoch (20. Januar) auf das eingeschränkt geltende Tempolimit hinweisen. Wie lange es anhalten soll, darüber machte die Stadt bisher keine Angaben. Die stationären Blitzer würden selbstverständlich auf das neue Tempolimit angepasst werden.

Neben den stationären Blitzern will die Stadt Dortmund an den Wochenenden künftig auch weitere mobile Blitzer einsetzen. Einer davon soll am Hiltropwall/Außenring entstehen. Das Ordnungsamt steht dafür in engem Austausch mit der Unfallkommission.

Video: 10 Fragen an einen Ex-Raser

Dortmund: Neue Maßnahmen gegen die Raserszene sollen auch Anwohnern helfen

„„Mit der Kombination unserer Maßnahmen und den polizeilichen Kontrollen und Einsätzen der letzten und auch kommenden Wochen wollen wir den Druck auf die Szene weiter hochhalten und erhöhen“, so Thomas Westphal. Wichtig sei es, dass der Verkehr „auf dieser wichtigen innerstädtischen Straße tagsüber nicht leidet“ sowie die „Sorgen, Ängste und Beschwerden der Anwohner und Anwohnerinnen weiter ernst zu nehmen.“ Westphal spricht in dem Zusammenhang von „Konsequenz“, die benötigt wird, um die illegale Raserszene auszubremsen.

Die aktuell geplanten Maßnahmen sollen mit Hinblick auf die Entwicklungen der Raserszene stetig überprüft und anschließend ausgewertet werden. Dortmunds Polizeipräsident Gregor lange verspricht, gemeinsam mit der Stadt „kreativ zu bleiben“, um für die Sicherheit im Straßenverkehr und für Ruhe in den Wohnbezirken zu sorgen.