Gebaut im gotischen Zeitalter

Mitten in Dortmund: Bauarbeiter entdecken archäologische Sensation

Mitten in der City von Dortmund gab es einen beeindruckenden archäologischen Fund. Er stammt aus der gotischen Zeit. Eine Sensation – nicht nur, wegen der 300 Kilogramm, die er wiegt.

Dortmund – Im Zuge von Kanalarbeiten am Schwanenwall in Dortmund stießen die Bauarbeiter des Tiefbauamts auf massive Steinquader, die wenig später als archäologische Sensation für Staunen bei der Dortmunder Denkmalbehörde sorgten. Obwohl sie massiv und insgesamt mehr als 300 Kilogramm schwer sind, wurde die im Mittelalter verbauten Elemente erst jetzt entdeckt.

StadtDortmund
Anfänge als SiedlungBronzezeit (um 1000 v. Christi Geburt)
Aufstieg/Bedeutungszuwachsv.a. ab dem 14. Jahrhundert

Dortmund: Archäologischer Fund ist eine Sensation

Bei den massiven Steinquadern soll es sich um zu Strebpfeilern verbaute Blöcke handeln: Die zwei Strebpfeiler seien wahrscheinlich im Mittelalter in die Stadtmauer von Dortmund gesetzt worden, um diese zusätzlich zu stabilisieren, so die Stadt Dortmund. Und so ist der Fundort auch alles andere als verwunderlich.

Der heutige Schwanenwall wurde nach dem Schwanenturm benannt, einem von 14 Türmen der Dortmunder Stadtbefestigung. Im Mittelalter waren die Wachtürme, so erzählt es die Dortmunder Stadtgeschichte, Teil der mächtigen Stadtbefestigung.

Die massiven Strebpfeiler, so vermuten es die Archäologen nun, wurden nachträglich in der gotischen Zeit als Stützen eingebaut. Spannend für die Archäologen ist zudem, das für das gefundene Relikt aus dem Mittelalter in Dortmund kein Baumaterial verbaut worden sei, welches zweitverwendet wurde und zuvor bereits in einem anderen Bauwerk verbaut worden war. Die massiven Steinquader seien demnach extra für die Strebpfeiler angefertigt worden, informiert die Stadt Dortmund.

Einzigartige Relikte in Dortmund sollen erhalten werden

Das belegen die vielen unterschiedlichen Steinmetzzeichen, welche sorgfältig in die Steine eingeschlagen wurden. Diese Marken beweisen nach Aussage der Experten, dass gleich mehrere unterschiedliche Steinmetze an dem Bau der zwei Strebpfeiler beteiligt waren. Noch seien die Marken nicht bestimmt.

Dies soll im Nachgang des sensationellen archäologischen Fundes nun aber geschehen, um eine zeitliche Eingrenzung der Marken – und so auch die Errichtung der Strebpfeiler an der Stadtmauer von Dortmund – zu ermöglichen.

Die Strebpfeiler jedenfalls sollen erhalten werden. Der geplante Abwasserkanal, dessen Bau die Pfeiler überhaupt erst ans Tageslicht holte, soll um die „einzigartigen Relikte“ herumgeführt werden.

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